15. Juli

Kalahari





09:15 wir laufen los
10:15 wir kommen an
10:20 wir schließen die Kirche auf
10:30 offizieller Gottesdienstbeginn
10:45 noch niemand da
11:00 keiner in Sicht
11:10 immer noch niemand da
11:15 wir hören ein Auto
11:20 John kommt mit seiner Familie
11:45 wir warten auf weitere Gottesdienstbesucher
12:00 wir beginnen mit dem ersten Lied
12:15 weitere Leute kommen
13:00 es kommen und gehen Leute
14:00 der Gottesdienst ist vorbei
15:00 es gibt endlich Mittagessen

Back home

Nach vier Wochen, in denen wir zu viert unterwegs waren, heißt es nun die letzten 8 Wochen wieder alleine zu bestreiten. Glücklicherweise waren wir gar nicht so alleine wie gedacht. Melanie und Thomas, die wir schon davor im Nationalpark getroffen hatten, haben uns in den nächsten Tagen Gesellschaft geleistet. Direkt am Fluss lag der kleine und belebte Campingplatz. Wir hatten genug Zeit um Einkäufe zu erledigen, die weitere Route zu planen, zum Quatschen und aufräumen. Wir machten uns bereits eine Nacht vor Thomas und Melanie auf die Fahrt in das Zentral Kalahari Game Reserve. Es bedeckt eine Fläche von 52800km² und ist somit das größte unter Naturschutz stehende Gebiet Afrikas. Wer glaubt das die Kalahari von Sand bedeckt ist, wie man das von einer Wüste erwartet, irrt sich. Die Vegetation ist vor allem von Savanne und Buschlandschaft geprägt, das faszinierende sind die (Salz-) Pfannen die sich immer wieder kilometerweit in der Ebene erstrecken. Eine Weite und Stille wie wir sie sonst fast nie erlebt haben. Hier verbrachten wir zwei schöne Nächte mit Melanie und Thomas und auch wenn wir weder Löwen noch Leoparden zu Gesicht bekommen haben, haben uns die seltenen Erdwölfe, die Löffelhunde und der atemberaubende Sonnenuntergang voll und ganz beeindruckt.
Ca.3h südlich von Maun liegt das kleine Städtchen Rakops. Samuel hat hier während seiner Zeit in Botswana geholfen eine Schule zu bauen. Unsere Anlaufstelle war John Walters und seine Familie. Gleich der Empfang war herzlich-turbulent afrikanisch. John ist mittlerweile verheiratet und hat zwei kleine Töchter (Joanna 3, Hannah 6 Monate). Der ganze Hof wimmelte von spielenden Kindern, einige Männer saßen auf der Terrasse und im Wohnzimmer versuchte die Haushälterin zwischen all den tausend Spielsachen und den Frauen sauber zu machen. Und obwohl wir gerade vom Mittagessen kamen, konnten wir das Mittagessen von Johns Frau nicht ausschlagen. 3 Tage bei einer "afrikanischen" Familie (John ist Brite lebt aber seit 30 Jahren als Missionar in Botswana) mitzuerleben war für uns total spannend. Neben der Rundumversorgung gehörten auch das Kinderhüten, Rasenmähen und der einheimische Gottesdienst zum Programm.

Unserem normalen Rhythmus folgend, standen wir auch an diesem Sonntag um 7 auf. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einigen Seiten lesen, machten wir uns zu Fuß auf in den Gottesdienst einmal quer durchs Dorf und Samuel entdeckte sogar seine kleine Hütte in der er 2009 wohnte. Das wir um 10:20 (10:30 ist Gottesdienst beginn) noch die einzigen an der Schule waren, wunderte uns nicht. Wir nutzten die Zeit und schauten uns die Schule an, an der Samuel mitgeholfen hatte. Als dieser Rundgang allerdings nach 20 Minuten erledigt war, lies sich noch immer niemand blicken. So saßen wir in der Sonne und warteten und warteten. "Sie hätten uns ja wohl Bescheid gegeben wenn der Gottesdienst ausfällt, meinst du nicht??" Um 11:15 trudelte dann als erster John mit seiner Familie und einer Schar Kinder ein. Ganze eineinhalb Stunden später haben wir mit dem erstenn Lied begonnen, wer jedoch glaubt, dass da alle schon da waren täuscht sich. Fast während des gesamten Gottesdienstes kamen noch welche dazu, Afrika eben. Zurück zu Hause genossen wir um 15:00 unser Mittagessen: Maisbrei mit Hühnchen. Wenn der Gottesdienst eben erst um 14:00 aus ist verschiebt sich natürlich auch das Mittagessen. Auch am Nachmittag waren wieder etliche Kinder zum Spielen da und sorgten für Stimmung. Gegen Abend, als sich Joanna endlich von ihrer letzten Freundin trennen musste, sie drehten ungefähr drei Runden mit ihren Mütter von Hoftor zum Kinderzimmer bis die zwei Mädels sich endlich dazu überreden ließen , kehrte endlich etwas Ruhe ein. Anschließend genossen wir den Abend in der Familie. Samuel zeigte Joanna unsere Tierbilder und lies sie raten wie die Tiere heißen und Hannah versuchte die kleine Hannah in den Schlaf zu singen was ihr nach einiger Zeit sogar gelang.

18. Juli: Nr. 50

Tansania
Netball Youth Cup

Noch in Rakops ergab es sich, dass in Maun ein Pärchen gefunden wurde, mit dem wir uns einen Flug übers Delta teilen konnten. Also hieß es in aller Frühe wieder zurück nach Maun. Das Okavango Delta von oben zu sehen, die Giraffen, Elefanten, Hippos und alle möglichen Böcke als Stecknadeln in der Weite der verzweigten Kanäle war faszinierend. Bis zur Hälfte konnten wir den Flug beide richtig genießen, die zweite Hälfte erging es Samuel nicht mehr ganz so gut.
Den erneuten Stopp in Maun nutzen wir, um Öl und Filter zu wechseln, unsere Delle vorne auszubeulen und unseren Dachgepäckträger zu stabilisieren. So können wir mit unserem frisch gerichteten Landy die weitere Fahrt in Richtung Gabs antreten.
Welcome back home! Neue Shoppingmalls, neue Häuser, alte Gesichter. Wir durften sogar im Hof von Samuels altem Haus campen und alte Freunde treffen. Nando’s, Bull&Bush und OBC (OpenBaptistChurch) durften natürlich nicht fehlen. Auch ein Besuch bei Mma Mogapi, bei der Samuel 2009 eine Art Jungschar geleitet hatte, und das Erklimmen des legendären Hausberges Kgali Hill konnten wir einrichten. Die Stadt war im Fieber: Netball. Der Youth World Cup im Netball wurde gerade jetzt in Gaberone ausgetragen. Das durften wir uns nicht entgehen lassen und so kauften wir uns spontan Tickets und sahen das erste mal den Sport Netball. Quasi die Frauenversion von Basketball nur ohne Brett geht es auf dem Feld ganz flott zu. Unter dem Korb allerdings fehlt der Speed, da hier nicht attackiert werden darf. Botswanas Mädels sind in diesem Tournier überraschend gut und der Support ziemlich groß und so tobte die Arena beim Spiel gegen Uganda. Leider eine knappe Niederlage.
Der Abschluss unserer Zeit in Botswana liegt ganz im Südwesten: der Kalagadi Transfrontierpark. Der Park mit der größten Löwendichte pro m² und der größten Einsamkeit. Zum Glück bekamen wir die letzten drei Campsides, wenn auch die schlechtesten, durften aber auf ein anderes umziehen, wenn wir ein freies fänden. Und tatsächlich waren gerade die schönsten für jeweils eine Nacht unbesetzt. Ein gigantischer Sternenhimmel jeden Abend, Campingstimmung am Lagerfeuer, Schnupfen und Löwen direkt am Auto: das war Botswana!!! Tschüss und auf Wiedersehen alte Heimat. Auf geht‘s ins afrikanische Deutschland: Namibia.

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26. Juni: Tierparadies

Tansania
Johnsen kennt sie alle

2016 töteten Wilderer 1000 Nashörener allein in Südafrika. Die Tiere stehen daher auf der roten Liste der vom aussterben bedrohten Tiere. Die wenigen verbleibenden Nashörner in Sambia genießen daher höchste Bewachung. 24/7 sind bewaffnete Ranger in der Nähe. Im Lusaka Nationalpark dürfen die beiden Breitmaulnashörner an normalen Tagen in ihren großen Freilauf, am Wochenende und an Feiertagen werden sie dagegen im kleinen Gehege gehalten, um besser von Touristen gesehen werden zu können. Für uns machte es daher eher den Eindruck eines Zoos, als eines Nationalparks. Beeindruckend war aber die Nähe, die wir zu den riesigen Tieren haben konnten. Selbst streicheln ließ sich das Weibchen der beiden. Nashörner sind wohl auch das am schwersten in freier Wildbahn zu sehende Tier der Big Five (Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard). Im sonst so Tierreichen Chobe Nationalpark gibt es leider keine. Um Gerhards Wunsch auf die BigFive zu erfüllen, begann unser Safariurlaub mit den beiden bereits in Sambia. In Livingston erstreckt sich der kleine Nationalpark „…“ entlang des Sambesi. Die Besonderheit des Parks: freilebende Nashörner, zu denen man mit den Rangern zu Fuß begleitet wird. Bis wir allerdings die Ranger gefunden hatten war einiges Zick-Zack-Fahren nötig ;-) Aber es hat sich gelohnt. Bis auf 10 Meter konnten wir an ein männliches Breitmaulnashorn heranlaufen und es beim „faul-unter-dem-Baum-liegen“ fotografieren. Auch die ersten einzelne Büffel, Antilopen und Zebras gab es hier zu sehen.
Das dritte der BigFive gab es bereits am nächsten Abend auf dem Evening-Boatscruise zu sehen: Elefanten. Bekannt ist der Chobe Nationalpark für seine großen Herden von Tieren. Hatten wir bisher noch keine Giraffen entdeckt änderte sich dies nach einer Kurve. Über die weite Ebene hin konnten wir zig Giraffen, einige Elefanten, Zebras und Impalas bewundern.  War Samuel sich anfangs nicht sicher, ob es denn überhaupt Zebras im Chobe gäbe, sind wir uns jetzt sicher, es gibt sie. Und zwar zu Hauf. Die erste Nacht im Nationalpark verbrachten wir auf einem Campingplatz im Park. Sahen wir die Büffelherde am Vorabend noch am Fluss, durchstreiften die unzähligen Tiere am nächsten Morgen das Camp. Hunderte Büffel schauten uns mit ihren treudoofen Riesenaugen an, als wir morgens noch schnell aufs Klo wollten.
Jetzt fehlten also noch die beiden Katzen, um die BigFive gesehen zu haben. Schon auf dem Weg zum Savuti entdeckten wir die ersten Löwen unter einem Busch am Wegrand. Faul lag dort ein Männchen mit zwei Weibchen. Weitere Löwen entdeckten wir am Wasserloch und auf dem Weg dorthin. In einem genialen Morning-Drive bekamen Gerhard und Birgitt dann auch noch Geparden und eine Leopardin zu Gesicht. Wir leider nicht. Dafür hatten wir ein spannendes Erlebnis abends am Lagerfeuer. Wir hatten zufällig zwei Schweizer am Gate zum Chobe getroffen und tags drauf trafen wir sie im gleichen Campingplatz wieder vor. Spontan blieben wir zum gemeinsamen Abendessen auf ihrem Campesite. Das ferne Löwengebrüll wurde immer lauter und fast ständig leuchtete einer von uns ins Gebüsch, aus Angst, die Löwen würden gleich bei uns sein. Plötzlich berührte Hannah etwas an den Beinen und als ich hin leuchtete sprangen wir alle auf. Nur Hannah blieb erstarrt sitzen. Genau zwischen ihren Füßen hatte eine giftige Puffotter eine Maus geschnappt und fing an sie zu verschlingen. Der Abend war für uns gelaufen. Löwen und Schlangen zu nah ;-).
Wildhunde hatten uns schon in Sambia fasziniert. Sie sind noch mehr vom Aussterben bedroht als Nashörner. Umso mehr freuten wir uns sie im Moremi Nationalpark morgens in Khwai zu entdecken. Ein paar Minuten konnten wir die Tiere verfolgen bevor wir sie in den Busch ziehen lassen mussten. Am Nachmittag erzählten uns die Ranger dann, dass die Wildhunde nur eine knappe halbe Stunde später ein Impala direkt an der Brücke gerissen hatten. Etwas ärgerten wir uns dieses Spektakel verpasst zu haben. Der Abenddrive war leider wieder erfolglos und wir kamen früher als gedacht ins Camp zurück und fanden die Windhunde nochmals jagend vor. Dieses mal wollten wir den Riss nicht verpassen. Also fuhren wir kreuz und quer die Wege entlang um die Hunde nicht zu verlieren. Doch dauerte es nicht allzu lang, dann waren sie weg. Frustriert fuhren wir zum Camp zurück. Und keine 10m von unserem  Zelt entfernt zankten sich die 12 Wildhunde um die letzten Fetzten. Einer verteidigte den Kopf, andere kauten auf den Knochen rum. Absolut faszinierend. Auf ein Feuer wollten wir diesen Abend dann auch nicht verzichten…

 

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