21. August

Zielgerade



wir haben es geschafft!!

Mit der Fahrt über den Orange-Fluss überquerten wir die letzte Grenze in ein neues Land, dem Zielland unserer Reise. Nur noch ca. 700km sind es bis nach Kapstadt, von wo uns Emirates zurück nach Deutschland bringen wird. Und noch knapp 2 Wochen Zeit wenigstens einen kleinen Teil von Südafrika zu erkunden. Aber langsam sind wir auch gesättigt vom vielen Fahren und so führt uns unsere Strecke fast direkt runter ans Kap. Auf der Strecke machten wir einen Campingstopp in einer Orangenfarm. Und weil es uns hier so gefallen hat, blieben wir gleich noch eine Nacht. In einem kleinen ruhigen Tal liegt die ökologische Farm. Und direkt am Bach entlang erstreckt sich der Campingplatz mit über 120 Stellplätzen über mehrere Kilometer. Jeder Stellplatz ist individuell, meist mit direktem Zugang zum Bach und durch die weite Verteilung ist es hier sicher auch in der Hochsaison sehr schön. Jetzt hier im Winter waren wir hingegen fast ganz allein. Die letzten sehr süßen Orangen konnten wir direkt vom Baum pflücken und dazu getrocknete Mangos genießen. Nur einen kleinen Abstecher führte uns anschließend ins Weinland um Stellenbosch. Unzählige Weingüter reihen sich hier aneinander. Eins schöner und herrschaftlicher als das andere und meist mit sehr langer Geschichte bis zurück ins 16te Jahrhundert. Und jedes bietet Weinverkostungen an. Nach nur zwei Weingütern und 16 gekosteten Weinen hatten wir genug. Und genossen lieber noch in nüchterner Verfassung ein Abendessen erster Klasse. Für alle die Wein und Essen lieben ist die Gegend um Stellenbosch unbedingt zu empfehlen!
Hatten wir die letzten Monate fast nur Sonne, hat uns das schlechte Wetter nun wieder eingeholt. Um den zwei verregneten Tagen zu entfliehen, nahmen wir die Einladung eines Südafrikanischen Ehepaares gerne an bei ihnen in Hermanus vorbeizuschauen. Wir waren auf einem kleinen Campingplatz ins Gespräch gekommen, da sie 2011 dieselbe Reise unternommen hatten. In ihrem großen Haus direkt am Meer verkrochen wir uns unter warmen Decken und mit Tee vor dem Regen. Und sobald die Sonne sich wieder blicken ließ, ging es die letzten Meilen entlang der Küste bis zum Kap der guten Hoffnung. Wir haben es endgültig geschafft! Wir sind Unten angekommen! Die letzten Tage sind noch der Bonus. 4 Tage Zeit sich Kapstadt anzuschauen. Tafelberg, Waterfront und Signalhill. Woodstock Foodmarket und Kirstenbosch botanischer Garten. Und packen. Zum Glück haben wir jeweils zwei Gepäckstücke a 23kg sodass wir viele unserer Sachen und Souvenirs direkt mit nach Hause nehmen können. Bequem im Backpacker inkl. Frühstück konnten wir die letzten Stunden auf dem afrikanischen Kontinent genießen und uns in der sehr europäisch geprägten Stadt auf zu Hause vorbereiten. Nach 8 Monaten on the Road freuen wir uns sehr wieder nach Hause zu kommen. Familie, Freunde und die ein oder andere Hochzeit warten schon und wir freuen uns echt schon wieder rießig euch alle zu sehen!
Heute haben wir unser Auto beim Spediteur abgegeben und die Schlüssel dort gelassen. In den nächsten Tagen wird es uns dann in einem Container auf dem Wasserweg folgen. Die letzten Worte schreibe ich jetzt auf dem Flughafen mit Blick auf unser Flugzeug. Bald schon, ganz bald sind wir wieder daheim. Und wenn wir die Zeit finden schreiben wir dann noch eine kleine Zusammenfassung mit unseren Tops und Flops und wie es bei uns dann weitergeht. Falls ihr Interesse an einem kleinen Erzählabend habt schreibt uns doch bitte kurz eine Mail dass wir wissen wen es interessieren würde. meile[at]meilenweit.reisen
Bis bald. Grüße (noch) aus Afrika.

4. Oktober: Umzug

Tansania
und wieder weg...

Über einen Monat sind wir nun wieder zurück in Deutschland und immer wieder werden wir gefragt wie es uns damit gehe. Ob wir an Kulturschock oder Reiselust leiden. Und ich glaube wir können beide beides ehrlich verneinen. Das soll jetzt nicht heißen, wir hätten die Reise nicht genossen, aber auf unsere Weise durch Afrika zu reisen ist auch anstrengend und macht (reise-) müde und wir sind wirklich gern wieder zuhause angekommen. Familie und Freunde vermisst man doch auf so einer langen Reise. Ist man im Urlaub froh endlich seine Ruhe zu haben, genießen bzw. genossen wir den (Familien-) Trubel wieder in vollen Zügen. Die letzten sechs Wochen vergingen noch schneller als auf der Reise. Auspacken, „Hallo“-sagen, ankommen. Einpacken, „Tschüss“-sagen und umziehen. Diese Zeilen entspringen schon von meinem neuen Arbeitsplatz in unserer hübschen 2-Zimmerwohnung in Sauerlach, 20km südlich von München. Wir wurden wiedereinmal beschenkt und fanden in kürzerster Zeit eine passende Wohnung. Sie liegt direkt an der S-Bahn, nur knapp außerhalb Münchens und genau zwischen Hannahs neuer Arbeitstelle, dem Jugendamt im Landratsamt Bad-Tölz und Samuels neuer Uni. Für Hannah war schon gestern der erste Arbeitstag, für Samuel geht es in einer guten Woche dann los. Wir sind beide sehr gespannt was die nächste Zeit für uns so bringt. Auspacken, einrichten, einleben und Freunde finden. Und natürlich Besuch empfangen ;-) Ihr seid herzlich eingeladen bei uns Urlaub zu genießen und für ein Wochenende oder auch länger vorbeizuschneihen.
Wir wollen diesen Eintrag auch nutzen, um uns nochmals bei euch allen zu bedanken. Danke für euer Interesse, danke fürs an uns denken, Danke für eure Gebete, Danke für eure Unterstützung, Danke für eure Besuche. Und an Alle die uns auf dem Weg aufgenommen und beherbergt haben, ihr wart Engel auf unserem Weg. Ihr habt uns die Reise um einiges schöner und komfortabler gemacht. Danke für den Einblick in eure Arbeit, auch das hat unsere Reise geprägt.
Die Eindrücke und Erfahrungen aus unserem großen Abenteuer werden wir noch lange in Gedanken behalten, gerade lassen wir sie ein weiteres Mal Revue passieren um einen unvergesslichen Abend für euch vorzubereiten. Wir laden euch ganz herzlich am 1. November auf 19:00 Uhr ins CVJM Lauffen (Kiesstraße 59) zu einem Reisevortrag - Bildershow - Erlebnissbericht ein. Mit Berichten, Bildern und Videos wollen wir euch für eine kurze Zeit mitnehmen in den heißen, abwechslungsreichen, gastfreundlichen, abenteuerlichen, holprigen, leckeren, ausbaufähigen, kulturreichen, interessanten, atemberaubenden, tierreichen und fesselnden Kontinent AFRIKA. Komm und bring mit wen es interessiert!

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10. August: BigDaddy

Tansania
Dünen, Canyon und Kanutour

Der größte Nationalpark Afrikas erstreckt sich auf knapp 50.000 km²  zwischen Swakopmund und Windhoek bis runter nach Lüderitz. Neben der ältesten Wüste der Welt, der Namib, schließt das Schutzgebiet das Naukluftgebirge mit ein. Am berühmtesten sind allerdings die rießigen Sanddünen um Sossusvlei, welche auf keiner Namibiarundfahrt fehlen darf. Dünen hatten wir schon in Marokko und daher zog es uns gar nicht allzu sehr dorthin, sondern uns reizte mehr der einsame und karge Norden des Parks. Die meisten Touris und Tourbusse durchqueren diesen Teil auf den beiden Hauptstraßen ohne davon abzuweichen. Die weit verstreuten Campingmöglichkeiten sind einfach: ohne Strom und Wasser und müssen nicht einmal vorgebucht werden. Im Parkbüro muss man lediglich ein Permit für den Eintritt und die Übernachtung entrichten, wo bzw. auf welchem Campingplatz man allerdings schläft, ist egal. Wir hatten den Tipp bekommen, zum Campside RockArch zu fahren. Eine große Felsbrücke unter der man direkt campen kann. Wir hofften sehr, dass niemand dort sei und waren schon enttäuscht, als wir bei der Anfahrt ein Auto parken sahen. Doch zu unserem Glück gibt es dort zwei Campingplätze und den schöneren der beiden hatten sie (für uns?) freigelassen! Der Platz wird wohl einer der besonderen unserer gesamten Reise sein! Im Reiseführer hatten wir von einem kleinen Wanderweg gelesen und tatsächlich ein Schild dazu gefunden, welches die Route auf ca. 4-5 Stunden beschrieb. Der Weg sei mit Oryx-Spuren markiert. Also Rucksack auf und los. Zuerst geht es in einem ausgetrockneten Flussbett hinunter und irgendwann ein anderes wieder hinauf. Die Markierungen waren spärlich. Dank GPS fanden wir die Abzweigung. Doch auch das zweite Flussbett muss irgendwann verlassen werden, um das Dreieck der Wanderung zu schließen. Und hier waren sie plötzlich zu sehen. Alle paar Meter gab es eine Markierung. Bis sie so plötzlich wie sie aufgetaucht sind auch wieder weg waren. Querfeldein ging es dann über Zebrapfade zurück über die steinigen Berghänge. Auf den ersten und wohl auch auf den zweiten Blick wirkt die Namib öde und karg. Doch gerade auf dieser Wanderung sahen wir die Details: viele verschiedene kleine Blüten, besonders angepasste Büsche und Sträucher. Die wohl außergewöhnlichste ist die Welwetschia. Eine ganz besondere Überlebenskünstlerin in der heißen und trockenen Wüste. Das älteste ca. 2000 Jahre alte Exemplar wurde leider von Touristen abgebrannt. Das nächstälteste mit ca. 1500 Jahren wird seither mit einem großen Zaun geschützt. Denn selbst durch zu nahes heranlaufen zerstört man die feinen Wurzeln dicht unter der Oberfläche rings um die Pflanze.
Auf unserem Weg in den Süden führt uns der Weg an den Dünen eh vorbei und wenn alle Touristen dort stoppen muss es ja schon irgendetwas cooles zu sehen geben. Also machten wir auch einen kurzen Stopp. Und der hat sich gelohnt! Nach einer schönen Wanderung im Sesriemcanyon haben wir uns verhältnismäßig spät auf den Weg zu den Dünen gemacht. Die meisten brechen vor Sonnenaufgang auf um im schönen Licht der Morgensonne fotografieren zu können. Außerdem wird es im Sommer mittags unerträglich heiß. Aber wir reißen im Winter, daher bietet sich die Abendstimmung umso mehr an. In einem Flusstal, dem Sossusvlei, fährt man Tief zwischen den Dünen hinein. Die letzten 6km sind dann nur noch mit Allrad zu bewältigen. Und von dort geht es dann nur noch zu Fuß weiter. Zur rechten erhebt sich BigMama und zur linken die wohl höchste Düne der Welt: BigDaddy. Und zu deren Füßen bereitet sich das spektakuläre Deadvlei aus. Die weißliche Tonpfanne mit ihren abgestorbenen Akazienbäumen bietet einen wunderschönen Kontrast zu den orangefarbenen Dünen und dem blauen Himmel. Es war noch nicht all zu spät und wir noch fitt und motiviert, also rauf auf BigDaddy. Nur über den Dünenkamm gelangt man nach oben, an den Flanken ist der Sand zu weich. Aber selbst hier geht man 2 Schritte und automatisch einen wieder zurück. Im Sand wandern kann soooooo anstrengend sein! Und bei der Hälfte waren wir kurz davor aufzugeben. Aber der Ausblick von Oben lohnt jede Strapaze. Und erst der Abstieg! Einfach loslaufen, die steilste Seite runter. Rennen, hüpfen und weich landen. Und das fast ohne Ende. Lang war der Aufstieg und Spaß macht der Abstieg ;-)
Ein weiteres Superlativ Namibias liegt weitere 500 km südlich. Der zweitgrößte Canyon der Welt (nach dem Grand Canyon Amerikas): der Fish River Canyon. Auch hier führt uns unser Weg quasi vorbei. Doch hier wurden wir etwas enttäuscht. Mit dem Auto darf man bis an den Rand des Canyons heranfahren und hat von dort einen grandiosen Blick hinab. Aber nur der Blick darf hinabschweifen, der Abstieg in den Canyon ist Tagesbesuchern strengstens verboten. Vielleicht ist das Naturwunder in den Morgenstunden beindruckender, aber wir waren uns einig, dass man diesen Punkt auf einer kurzen Namibiareise getrost auslassen kann.
Bevor wir nach Hause fliegen und bald in einer Großstadt leben, gönnten wir uns zum Abschluss unserer Reise noch ein kleines Highlight. Auf dem Grenzfluss zwischen Namibia und Südafrika schlossen wir uns einer 4 Tages „Raftingtour“ an. Bossi, unser Guide und Koch, und Creesen & Astrid, ein Südafrikaner indischer Abstammung und seine norwegische Frau, waren unsere netten Kanu-Reisegefährten. 3 Nächte schliefen wir auf Sandbänken direkt am Fluss. Bossi verköstigte uns drei Mal am Tag hervorragend und dazwischen paddelten wir in der schön warmen Mittagssonne den Orangefluss hinunter. Die einzelnen Rapids/Stromschnellen machen den Trip etwas aufregend, doch wir blieben bis zum Schluss „trocken“ ;-) Ein paar Affen, Wildpferde und vereinzelte Herden Ziegen bevölkerten die Ufer des Flusses. Dicht hinter dem schmalen Streifen Grün erheben sich karge steinige Berge. Zwei verlassene Diamantenminen gab es zu erkunden. Und am Ausstieg fühlten wir uns schon wie zuhause im Neckartal: überall Weinberge. Auf den Herbst zuhause freuen wir uns schon!

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