24. Juli

Butterbrezel





Jägerschnitzel mit Spätzle
Butterbrezel
Apfelstrudel mit Vanilleeis
Schwarzwälderkirscheis
Landjäger
Semmelknödel
Döner
Fachwerkhäuser
Beethovenstr.
Schubertstr.
Reiterdenkmal
Christuskirche: Eltern-Kind-Raum „Bitte die gebrauchten Windeln in die grüne Tonne werfen“

wo sind wir?

Bei all dem Aufgezählten fragt sich manch einer ob wir schon zurück sind und uns im Schwarzwald verstecken. Nein sind wir nicht. Unser Rückflug geht erst am 21. August, solange genießen wir es noch Neues zu entdecken. Gerade sind wir dabei Namibia unsicher zu machen. In der Hauptstadt Windhoek hatten wir erstmal einen leichten Kulturschock. Soviel Deutsch hätten wir im tiefen Afrika nicht erwartet. Die Geschichte hat hier deutlich ihre Spuren hinterlassen. Und wir haben es genossen wieder vertrautes geliebtes zu essen und etwas deutsch zu sprechen! Die Stadt bietet tatsächlich, anders als „normale“ afrikanische Großstädte, Sehenswertes und die Möglichkeit auf Gehwegen durch die Stadt zu bummeln. Leckere Kaffees, historische Gebäude, neue Museen und schöne Souvenirshops. Im Stadtbekanntesten Biergarten Joe’s Beerhouse haben wir den Wildspieß gekostet (Springbock, Oryx, Zebra, Kudu) und am nächsten Abend haben wir uns im Ausbildungsrestaurant NICE mit sternewürdiger Küche verköstigen lassen.
Die Landschaft Namibias ist geprägt von Zäunen. Überall. An jeder Straße entlang. Große und kleinere. Sie teilen das Land in Farmen. Und auf den Farmen in verschiedene Weideabschnitte. Durch Freunde hatten wir die Möglichkeit hautnah in ein Farmleben einzutauchen. Die Deutschen Heidrun und Thomas führen eine kleine Farm östlich von Okahandja mit Ziegen und Rindern und dem natürlich vorkommenden Wild. Hunde, Hühner, Hasen, Gänse, Esel, Enten und Pferde gehören mit zur Farmfamilie. Obwohl wir für sie völlig fremd waren wurden wir herzlich aufgenommen, durften mit zur Kontrollfahrt über das Farmgelände, helfen die Ziegenbabys füttern, Oryxsteak und Schwarzbrot genießen und mit Unterstützung zwei gebrochene Federn am Auto tauschen. Viele Infos über das Land und das Farmleben konnten wir so bekommen. Viel zu schnell zog es uns weiter gen Norden. Aufgrund der kalten Nächte im südlichen Botswana wollen wir lieber noch etwas Zeit im warmen Norden des Landes verbringen und Philina im äußersten Norden besuchen. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Stopp am Klettereldorado und Nationalmonument Namibias, der Spitzkoppe. Mitten in der flachen Landschaft erhebt sich das Matterhorn Namibias einige hundert Meter gen Himmel. Auf den Felsen drum rum kann man wunderschön kraxeln und Klettern. In der Abendstimmung erkletterten wir in einer ruhigen Minute den „rock arch“. Doch als wir gerade oben waren und uns abseilen wollten kamen zwei große Touribusse und wir waren nicht mehr allein. Den zweiten Stopp machten wir am einzigen Weltkulturerbe Namibias. Die Felsgravuren von Twyfelfontain sind wohl einige tausend Jahre alt und zeigen verschiedenste Tiere und Spuren. Die miesen Wellblechpisten dorthin setzten unserem Auto zu. Ein Kabel scheuerte durch und ließ die Sicherung knallen, die Bremsbelege verabschiedeten sich und unser Grillrost liegt jetzt irgendwo auf der Strecke. Waren wir froh als wir wieder bessere Pisten und dann sogar Teerstraße unter die Ränder bekommen haben!
Über ein freiwilliges Jahr hat es unsere Freundin Philina ins letzte Eck Namibias nach Ruacana verschlagen. Dort hilft sie im Sportunterricht einer privaten Internatsschule für benachteiligte Kinder (5-9 Jahre). Da sie auf dem Gelände wohnt verbringt sie viel Zeit mit den Kindern und hat sie und die sie sichtlich ins Herz geschlossen. Wir wurden auch hier herzlich willkommen geheißen mit Liedern der Kinder und einer Privataudienz beim Rektor ;-)
Von hier geht’s für uns tief hinein ins einsame Namibia auf dem Weg Richtung Swakopmund. Von dort gibt’s dann den nächsten Bericht.

31. Juli: Flussbettfahrt

Tansania
in der Einsamkeit Namibias

Wie auf einer Achterbahn kam uns die Fahrt entlang des Grenzflusses Kunene vor. Die wohl erst kürzlich ausgebaute Kiesstraße führte immer wieder steil hinab, unten über einen Bach und wieder steil hinauf. Während sich links die karge Wüstenlandschaft erstreckt, schlängelt sich rechts das grüne Band des Flusses durch die Landschaft. Nur vereinzelt sieht man Himbas mit ihren Herden. Die Himbas sind eins der wenigen Naturvölker, die noch recht traditionell leben. An der Kleidung, oder bessergesagt der fehlenden Oberbekleidung der Frauen erkennt man die Himbas gut. Um sich vor der Sonne zu schützen schmieren sie sich mit einem Gemisch aus roter Erde und Fett ein. Die Haare der Frauen sind ebenfalls mit einer roten Lehmschicht bedeckt. Auf einem von Himbas geführten kleinen Campingplatz verbrachten wir die Nacht unter Palmen am Ufer des Kunene.
Nicht viele Touristen verschlägt es hier ganz in den Norden des Landes, obwohl es hier einen schönen Wasserfall: die Epupafalls, gibt. Nicht so groß und spektakulär zwar wie die Viktoriafälle, aber dennoch beeindruckend. Wie in einer Oase der Sahara kamen wir uns hier vor. Wasser bringt leben. Das sieht man hier ganz deutlich. Verlässt man den Fluss nur einige hundert Meter, ist alles trocken und karg. Dementsprechend dünn ist das Land hier besiedelt. Unterhalb von Opuwo bogen wir Richtung Osten ab. Wir hatten viel von der Schönheit und Einsamkeit dieses Landstriches gehört. Stunden fuhren wir hier durch die Landschaft ohne einen Menschen zu sehen. Die Fahrt ging entlang des  Khumib Flussbettes. Strauße, Springböcke, Oryxantilopen, Giraffen und Zebras sahen wir hin und wieder. Über einen kleinen Pass gelangten wir wieder ins Hoanibflussbett und folgten diesen bis nach Puros. Hier stratet ein wirklich empfehlenswerter Abschnitt, der Puroscanyon. Hatte bisher der Hoarusibfluss kein Wasser, fließt hier ein kleiner Bach im breiten Flussbett. Links und rechts steigen die Felswände steil an und im Canyon heißt es deshalb ständig den Bach zu queren um mal inks und mal rechts entlangzufahren, Die einsame Nacht mitten im Canyon gehört sicher zu einer unserer Highlights. Vom Ende des Canyons gings wieder durch eine unendliche Weite der Namibwüste bis hin zum Hoanibflussbett. Man sieht zwar kein Wasser fließen, kann aber dennoch erahnen dass der Fluss hier unterirdisch fließt, da im gesamten Flussbereich große saftig grüne Bäume stehen. Hatten wir bisher vergeblich nach den Bergelefanten ausschaugehalten hofften wir sie wenigstens hier auf dem letzten Abschnitt zu sehen. Doch leider waren wieder nur die (teilweise) frischen Spuren und Hinterlassenschaften zu sehen. Nicht auf einer Straße, sondern direkt im ausgetrockneten Flussbett zu fahren ist schon sehr besonders. Dazu die Affen, Giraffen, Strauße und Antilopen, da will man gar nicht mehr raus auf „normale“ Wege. Auf dem GPS war ein Aussichtspunkt eingezeichnet mit einer Straße dorthin, also gings kurz raus aus dem Flussbett und rauf auf den Hügel. Doch der Weg war steiler als gedacht, die Drehzahl sank, die Power ließ nach. Dumm dass wir gerade jetzt seit einigen Kilometern Probleme mit den Bremsen haben, die Dichtungen der Bremskolben sind wohl undicht, sodass der Druck im Bremssystem fehlt und man erst ein, zweimal pumpen muss um eine Bremswirkung zu erhalten. Aber gerade am steilen Berg stehen, die Steine unter dem Auto rutschen hören und merken, das Auto schafft es nicht, da bekommt man Panik. Also schnell rauf auf die Bremse und erstmal durchatmen. Dumm wenn nichts bremst und das Auto langsam rückwärts rutscht. Rutscht. Rutscht. … Zweimal pumpen und die Bremsen greifen. Die Frau schreit. Der Puls rast. Nochmals gutgegangen. Kleine Übersetzung rein und vollends rauf auf den Berg. Und da sehen wir sie. Die seltenen Bergelefanten. Unten im Flussbett, genau zu unseren Füßen, sehen wir die 14 Elefanten. Einige besprühen sich mit Staub, eine Mutter hilft ihrem Baby die Böschung hinauf und einige andere fressen genüsslich am Grün des Flusslaufes. Wunderschön können wir sie von hier oben beobachten ohne sie dabei zu stören. Was für ein toller Abschnitt unserer abendteuerlichen Offroadtour. In Sesfontain (sechs Quellen) erreichen wir wieder die Zivilisation (wenigstens einigermaßen) und verbringen die nächste Nacht auf dem Communitycampsite in der Kowaribschlucht. Hier genießen wir wieder eine richtig heiße Dusche und den Blick direkt von unserem Zeltplatz über das Flusstal.
Der schnellste und einfachste Weg von hier nach Swakopmund führt uns durch den sagenumwobenen Skeletton Coast Nationalpark. Leider gibt es hier keine Campingplätze im Park und wir müssen im Transit hindurch. Auch ist das Verlassen der Straße verboten und es gibt kaum Möglichkeiten bis ans Meer zu fahren. Mit Touren ist es wohl erlaubt direkt zwischen Dünen und Meer entlangzufahren (zumindest sehen wir unzählige Spuren). Wir begnügen uns mit der Erinnerung an Mauretanien und einem Spaziergang an den Strand. Etwas südlich vom Park liegt Cape Cross. Hier lebt die größte Robbenkolonie Namibias. Im Reiseführer wird vor dem Geruch gewarnt, aber Worte können das nicht beschreiben. Hatten wir einige Tierchen erwartet und vielleicht etwas Geruchsbelästigung waren wir etwas überrascht von den zig Tausend Tieren und dem Atemraubenden Gestank. Um an den Strand zu kommen oder von dort zu ihrem Lieblingsplatz steigen sie einfach über alle anderen Tiere drüber. Was für ein Geschrei hier herrscht. Die Population wird hier mit  60000-100000 tausend Tiere angegeben. Soweit das Auge reicht Robben. An Land und im Wasser. Und dazwischen einige Fotogierige Touristen. Und wir ;-)
Von hier ist es dann nicht mehr weit ins kleine deutsche Ostseestädchen Swakopmund. Nicht wirklich an der Ostsee, aber doch fast wie in Deutschland fühlen wir uns hier. Gehwege, eine Strandpromenade, Fachwerkhäuser und Butterbrezeln. Und das Wetter wie an der Ostsee. Neblig nass und kalt. Zum Glück reißt mittags der Himmel auf und es wird wärmer. Wir genießen das kleine Städtchen, gehen Essen und einkaufen und lassen das Auto (wiedermal) reparieren.
Von hier geht’s weiter im Endspurt gen Süden. Nur noch drei Wochen bleiben uns. Wir sehen uns bald!!!

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18. Juli: Nr. 50

Tansania
Netball Youth Cup

Noch in Rakops ergab es sich, dass in Maun ein Pärchen gefunden wurde, mit dem wir uns einen Flug übers Delta teilen konnten. Also hieß es in aller Frühe wieder zurück nach Maun. Das Okavango Delta von oben zu sehen, die Giraffen, Elefanten, Hippos und alle möglichen Böcke als Stecknadeln in der Weite der verzweigten Kanäle war faszinierend. Bis zur Hälfte konnten wir den Flug beide richtig genießen, die zweite Hälfte erging es Samuel nicht mehr ganz so gut.
Den erneuten Stopp in Maun nutzen wir, um Öl und Filter zu wechseln, unsere Delle vorne auszubeulen und unseren Dachgepäckträger zu stabilisieren. So können wir mit unserem frisch gerichteten Landy die weitere Fahrt in Richtung Gabs antreten.
Welcome back home! Neue Shoppingmalls, neue Häuser, alte Gesichter. Wir durften sogar im Hof von Samuels altem Haus campen und alte Freunde treffen. Nando’s, Bull&Bush und OBC (OpenBaptistChurch) durften natürlich nicht fehlen. Auch ein Besuch bei Mma Mogapi, bei der Samuel 2009 eine Art Jungschar geleitet hatte, und das Erklimmen des legendären Hausberges Kgali Hill konnten wir einrichten. Die Stadt war im Fieber: Netball. Der Youth World Cup im Netball wurde gerade jetzt in Gaberone ausgetragen. Das durften wir uns nicht entgehen lassen und so kauften wir uns spontan Tickets und sahen das erste mal den Sport Netball. Quasi die Frauenversion von Basketball nur ohne Brett geht es auf dem Feld ganz flott zu. Unter dem Korb allerdings fehlt der Speed, da hier nicht attackiert werden darf. Botswanas Mädels sind in diesem Tournier überraschend gut und der Support ziemlich groß und so tobte die Arena beim Spiel gegen Uganda. Leider eine knappe Niederlage.
Der Abschluss unserer Zeit in Botswana liegt ganz im Südwesten: der Kalagadi Transfrontierpark. Der Park mit der größten Löwendichte pro m² und der größten Einsamkeit. Zum Glück bekamen wir die letzten drei Campsides, wenn auch die schlechtesten, durften aber auf ein anderes umziehen, wenn wir ein freies fänden. Und tatsächlich waren gerade die schönsten für jeweils eine Nacht unbesetzt. Ein gigantischer Sternenhimmel jeden Abend, Campingstimmung am Lagerfeuer, Schnupfen und Löwen direkt am Auto: das war Botswana!!! Tschüss und auf Wiedersehen alte Heimat. Auf geht‘s ins afrikanische Deutschland: Namibia.

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