18. Juli

Nr. 50



Netball Youth Cup

Noch in Rakops ergab es sich, dass in Maun ein Pärchen gefunden wurde, mit dem wir uns einen Flug übers Delta teilen konnten. Also hieß es in aller Frühe wieder zurück nach Maun. Das Okavango Delta von oben zu sehen, die Giraffen, Elefanten, Hippos und alle möglichen Böcke als Stecknadeln in der Weite der verzweigten Kanäle war faszinierend. Bis zur Hälfte konnten wir den Flug beide richtig genießen, die zweite Hälfte erging es Samuel nicht mehr ganz so gut.
Den erneuten Stopp in Maun nutzen wir, um Öl und Filter zu wechseln, unsere Delle vorne auszubeulen und unseren Dachgepäckträger zu stabilisieren. So können wir mit unserem frisch gerichteten Landy die weitere Fahrt in Richtung Gabs antreten.
Welcome back home! Neue Shoppingmalls, neue Häuser, alte Gesichter. Wir durften sogar im Hof von Samuels altem Haus campen und alte Freunde treffen. Nando’s, Bull&Bush und OBC (OpenBaptistChurch) durften natürlich nicht fehlen. Auch ein Besuch bei Mma Mogapi, bei der Samuel 2009 eine Art Jungschar geleitet hatte, und das Erklimmen des legendären Hausberges Kgali Hill konnten wir einrichten. Die Stadt war im Fieber: Netball. Der Youth World Cup im Netball wurde gerade jetzt in Gaberone ausgetragen. Das durften wir uns nicht entgehen lassen und so kauften wir uns spontan Tickets und sahen das erste mal den Sport Netball. Quasi die Frauenversion von Basketball nur ohne Brett geht es auf dem Feld ganz flott zu. Unter dem Korb allerdings fehlt der Speed, da hier nicht attackiert werden darf. Botswanas Mädels sind in diesem Tournier überraschend gut und der Support ziemlich groß und so tobte die Arena beim Spiel gegen Uganda. Leider eine knappe Niederlage.
Der Abschluss unserer Zeit in Botswana liegt ganz im Südwesten: der Kalagadi Transfrontierpark. Der Park mit der größten Löwendichte pro m² und der größten Einsamkeit. Zum Glück bekamen wir die letzten drei Campsides, wenn auch die schlechtesten, durften aber auf ein anderes umziehen, wenn wir ein freies fänden. Und tatsächlich waren gerade die schönsten für jeweils eine Nacht unbesetzt. Ein gigantischer Sternenhimmel jeden Abend, Campingstimmung am Lagerfeuer, Schnupfen und Löwen direkt am Auto: das war Botswana!!! Tschüss und auf Wiedersehen alte Heimat. Auf geht‘s ins afrikanische Deutschland: Namibia.

24. Juli: Butterbrezel

Tansania
wo sind wir?

Bei all dem Aufgezählten fragt sich manch einer ob wir schon zurück sind und uns im Schwarzwald verstecken. Nein sind wir nicht. Unser Rückflug geht erst am 21. August, solange genießen wir es noch Neues zu entdecken. Gerade sind wir dabei Namibia unsicher zu machen. In der Hauptstadt Windhoek hatten wir erstmal einen leichten Kulturschock. Soviel Deutsch hätten wir im tiefen Afrika nicht erwartet. Die Geschichte hat hier deutlich ihre Spuren hinterlassen. Und wir haben es genossen wieder vertrautes geliebtes zu essen und etwas deutsch zu sprechen! Die Stadt bietet tatsächlich, anders als „normale“ afrikanische Großstädte, Sehenswertes und die Möglichkeit auf Gehwegen durch die Stadt zu bummeln. Leckere Kaffees, historische Gebäude, neue Museen und schöne Souvenirshops. Im Stadtbekanntesten Biergarten Joe’s Beerhouse haben wir den Wildspieß gekostet (Springbock, Oryx, Zebra, Kudu) und am nächsten Abend haben wir uns im Ausbildungsrestaurant NICE mit sternewürdiger Küche verköstigen lassen.
Die Landschaft Namibias ist geprägt von Zäunen. Überall. An jeder Straße entlang. Große und kleinere. Sie teilen das Land in Farmen. Und auf den Farmen in verschiedene Weideabschnitte. Durch Freunde hatten wir die Möglichkeit hautnah in ein Farmleben einzutauchen. Die Deutschen Heidrun und Thomas führen eine kleine Farm östlich von Okahandja mit Ziegen und Rindern und dem natürlich vorkommenden Wild. Hunde, Hühner, Hasen, Gänse, Esel, Enten und Pferde gehören mit zur Farmfamilie. Obwohl wir für sie völlig fremd waren wurden wir herzlich aufgenommen, durften mit zur Kontrollfahrt über das Farmgelände, helfen die Ziegenbabys füttern, Oryxsteak und Schwarzbrot genießen und mit Unterstützung zwei gebrochene Federn am Auto tauschen. Viele Infos über das Land und das Farmleben konnten wir so bekommen. Viel zu schnell zog es uns weiter gen Norden. Aufgrund der kalten Nächte im südlichen Botswana wollen wir lieber noch etwas Zeit im warmen Norden des Landes verbringen und Philina im äußersten Norden besuchen. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Stopp am Klettereldorado und Nationalmonument Namibias, der Spitzkoppe. Mitten in der flachen Landschaft erhebt sich das Matterhorn Namibias einige hundert Meter gen Himmel. Auf den Felsen drum rum kann man wunderschön kraxeln und Klettern. In der Abendstimmung erkletterten wir in einer ruhigen Minute den „rock arch“. Doch als wir gerade oben waren und uns abseilen wollten kamen zwei große Touribusse und wir waren nicht mehr allein. Den zweiten Stopp machten wir am einzigen Weltkulturerbe Namibias. Die Felsgravuren von Twyfelfontain sind wohl einige tausend Jahre alt und zeigen verschiedenste Tiere und Spuren. Die miesen Wellblechpisten dorthin setzten unserem Auto zu. Ein Kabel scheuerte durch und ließ die Sicherung knallen, die Bremsbelege verabschiedeten sich und unser Grillrost liegt jetzt irgendwo auf der Strecke. Waren wir froh als wir wieder bessere Pisten und dann sogar Teerstraße unter die Ränder bekommen haben!
Über ein freiwilliges Jahr hat es unsere Freundin Philina ins letzte Eck Namibias nach Ruacana verschlagen. Dort hilft sie im Sportunterricht einer privaten Internatsschule für benachteiligte Kinder (5-9 Jahre). Da sie auf dem Gelände wohnt verbringt sie viel Zeit mit den Kindern und hat sie und die sie sichtlich ins Herz geschlossen. Wir wurden auch hier herzlich willkommen geheißen mit Liedern der Kinder und einer Privataudienz beim Rektor ;-)
Von hier geht’s für uns tief hinein ins einsame Namibia auf dem Weg Richtung Swakopmund. Von dort gibt’s dann den nächsten Bericht.

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15. Juli: Kalahari

Tansania
Back home

Nach vier Wochen, in denen wir zu viert unterwegs waren, heißt es nun die letzten 8 Wochen wieder alleine zu bestreiten. Glücklicherweise waren wir gar nicht so alleine wie gedacht. Melanie und Thomas, die wir schon davor im Nationalpark getroffen hatten, haben uns in den nächsten Tagen Gesellschaft geleistet. Direkt am Fluss lag der kleine und belebte Campingplatz. Wir hatten genug Zeit um Einkäufe zu erledigen, die weitere Route zu planen, zum Quatschen und aufräumen. Wir machten uns bereits eine Nacht vor Thomas und Melanie auf die Fahrt in das Zentral Kalahari Game Reserve. Es bedeckt eine Fläche von 52800km² und ist somit das größte unter Naturschutz stehende Gebiet Afrikas. Wer glaubt das die Kalahari von Sand bedeckt ist, wie man das von einer Wüste erwartet, irrt sich. Die Vegetation ist vor allem von Savanne und Buschlandschaft geprägt, das faszinierende sind die (Salz-) Pfannen die sich immer wieder kilometerweit in der Ebene erstrecken. Eine Weite und Stille wie wir sie sonst fast nie erlebt haben. Hier verbrachten wir zwei schöne Nächte mit Melanie und Thomas und auch wenn wir weder Löwen noch Leoparden zu Gesicht bekommen haben, haben uns die seltenen Erdwölfe, die Löffelhunde und der atemberaubende Sonnenuntergang voll und ganz beeindruckt.
Ca.3h südlich von Maun liegt das kleine Städtchen Rakops. Samuel hat hier während seiner Zeit in Botswana geholfen eine Schule zu bauen. Unsere Anlaufstelle war John Walters und seine Familie. Gleich der Empfang war herzlich-turbulent afrikanisch. John ist mittlerweile verheiratet und hat zwei kleine Töchter (Joanna 3, Hannah 6 Monate). Der ganze Hof wimmelte von spielenden Kindern, einige Männer saßen auf der Terrasse und im Wohnzimmer versuchte die Haushälterin zwischen all den tausend Spielsachen und den Frauen sauber zu machen. Und obwohl wir gerade vom Mittagessen kamen, konnten wir das Mittagessen von Johns Frau nicht ausschlagen. 3 Tage bei einer "afrikanischen" Familie (John ist Brite lebt aber seit 30 Jahren als Missionar in Botswana) mitzuerleben war für uns total spannend. Neben der Rundumversorgung gehörten auch das Kinderhüten, Rasenmähen und der einheimische Gottesdienst zum Programm.

Unserem normalen Rhythmus folgend, standen wir auch an diesem Sonntag um 7 auf. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einigen Seiten lesen, machten wir uns zu Fuß auf in den Gottesdienst einmal quer durchs Dorf und Samuel entdeckte sogar seine kleine Hütte in der er 2009 wohnte. Das wir um 10:20 (10:30 ist Gottesdienst beginn) noch die einzigen an der Schule waren, wunderte uns nicht. Wir nutzten die Zeit und schauten uns die Schule an, an der Samuel mitgeholfen hatte. Als dieser Rundgang allerdings nach 20 Minuten erledigt war, lies sich noch immer niemand blicken. So saßen wir in der Sonne und warteten und warteten. "Sie hätten uns ja wohl Bescheid gegeben wenn der Gottesdienst ausfällt, meinst du nicht??" Um 11:15 trudelte dann als erster John mit seiner Familie und einer Schar Kinder ein. Ganze eineinhalb Stunden später haben wir mit dem erstenn Lied begonnen, wer jedoch glaubt, dass da alle schon da waren täuscht sich. Fast während des gesamten Gottesdienstes kamen noch welche dazu, Afrika eben. Zurück zu Hause genossen wir um 15:00 unser Mittagessen: Maisbrei mit Hühnchen. Wenn der Gottesdienst eben erst um 14:00 aus ist verschiebt sich natürlich auch das Mittagessen. Auch am Nachmittag waren wieder etliche Kinder zum Spielen da und sorgten für Stimmung. Gegen Abend, als sich Joanna endlich von ihrer letzten Freundin trennen musste, sie drehten ungefähr drei Runden mit ihren Mütter von Hoftor zum Kinderzimmer bis die zwei Mädels sich endlich dazu überreden ließen , kehrte endlich etwas Ruhe ein. Anschließend genossen wir den Abend in der Familie. Samuel zeigte Joanna unsere Tierbilder und lies sie raten wie die Tiere heißen und Hannah versuchte die kleine Hannah in den Schlaf zu singen was ihr nach einiger Zeit sogar gelang.

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