suedlichesAfrika

Tansania
wir haben es geschafft!!

Mit der Fahrt über den Orange-Fluss überquerten wir die letzte Grenze in ein neues Land, dem Zielland unserer Reise. Nur noch ca. 700km sind es bis nach Kapstadt, von wo uns Emirates zurück nach Deutschland bringen wird. Und noch knapp 2 Wochen Zeit wenigstens einen kleinen Teil von Südafrika zu erkunden. Aber langsam sind wir auch gesättigt vom vielen Fahren und so führt uns unsere Strecke fast direkt runter ans Kap. Auf der Strecke machten wir einen Campingstopp in einer Orangenfarm. Und weil es uns hier so gefallen hat, blieben wir gleich noch eine Nacht. In einem kleinen ruhigen Tal liegt die ökologische Farm. Und direkt am Bach entlang erstreckt sich der Campingplatz mit über 120 Stellplätzen über mehrere Kilometer. Jeder Stellplatz ist individuell, meist mit direktem Zugang zum Bach und durch die weite Verteilung ist es hier sicher auch in der Hochsaison sehr schön. Jetzt hier im Winter waren wir hingegen fast ganz allein. Die letzten sehr süßen Orangen konnten wir direkt vom Baum pflücken und dazu getrocknete Mangos genießen. Nur einen kleinen Abstecher führte uns anschließend ins Weinland um Stellenbosch. Unzählige Weingüter reihen sich hier aneinander. Eins schöner und herrschaftlicher als das andere und meist mit sehr langer Geschichte bis zurück ins 16te Jahrhundert. Und jedes bietet Weinverkostungen an. Nach nur zwei Weingütern und 16 gekosteten Weinen hatten wir genug. Und genossen lieber noch in nüchterner Verfassung ein Abendessen erster Klasse. Für alle die Wein und Essen lieben ist die Gegend um Stellenbosch unbedingt zu empfehlen!
Hatten wir die letzten Monate fast nur Sonne, hat uns das schlechte Wetter nun wieder eingeholt. Um den zwei verregneten Tagen zu entfliehen, nahmen wir die Einladung eines Südafrikanischen Ehepaares gerne an bei ihnen in Hermanus vorbeizuschauen. Wir waren auf einem kleinen Campingplatz ins Gespräch gekommen, da sie 2011 dieselbe Reise unternommen hatten. In ihrem großen Haus direkt am Meer verkrochen wir uns unter warmen Decken und mit Tee vor dem Regen. Und sobald die Sonne sich wieder blicken ließ, ging es die letzten Meilen entlang der Küste bis zum Kap der guten Hoffnung. Wir haben es endgültig geschafft! Wir sind Unten angekommen! Die letzten Tage sind noch der Bonus. 4 Tage Zeit sich Kapstadt anzuschauen. Tafelberg, Waterfront und Signalhill. Woodstock Foodmarket und Kirstenbosch botanischer Garten. Und packen. Zum Glück haben wir jeweils zwei Gepäckstücke a 23kg sodass wir viele unserer Sachen und Souvenirs direkt mit nach Hause nehmen können. Bequem im Backpacker inkl. Frühstück konnten wir die letzten Stunden auf dem afrikanischen Kontinent genießen und uns in der sehr europäisch geprägten Stadt auf zu Hause vorbereiten. Nach 8 Monaten on the Road freuen wir uns sehr wieder nach Hause zu kommen. Familie, Freunde und die ein oder andere Hochzeit warten schon und wir freuen uns echt schon wieder rießig euch alle zu sehen!
Heute haben wir unser Auto beim Spediteur abgegeben und die Schlüssel dort gelassen. In den nächsten Tagen wird es uns dann in einem Container auf dem Wasserweg folgen. Die letzten Worte schreibe ich jetzt auf dem Flughafen mit Blick auf unser Flugzeug. Bald schon, ganz bald sind wir wieder daheim. Und wenn wir die Zeit finden schreiben wir dann noch eine kleine Zusammenfassung mit unseren Tops und Flops und wie es bei uns dann weitergeht. Falls ihr Interesse an einem kleinen Erzählabend habt schreibt uns doch bitte kurz eine Mail dass wir wissen wen es interessieren würde. meile[at]meilenweit.reisen
Bis bald. Grüße (noch) aus Afrika.

weiterlesen
Tansania
Dünen, Canyon und Kanutour

Der größte Nationalpark Afrikas erstreckt sich auf knapp 50.000 km²  zwischen Swakopmund und Windhoek bis runter nach Lüderitz. Neben der ältesten Wüste der Welt, der Namib, schließt das Schutzgebiet das Naukluftgebirge mit ein. Am berühmtesten sind allerdings die rießigen Sanddünen um Sossusvlei, welche auf keiner Namibiarundfahrt fehlen darf. Dünen hatten wir schon in Marokko und daher zog es uns gar nicht allzu sehr dorthin, sondern uns reizte mehr der einsame und karge Norden des Parks. Die meisten Touris und Tourbusse durchqueren diesen Teil auf den beiden Hauptstraßen ohne davon abzuweichen. Die weit verstreuten Campingmöglichkeiten sind einfach: ohne Strom und Wasser und müssen nicht einmal vorgebucht werden. Im Parkbüro muss man lediglich ein Permit für den Eintritt und die Übernachtung entrichten, wo bzw. auf welchem Campingplatz man allerdings schläft, ist egal. Wir hatten den Tipp bekommen, zum Campside RockArch zu fahren. Eine große Felsbrücke unter der man direkt campen kann. Wir hofften sehr, dass niemand dort sei und waren schon enttäuscht, als wir bei der Anfahrt ein Auto parken sahen. Doch zu unserem Glück gibt es dort zwei Campingplätze und den schöneren der beiden hatten sie (für uns?) freigelassen! Der Platz wird wohl einer der besonderen unserer gesamten Reise sein! Im Reiseführer hatten wir von einem kleinen Wanderweg gelesen und tatsächlich ein Schild dazu gefunden, welches die Route auf ca. 4-5 Stunden beschrieb. Der Weg sei mit Oryx-Spuren markiert. Also Rucksack auf und los. Zuerst geht es in einem ausgetrockneten Flussbett hinunter und irgendwann ein anderes wieder hinauf. Die Markierungen waren spärlich. Dank GPS fanden wir die Abzweigung. Doch auch das zweite Flussbett muss irgendwann verlassen werden, um das Dreieck der Wanderung zu schließen. Und hier waren sie plötzlich zu sehen. Alle paar Meter gab es eine Markierung. Bis sie so plötzlich wie sie aufgetaucht sind auch wieder weg waren. Querfeldein ging es dann über Zebrapfade zurück über die steinigen Berghänge. Auf den ersten und wohl auch auf den zweiten Blick wirkt die Namib öde und karg. Doch gerade auf dieser Wanderung sahen wir die Details: viele verschiedene kleine Blüten, besonders angepasste Büsche und Sträucher. Die wohl außergewöhnlichste ist die Welwetschia. Eine ganz besondere Überlebenskünstlerin in der heißen und trockenen Wüste. Das älteste ca. 2000 Jahre alte Exemplar wurde leider von Touristen abgebrannt. Das nächstälteste mit ca. 1500 Jahren wird seither mit einem großen Zaun geschützt. Denn selbst durch zu nahes heranlaufen zerstört man die feinen Wurzeln dicht unter der Oberfläche rings um die Pflanze.
Auf unserem Weg in den Süden führt uns der Weg an den Dünen eh vorbei und wenn alle Touristen dort stoppen muss es ja schon irgendetwas cooles zu sehen geben. Also machten wir auch einen kurzen Stopp. Und der hat sich gelohnt! Nach einer schönen Wanderung im Sesriemcanyon haben wir uns verhältnismäßig spät auf den Weg zu den Dünen gemacht. Die meisten brechen vor Sonnenaufgang auf um im schönen Licht der Morgensonne fotografieren zu können. Außerdem wird es im Sommer mittags unerträglich heiß. Aber wir reißen im Winter, daher bietet sich die Abendstimmung umso mehr an. In einem Flusstal, dem Sossusvlei, fährt man Tief zwischen den Dünen hinein. Die letzten 6km sind dann nur noch mit Allrad zu bewältigen. Und von dort geht es dann nur noch zu Fuß weiter. Zur rechten erhebt sich BigMama und zur linken die wohl höchste Düne der Welt: BigDaddy. Und zu deren Füßen bereitet sich das spektakuläre Deadvlei aus. Die weißliche Tonpfanne mit ihren abgestorbenen Akazienbäumen bietet einen wunderschönen Kontrast zu den orangefarbenen Dünen und dem blauen Himmel. Es war noch nicht all zu spät und wir noch fitt und motiviert, also rauf auf BigDaddy. Nur über den Dünenkamm gelangt man nach oben, an den Flanken ist der Sand zu weich. Aber selbst hier geht man 2 Schritte und automatisch einen wieder zurück. Im Sand wandern kann soooooo anstrengend sein! Und bei der Hälfte waren wir kurz davor aufzugeben. Aber der Ausblick von Oben lohnt jede Strapaze. Und erst der Abstieg! Einfach loslaufen, die steilste Seite runter. Rennen, hüpfen und weich landen. Und das fast ohne Ende. Lang war der Aufstieg und Spaß macht der Abstieg ;-)
Ein weiteres Superlativ Namibias liegt weitere 500 km südlich. Der zweitgrößte Canyon der Welt (nach dem Grand Canyon Amerikas): der Fish River Canyon. Auch hier führt uns unser Weg quasi vorbei. Doch hier wurden wir etwas enttäuscht. Mit dem Auto darf man bis an den Rand des Canyons heranfahren und hat von dort einen grandiosen Blick hinab. Aber nur der Blick darf hinabschweifen, der Abstieg in den Canyon ist Tagesbesuchern strengstens verboten. Vielleicht ist das Naturwunder in den Morgenstunden beindruckender, aber wir waren uns einig, dass man diesen Punkt auf einer kurzen Namibiareise getrost auslassen kann.
Bevor wir nach Hause fliegen und bald in einer Großstadt leben, gönnten wir uns zum Abschluss unserer Reise noch ein kleines Highlight. Auf dem Grenzfluss zwischen Namibia und Südafrika schlossen wir uns einer 4 Tages „Raftingtour“ an. Bossi, unser Guide und Koch, und Creesen & Astrid, ein Südafrikaner indischer Abstammung und seine norwegische Frau, waren unsere netten Kanu-Reisegefährten. 3 Nächte schliefen wir auf Sandbänken direkt am Fluss. Bossi verköstigte uns drei Mal am Tag hervorragend und dazwischen paddelten wir in der schön warmen Mittagssonne den Orangefluss hinunter. Die einzelnen Rapids/Stromschnellen machen den Trip etwas aufregend, doch wir blieben bis zum Schluss „trocken“ ;-) Ein paar Affen, Wildpferde und vereinzelte Herden Ziegen bevölkerten die Ufer des Flusses. Dicht hinter dem schmalen Streifen Grün erheben sich karge steinige Berge. Zwei verlassene Diamantenminen gab es zu erkunden. Und am Ausstieg fühlten wir uns schon wie zuhause im Neckartal: überall Weinberge. Auf den Herbst zuhause freuen wir uns schon!

weiterlesen
Tansania
in der Einsamkeit Namibias

Wie auf einer Achterbahn kam uns die Fahrt entlang des Grenzflusses Kunene vor. Die wohl erst kürzlich ausgebaute Kiesstraße führte immer wieder steil hinab, unten über einen Bach und wieder steil hinauf. Während sich links die karge Wüstenlandschaft erstreckt, schlängelt sich rechts das grüne Band des Flusses durch die Landschaft. Nur vereinzelt sieht man Himbas mit ihren Herden. Die Himbas sind eins der wenigen Naturvölker, die noch recht traditionell leben. An der Kleidung, oder bessergesagt der fehlenden Oberbekleidung der Frauen erkennt man die Himbas gut. Um sich vor der Sonne zu schützen schmieren sie sich mit einem Gemisch aus roter Erde und Fett ein. Die Haare der Frauen sind ebenfalls mit einer roten Lehmschicht bedeckt. Auf einem von Himbas geführten kleinen Campingplatz verbrachten wir die Nacht unter Palmen am Ufer des Kunene.
Nicht viele Touristen verschlägt es hier ganz in den Norden des Landes, obwohl es hier einen schönen Wasserfall: die Epupafalls, gibt. Nicht so groß und spektakulär zwar wie die Viktoriafälle, aber dennoch beeindruckend. Wie in einer Oase der Sahara kamen wir uns hier vor. Wasser bringt leben. Das sieht man hier ganz deutlich. Verlässt man den Fluss nur einige hundert Meter, ist alles trocken und karg. Dementsprechend dünn ist das Land hier besiedelt. Unterhalb von Opuwo bogen wir Richtung Osten ab. Wir hatten viel von der Schönheit und Einsamkeit dieses Landstriches gehört. Stunden fuhren wir hier durch die Landschaft ohne einen Menschen zu sehen. Die Fahrt ging entlang des  Khumib Flussbettes. Strauße, Springböcke, Oryxantilopen, Giraffen und Zebras sahen wir hin und wieder. Über einen kleinen Pass gelangten wir wieder ins Hoanibflussbett und folgten diesen bis nach Puros. Hier stratet ein wirklich empfehlenswerter Abschnitt, der Puroscanyon. Hatte bisher der Hoarusibfluss kein Wasser, fließt hier ein kleiner Bach im breiten Flussbett. Links und rechts steigen die Felswände steil an und im Canyon heißt es deshalb ständig den Bach zu queren um mal inks und mal rechts entlangzufahren, Die einsame Nacht mitten im Canyon gehört sicher zu einer unserer Highlights. Vom Ende des Canyons gings wieder durch eine unendliche Weite der Namibwüste bis hin zum Hoanibflussbett. Man sieht zwar kein Wasser fließen, kann aber dennoch erahnen dass der Fluss hier unterirdisch fließt, da im gesamten Flussbereich große saftig grüne Bäume stehen. Hatten wir bisher vergeblich nach den Bergelefanten ausschaugehalten hofften wir sie wenigstens hier auf dem letzten Abschnitt zu sehen. Doch leider waren wieder nur die (teilweise) frischen Spuren und Hinterlassenschaften zu sehen. Nicht auf einer Straße, sondern direkt im ausgetrockneten Flussbett zu fahren ist schon sehr besonders. Dazu die Affen, Giraffen, Strauße und Antilopen, da will man gar nicht mehr raus auf „normale“ Wege. Auf dem GPS war ein Aussichtspunkt eingezeichnet mit einer Straße dorthin, also gings kurz raus aus dem Flussbett und rauf auf den Hügel. Doch der Weg war steiler als gedacht, die Drehzahl sank, die Power ließ nach. Dumm dass wir gerade jetzt seit einigen Kilometern Probleme mit den Bremsen haben, die Dichtungen der Bremskolben sind wohl undicht, sodass der Druck im Bremssystem fehlt und man erst ein, zweimal pumpen muss um eine Bremswirkung zu erhalten. Aber gerade am steilen Berg stehen, die Steine unter dem Auto rutschen hören und merken, das Auto schafft es nicht, da bekommt man Panik. Also schnell rauf auf die Bremse und erstmal durchatmen. Dumm wenn nichts bremst und das Auto langsam rückwärts rutscht. Rutscht. Rutscht. … Zweimal pumpen und die Bremsen greifen. Die Frau schreit. Der Puls rast. Nochmals gutgegangen. Kleine Übersetzung rein und vollends rauf auf den Berg. Und da sehen wir sie. Die seltenen Bergelefanten. Unten im Flussbett, genau zu unseren Füßen, sehen wir die 14 Elefanten. Einige besprühen sich mit Staub, eine Mutter hilft ihrem Baby die Böschung hinauf und einige andere fressen genüsslich am Grün des Flusslaufes. Wunderschön können wir sie von hier oben beobachten ohne sie dabei zu stören. Was für ein toller Abschnitt unserer abendteuerlichen Offroadtour. In Sesfontain (sechs Quellen) erreichen wir wieder die Zivilisation (wenigstens einigermaßen) und verbringen die nächste Nacht auf dem Communitycampsite in der Kowaribschlucht. Hier genießen wir wieder eine richtig heiße Dusche und den Blick direkt von unserem Zeltplatz über das Flusstal.
Der schnellste und einfachste Weg von hier nach Swakopmund führt uns durch den sagenumwobenen Skeletton Coast Nationalpark. Leider gibt es hier keine Campingplätze im Park und wir müssen im Transit hindurch. Auch ist das Verlassen der Straße verboten und es gibt kaum Möglichkeiten bis ans Meer zu fahren. Mit Touren ist es wohl erlaubt direkt zwischen Dünen und Meer entlangzufahren (zumindest sehen wir unzählige Spuren). Wir begnügen uns mit der Erinnerung an Mauretanien und einem Spaziergang an den Strand. Etwas südlich vom Park liegt Cape Cross. Hier lebt die größte Robbenkolonie Namibias. Im Reiseführer wird vor dem Geruch gewarnt, aber Worte können das nicht beschreiben. Hatten wir einige Tierchen erwartet und vielleicht etwas Geruchsbelästigung waren wir etwas überrascht von den zig Tausend Tieren und dem Atemraubenden Gestank. Um an den Strand zu kommen oder von dort zu ihrem Lieblingsplatz steigen sie einfach über alle anderen Tiere drüber. Was für ein Geschrei hier herrscht. Die Population wird hier mit  60000-100000 tausend Tiere angegeben. Soweit das Auge reicht Robben. An Land und im Wasser. Und dazwischen einige Fotogierige Touristen. Und wir ;-)
Von hier ist es dann nicht mehr weit ins kleine deutsche Ostseestädchen Swakopmund. Nicht wirklich an der Ostsee, aber doch fast wie in Deutschland fühlen wir uns hier. Gehwege, eine Strandpromenade, Fachwerkhäuser und Butterbrezeln. Und das Wetter wie an der Ostsee. Neblig nass und kalt. Zum Glück reißt mittags der Himmel auf und es wird wärmer. Wir genießen das kleine Städtchen, gehen Essen und einkaufen und lassen das Auto (wiedermal) reparieren.
Von hier geht’s weiter im Endspurt gen Süden. Nur noch drei Wochen bleiben uns. Wir sehen uns bald!!!

weiterlesen
Tansania
wo sind wir?

Bei all dem Aufgezählten fragt sich manch einer ob wir schon zurück sind und uns im Schwarzwald verstecken. Nein sind wir nicht. Unser Rückflug geht erst am 21. August, solange genießen wir es noch Neues zu entdecken. Gerade sind wir dabei Namibia unsicher zu machen. In der Hauptstadt Windhoek hatten wir erstmal einen leichten Kulturschock. Soviel Deutsch hätten wir im tiefen Afrika nicht erwartet. Die Geschichte hat hier deutlich ihre Spuren hinterlassen. Und wir haben es genossen wieder vertrautes geliebtes zu essen und etwas deutsch zu sprechen! Die Stadt bietet tatsächlich, anders als „normale“ afrikanische Großstädte, Sehenswertes und die Möglichkeit auf Gehwegen durch die Stadt zu bummeln. Leckere Kaffees, historische Gebäude, neue Museen und schöne Souvenirshops. Im Stadtbekanntesten Biergarten Joe’s Beerhouse haben wir den Wildspieß gekostet (Springbock, Oryx, Zebra, Kudu) und am nächsten Abend haben wir uns im Ausbildungsrestaurant NICE mit sternewürdiger Küche verköstigen lassen.
Die Landschaft Namibias ist geprägt von Zäunen. Überall. An jeder Straße entlang. Große und kleinere. Sie teilen das Land in Farmen. Und auf den Farmen in verschiedene Weideabschnitte. Durch Freunde hatten wir die Möglichkeit hautnah in ein Farmleben einzutauchen. Die Deutschen Heidrun und Thomas führen eine kleine Farm östlich von Okahandja mit Ziegen und Rindern und dem natürlich vorkommenden Wild. Hunde, Hühner, Hasen, Gänse, Esel, Enten und Pferde gehören mit zur Farmfamilie. Obwohl wir für sie völlig fremd waren wurden wir herzlich aufgenommen, durften mit zur Kontrollfahrt über das Farmgelände, helfen die Ziegenbabys füttern, Oryxsteak und Schwarzbrot genießen und mit Unterstützung zwei gebrochene Federn am Auto tauschen. Viele Infos über das Land und das Farmleben konnten wir so bekommen. Viel zu schnell zog es uns weiter gen Norden. Aufgrund der kalten Nächte im südlichen Botswana wollen wir lieber noch etwas Zeit im warmen Norden des Landes verbringen und Philina im äußersten Norden besuchen. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Stopp am Klettereldorado und Nationalmonument Namibias, der Spitzkoppe. Mitten in der flachen Landschaft erhebt sich das Matterhorn Namibias einige hundert Meter gen Himmel. Auf den Felsen drum rum kann man wunderschön kraxeln und Klettern. In der Abendstimmung erkletterten wir in einer ruhigen Minute den „rock arch“. Doch als wir gerade oben waren und uns abseilen wollten kamen zwei große Touribusse und wir waren nicht mehr allein. Den zweiten Stopp machten wir am einzigen Weltkulturerbe Namibias. Die Felsgravuren von Twyfelfontain sind wohl einige tausend Jahre alt und zeigen verschiedenste Tiere und Spuren. Die miesen Wellblechpisten dorthin setzten unserem Auto zu. Ein Kabel scheuerte durch und ließ die Sicherung knallen, die Bremsbelege verabschiedeten sich und unser Grillrost liegt jetzt irgendwo auf der Strecke. Waren wir froh als wir wieder bessere Pisten und dann sogar Teerstraße unter die Ränder bekommen haben!
Über ein freiwilliges Jahr hat es unsere Freundin Philina ins letzte Eck Namibias nach Ruacana verschlagen. Dort hilft sie im Sportunterricht einer privaten Internatsschule für benachteiligte Kinder (5-9 Jahre). Da sie auf dem Gelände wohnt verbringt sie viel Zeit mit den Kindern und hat sie und die sie sichtlich ins Herz geschlossen. Wir wurden auch hier herzlich willkommen geheißen mit Liedern der Kinder und einer Privataudienz beim Rektor ;-)
Von hier geht’s für uns tief hinein ins einsame Namibia auf dem Weg Richtung Swakopmund. Von dort gibt’s dann den nächsten Bericht.

weiterlesen
Tansania
Netball Youth Cup

Noch in Rakops ergab es sich, dass in Maun ein Pärchen gefunden wurde, mit dem wir uns einen Flug übers Delta teilen konnten. Also hieß es in aller Frühe wieder zurück nach Maun. Das Okavango Delta von oben zu sehen, die Giraffen, Elefanten, Hippos und alle möglichen Böcke als Stecknadeln in der Weite der verzweigten Kanäle war faszinierend. Bis zur Hälfte konnten wir den Flug beide richtig genießen, die zweite Hälfte erging es Samuel nicht mehr ganz so gut.
Den erneuten Stopp in Maun nutzen wir, um Öl und Filter zu wechseln, unsere Delle vorne auszubeulen und unseren Dachgepäckträger zu stabilisieren. So können wir mit unserem frisch gerichteten Landy die weitere Fahrt in Richtung Gabs antreten.
Welcome back home! Neue Shoppingmalls, neue Häuser, alte Gesichter. Wir durften sogar im Hof von Samuels altem Haus campen und alte Freunde treffen. Nando’s, Bull&Bush und OBC (OpenBaptistChurch) durften natürlich nicht fehlen. Auch ein Besuch bei Mma Mogapi, bei der Samuel 2009 eine Art Jungschar geleitet hatte, und das Erklimmen des legendären Hausberges Kgali Hill konnten wir einrichten. Die Stadt war im Fieber: Netball. Der Youth World Cup im Netball wurde gerade jetzt in Gaberone ausgetragen. Das durften wir uns nicht entgehen lassen und so kauften wir uns spontan Tickets und sahen das erste mal den Sport Netball. Quasi die Frauenversion von Basketball nur ohne Brett geht es auf dem Feld ganz flott zu. Unter dem Korb allerdings fehlt der Speed, da hier nicht attackiert werden darf. Botswanas Mädels sind in diesem Tournier überraschend gut und der Support ziemlich groß und so tobte die Arena beim Spiel gegen Uganda. Leider eine knappe Niederlage.
Der Abschluss unserer Zeit in Botswana liegt ganz im Südwesten: der Kalagadi Transfrontierpark. Der Park mit der größten Löwendichte pro m² und der größten Einsamkeit. Zum Glück bekamen wir die letzten drei Campsides, wenn auch die schlechtesten, durften aber auf ein anderes umziehen, wenn wir ein freies fänden. Und tatsächlich waren gerade die schönsten für jeweils eine Nacht unbesetzt. Ein gigantischer Sternenhimmel jeden Abend, Campingstimmung am Lagerfeuer, Schnupfen und Löwen direkt am Auto: das war Botswana!!! Tschüss und auf Wiedersehen alte Heimat. Auf geht‘s ins afrikanische Deutschland: Namibia.

weiterlesen
Tansania
Back home

Nach vier Wochen, in denen wir zu viert unterwegs waren, heißt es nun die letzten 8 Wochen wieder alleine zu bestreiten. Glücklicherweise waren wir gar nicht so alleine wie gedacht. Melanie und Thomas, die wir schon davor im Nationalpark getroffen hatten, haben uns in den nächsten Tagen Gesellschaft geleistet. Direkt am Fluss lag der kleine und belebte Campingplatz. Wir hatten genug Zeit um Einkäufe zu erledigen, die weitere Route zu planen, zum Quatschen und aufräumen. Wir machten uns bereits eine Nacht vor Thomas und Melanie auf die Fahrt in das Zentral Kalahari Game Reserve. Es bedeckt eine Fläche von 52800km² und ist somit das größte unter Naturschutz stehende Gebiet Afrikas. Wer glaubt das die Kalahari von Sand bedeckt ist, wie man das von einer Wüste erwartet, irrt sich. Die Vegetation ist vor allem von Savanne und Buschlandschaft geprägt, das faszinierende sind die (Salz-) Pfannen die sich immer wieder kilometerweit in der Ebene erstrecken. Eine Weite und Stille wie wir sie sonst fast nie erlebt haben. Hier verbrachten wir zwei schöne Nächte mit Melanie und Thomas und auch wenn wir weder Löwen noch Leoparden zu Gesicht bekommen haben, haben uns die seltenen Erdwölfe, die Löffelhunde und der atemberaubende Sonnenuntergang voll und ganz beeindruckt.
Ca.3h südlich von Maun liegt das kleine Städtchen Rakops. Samuel hat hier während seiner Zeit in Botswana geholfen eine Schule zu bauen. Unsere Anlaufstelle war John Walters und seine Familie. Gleich der Empfang war herzlich-turbulent afrikanisch. John ist mittlerweile verheiratet und hat zwei kleine Töchter (Joanna 3, Hannah 6 Monate). Der ganze Hof wimmelte von spielenden Kindern, einige Männer saßen auf der Terrasse und im Wohnzimmer versuchte die Haushälterin zwischen all den tausend Spielsachen und den Frauen sauber zu machen. Und obwohl wir gerade vom Mittagessen kamen, konnten wir das Mittagessen von Johns Frau nicht ausschlagen. 3 Tage bei einer "afrikanischen" Familie (John ist Brite lebt aber seit 30 Jahren als Missionar in Botswana) mitzuerleben war für uns total spannend. Neben der Rundumversorgung gehörten auch das Kinderhüten, Rasenmähen und der einheimische Gottesdienst zum Programm.

Unserem normalen Rhythmus folgend, standen wir auch an diesem Sonntag um 7 auf. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einigen Seiten lesen, machten wir uns zu Fuß auf in den Gottesdienst einmal quer durchs Dorf und Samuel entdeckte sogar seine kleine Hütte in der er 2009 wohnte. Das wir um 10:20 (10:30 ist Gottesdienst beginn) noch die einzigen an der Schule waren, wunderte uns nicht. Wir nutzten die Zeit und schauten uns die Schule an, an der Samuel mitgeholfen hatte. Als dieser Rundgang allerdings nach 20 Minuten erledigt war, lies sich noch immer niemand blicken. So saßen wir in der Sonne und warteten und warteten. "Sie hätten uns ja wohl Bescheid gegeben wenn der Gottesdienst ausfällt, meinst du nicht??" Um 11:15 trudelte dann als erster John mit seiner Familie und einer Schar Kinder ein. Ganze eineinhalb Stunden später haben wir mit dem erstenn Lied begonnen, wer jedoch glaubt, dass da alle schon da waren täuscht sich. Fast während des gesamten Gottesdienstes kamen noch welche dazu, Afrika eben. Zurück zu Hause genossen wir um 15:00 unser Mittagessen: Maisbrei mit Hühnchen. Wenn der Gottesdienst eben erst um 14:00 aus ist verschiebt sich natürlich auch das Mittagessen. Auch am Nachmittag waren wieder etliche Kinder zum Spielen da und sorgten für Stimmung. Gegen Abend, als sich Joanna endlich von ihrer letzten Freundin trennen musste, sie drehten ungefähr drei Runden mit ihren Mütter von Hoftor zum Kinderzimmer bis die zwei Mädels sich endlich dazu überreden ließen , kehrte endlich etwas Ruhe ein. Anschließend genossen wir den Abend in der Familie. Samuel zeigte Joanna unsere Tierbilder und lies sie raten wie die Tiere heißen und Hannah versuchte die kleine Hannah in den Schlaf zu singen was ihr nach einiger Zeit sogar gelang.

weiterlesen
Tansania
Johnsen kennt sie alle

2016 töteten Wilderer 1000 Nashörener allein in Südafrika. Die Tiere stehen daher auf der roten Liste der vom aussterben bedrohten Tiere. Die wenigen verbleibenden Nashörner in Sambia genießen daher höchste Bewachung. 24/7 sind bewaffnete Ranger in der Nähe. Im Lusaka Nationalpark dürfen die beiden Breitmaulnashörner an normalen Tagen in ihren großen Freilauf, am Wochenende und an Feiertagen werden sie dagegen im kleinen Gehege gehalten, um besser von Touristen gesehen werden zu können. Für uns machte es daher eher den Eindruck eines Zoos, als eines Nationalparks. Beeindruckend war aber die Nähe, die wir zu den riesigen Tieren haben konnten. Selbst streicheln ließ sich das Weibchen der beiden. Nashörner sind wohl auch das am schwersten in freier Wildbahn zu sehende Tier der Big Five (Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard). Im sonst so Tierreichen Chobe Nationalpark gibt es leider keine. Um Gerhards Wunsch auf die BigFive zu erfüllen, begann unser Safariurlaub mit den beiden bereits in Sambia. In Livingston erstreckt sich der kleine Nationalpark „…“ entlang des Sambesi. Die Besonderheit des Parks: freilebende Nashörner, zu denen man mit den Rangern zu Fuß begleitet wird. Bis wir allerdings die Ranger gefunden hatten war einiges Zick-Zack-Fahren nötig ;-) Aber es hat sich gelohnt. Bis auf 10 Meter konnten wir an ein männliches Breitmaulnashorn heranlaufen und es beim „faul-unter-dem-Baum-liegen“ fotografieren. Auch die ersten einzelne Büffel, Antilopen und Zebras gab es hier zu sehen.
Das dritte der BigFive gab es bereits am nächsten Abend auf dem Evening-Boatscruise zu sehen: Elefanten. Bekannt ist der Chobe Nationalpark für seine großen Herden von Tieren. Hatten wir bisher noch keine Giraffen entdeckt änderte sich dies nach einer Kurve. Über die weite Ebene hin konnten wir zig Giraffen, einige Elefanten, Zebras und Impalas bewundern.  War Samuel sich anfangs nicht sicher, ob es denn überhaupt Zebras im Chobe gäbe, sind wir uns jetzt sicher, es gibt sie. Und zwar zu Hauf. Die erste Nacht im Nationalpark verbrachten wir auf einem Campingplatz im Park. Sahen wir die Büffelherde am Vorabend noch am Fluss, durchstreiften die unzähligen Tiere am nächsten Morgen das Camp. Hunderte Büffel schauten uns mit ihren treudoofen Riesenaugen an, als wir morgens noch schnell aufs Klo wollten.
Jetzt fehlten also noch die beiden Katzen, um die BigFive gesehen zu haben. Schon auf dem Weg zum Savuti entdeckten wir die ersten Löwen unter einem Busch am Wegrand. Faul lag dort ein Männchen mit zwei Weibchen. Weitere Löwen entdeckten wir am Wasserloch und auf dem Weg dorthin. In einem genialen Morning-Drive bekamen Gerhard und Birgitt dann auch noch Geparden und eine Leopardin zu Gesicht. Wir leider nicht. Dafür hatten wir ein spannendes Erlebnis abends am Lagerfeuer. Wir hatten zufällig zwei Schweizer am Gate zum Chobe getroffen und tags drauf trafen wir sie im gleichen Campingplatz wieder vor. Spontan blieben wir zum gemeinsamen Abendessen auf ihrem Campesite. Das ferne Löwengebrüll wurde immer lauter und fast ständig leuchtete einer von uns ins Gebüsch, aus Angst, die Löwen würden gleich bei uns sein. Plötzlich berührte Hannah etwas an den Beinen und als ich hin leuchtete sprangen wir alle auf. Nur Hannah blieb erstarrt sitzen. Genau zwischen ihren Füßen hatte eine giftige Puffotter eine Maus geschnappt und fing an sie zu verschlingen. Der Abend war für uns gelaufen. Löwen und Schlangen zu nah ;-).
Wildhunde hatten uns schon in Sambia fasziniert. Sie sind noch mehr vom Aussterben bedroht als Nashörner. Umso mehr freuten wir uns sie im Moremi Nationalpark morgens in Khwai zu entdecken. Ein paar Minuten konnten wir die Tiere verfolgen bevor wir sie in den Busch ziehen lassen mussten. Am Nachmittag erzählten uns die Ranger dann, dass die Wildhunde nur eine knappe halbe Stunde später ein Impala direkt an der Brücke gerissen hatten. Etwas ärgerten wir uns dieses Spektakel verpasst zu haben. Der Abenddrive war leider wieder erfolglos und wir kamen früher als gedacht ins Camp zurück und fanden die Windhunde nochmals jagend vor. Dieses mal wollten wir den Riss nicht verpassen. Also fuhren wir kreuz und quer die Wege entlang um die Hunde nicht zu verlieren. Doch dauerte es nicht allzu lang, dann waren sie weg. Frustriert fuhren wir zum Camp zurück. Und keine 10m von unserem  Zelt entfernt zankten sich die 12 Wildhunde um die letzten Fetzten. Einer verteidigte den Kopf, andere kauten auf den Knochen rum. Absolut faszinierend. Auf ein Feuer wollten wir diesen Abend dann auch nicht verzichten…

 

weiterlesen
Tansania
von den Victoriafalls bis nach Maun

Doch bevor sie gehen konnten mussten sie erstmal kommen. Und sie ließen auf sich warten. Hannah wurde schon richtig nervös am Flughafen, als immer mehr Gäste den Flughafen verließen, aber es von den Eltern keine Spur gab. Als letztes in der Zoll-Schlange hat es einfach kurz gebraucht. Und dann war das Wiedersehen umso herzlicher! Am Tag zuvor hatten wir schon mal alles ausgecheckt , wo liegt ihr Hotel, wo gibt es ein nettes Restaurant fürs Abendessen und wo können wir am besten Souvenirs shoppen. Fürs Auto gabs noch neue Gummis für die Stoßdämpfer und für uns einen netten Campingplatz. Wie kleine Tourguides haben wir uns dann gefühlt, als wir die zwei voller Stolz rumführten und ihnen bei einer Village-Tour, einem geführten Dorfrundgang, Afrika näherbringen konnten. Von ihrem Hotel aus konnten wir zu Fuß und ohne Eintritt die unglaublichen und spektakulären Victoriafälle besuchen. Eins der 7 Naturweltwunder lohnt jeden Besuch. Die Gischt ist schon Kilometer vorher zu sehen und an manchen Stellen des Rundweges fühlt man sich wie im Platzregen oder im tropischen Regenwald. Selbst einen Doppelregenbogen kann man bestaunen. Unglaublich wieviel Wasser hier, bis zu 100 Meter hinab stürzen. Die Sambianer sind excelente Holzschnitzer und so mussten wir UND die Beiden das ein oder andere Souvenir einkaufen. An Samuels Geburtstag stand dann noch eine Herausforderung auf dem Reiseplan: der Fähr-Grenzübergang bei Kanzungula. Berüchtigt für die komplizierte Abwicklung und unzähligen Schlepper machte er uns etwas Kopfschmerzen. Als 31. Grenzposten unserer Reise unterschied er sich doch nicht von vielen anderen Westafrikanischen. Viel schneller und unkomplizierter als gedacht waren wir durch und warteten auf die Fähre. Doch anstatt fünf, war heute nur eine einzige Fähre in Betrieb und als wir an der Reihe waren überzusetzten hatte sie „plötzlich“ einen Pumpenschaden. Den Gerüchten nach waren wohl die Chefs des Fährbetriebes gerade zu Besuch und ihnen musste vorgegaukelt werden, wie wenig doch zu verdienen sei. Nicht dass die geringen Einnahmen in Frage gestellt würden. Nur 13 LKWs schafften sie deshalb an einem Tag. Die Schlange war dementsprechend lang und bis zu einer Woche Wartezeit für die Trucker wohl normal. Wir schafften es zum Glück auf die nächste „Ersatzfähre“.
Ein Geburtstagsgeschenk erreichte uns per Mail. Samuels Bewerbung zum Master „Energieeffizientes und umweltbewusstes Bauen“ in München war erfolgreich! Ab Herbst werden wir daher für mindestens zwei Jahre dorthin ziehen. Jetzt heißt es einen Job für Hannah und eine gemütliche Wohnung zu finden. Über Hilfe und Tipps freuen wir uns!!!
Schon 2009 hatte Samuel die Chobe River Lodge beeindruckt. Das große offene reetgedeckte Holzdach überspannt, direkt am Chobe-Fluss, das Restaurant in dem wir ein fantastisches Buffett genießen durften. Impalafleisch, Fisch und alles was das Herz begehrt. Mindestens sieben mal ist Samuel gelaufen um Nachschlag zu holen ;-)
Bisher sind wir zu viert im Auto unterwegs gewesen, aber ab Kasane hatten Gerhard und Birgitt einen Mietwagen. Einen fetten Ford Ranger. Als Kolonne konnten wir so in die Wildniss der Nationalparks vordringen. Die erste Nacht im Chobe Nationalpark war spannend, da wir unser Dachzelt räumten und den beiden überließen. Mitten im Busch unter einem fantastischen Sternenhimmel verbrachten wir die Nacht. Hyänen umschlichen abends das Lager und morgens durchzog eine Büffelherde mit einigen hundert Tieren das Camp! Aber die Wildniss hat auch seinen Preis. Auf Luxus muss weitgehendst verzichtet werden und die Straßen sind schlecht und teilweise tiefsandig. Als Offroadanfänger und mit geringer Bodenfreiheit blieb es nicht aus, im Sand stecken zu bleiben. Etwas weiter gab es einen platten Reifen und die Krönung machte eine Brückenüberfahrt kurz vor Kwhai, dem Eingang zum Moremi Gamereserv. Die spannende Holzkonstruktion mangelte schon etwas an Vertrauen in die Sicherheit und war dazu so schmal, dass die Reifen rechts und links streiften. Und mit der Anfahrschwierigkeit verwechselt hing das Auto plötzlich mit einem Rad über dem Geländer. Wie bekommt man so ein Auto wieder zurück auf die Spur? Aber Afrikaner sind bekanntlich Meister des Improvisierens und da einige zufällig da waren, war schnell ein Lösungsversuch gefunden. Das Auto Aufbocken, das Vorderrad drehen, sodass es das Geländer zufassen bekommt und mit einem zweiten Wagen nach hinten wegziehen war die Lösung. Glücklicherweise kam just zur rechten Zeit der Guide der nächsten Unterkunft vorbei und half seinen neuen Gästen gleich mal aus der Patsche. Ohne Schaden haben wir dieses Abenteuer afrikanisch gemeistert! Die nächsten Brückenüber- und Wasserdurchquerungen waren dann ein Kinderspiel.
Leider schlitzen wir unseren Landy Reifen kurz vor Parkausgang dann noch auf und mussten somit unsere erste Reifenpanne auf den bisherigen 30000km verbuchen. Da auch der zweite Reifen schwächelte und auch die beiden vorderen an Profil zu wünschen übrig ließen gabs in Maun kurzerhand einen Satz (teure) neue Reifen. Hoffentlich haben wir für den Rest der Reise damit keine Probleme mehr.
Der Rest der gemeinsamen Reise und vor allem etwas zur Tierwelt gibt es im nächsten Eintrag. Sonst hätten wir euch einige schöne Tierbilder vorenthalten müssen. Ihr dürft euch darauf freuen!

 

weiterlesen
Tansania
und mal wieder Werkstatt

Die Grand-East-Road wurde in Abschnitten erst kürzlich durch europäische Entwicklungshilfe erneuert und dementsprechend war die Fahrt vom South Luangwa Nationalpark zurück nach Lusaka zuerst recht ruhig. Der Plan war etwa 70km vor der Hauptstadt nach Süden abzubiegen und eine etwas anspruchsvollere Strecke bis zum Sambesi zu meistern. Nach einer ruhigen Nacht irgendwo neben der Straße übernahm Hannah am nächsten Morgen das Steuer. Je nachdem wo man in unserem doch schon etwas in die Jahre gekommenen Landyfanten sitzt, hört sich alles anders an. Überall Klopft, Kratzt und Scheppert es. Hannah meinte noch, ob das Schlagen an diesem Morgen normal sei, aber wir hatten schon zu viele ungelöste Geräusche, dass wir es nicht weiter beachteten. Um die Raser etwas abzubremsen ist es auf den geteerten Straßen üblich schlafende Polizisten – Speed Bumps – einzubauen. Je nach Ausführungsart kann man diese schneller oder nicht so schnell überfahren. Nimmt man sie zu schnell fliegt alles im Auto hin und her. Doch dank Stoßdämpfer fängt sich das Auto normal schnell wieder. Doch an diesem Morgen war es anders. Zuerst hüpfte es ganz leicht vorne nach, bis es nach dem soundsovielten Huppel nicht mehr aufhören wollte mit hüpfen. Ein weiterfahren war kaum möglich und irgendetwas stimmte da gewaltig nicht mehr. Also hieß es anhalten und nachschauen. Und Mist, beide Stoßdämpfer vorne waren ausgebrochen, links sogar komplett mit Halterung und zusätzlich war die Feder hinten links gebrochen. Umplanen und ab in die Werkstatt nach Lusaka. Im Kriechtempo ging es die letzten Kilometer zu Carsten in die Werkstatt. Die Kommunikation war auf Deutsch einfach und das Problem schnell analysiert. Die Werkstatt lag nur wenige Kilometer von Flying Mission entfernt und so waren wir schneller wieder dort als gedacht. Aber wenigstens hatten die Mädels ein wunderschönes Gelände zum Entspannen, während Matthias und Samuel fleißig am Auto schrauben konnten. Carsten hatte so viel zu tun, dass er uns erst weiterschicken wollte, aber da wir anboten selbst schrauben zu können stellte er uns einen Schweißer an die Seite und schaute ab und zu vorbei um Tipps zu geben. Die Halterung für die Stoßdämpfer wurde aufwändig geschweißt und ist jetzt besser als zuvor. Und zwei Tage später konnte der Urlaub fortgesetzt werden. Diesmal wählten wir die gut ausgebaute Straße und so waren wir nach knapp 3 Stunden schon am Campingplatz. Schön unter Bäumen direkt am Kafue (kurz oberhalb der Mündung in den Sambesi) schlugen wir unsere Zelte für die nächsten 3 Nächte auf. Nochmals die Chance auf besondere Tierbeobachtung diese mal aus einer anderen Perspektive, wir chartern ein Boot. Den „Mighty-Sambesi“ ging es hinunter bis in den Nationalpark Lower Sambesi, vorbei an unzähligen Hippos, Krokodilen, Wasserböcken, bunten Vögel und planschenden Elefanten. Alles aus nächster Nähe vom Boot aus war ein unglaublich spannendes Erlebnis. Vor allem die im Wasser badenden und tobenden Elefanten haben uns beeindruckt. Sie ließen sich von unserer Anwesenheit kaum 10m entfernt nicht stören und ließen sich ins Wasser fallen, kämpften mit den Rüsseln und Stoßzähnen und genossen sichtlich ihr Leben. Und schneller als erhofft mussten wir die zwei dann schon wieder auf den Flughafen bringen. Schön wars mit euch!
Für uns geht’s weiter Richtung Livingston um dort Hannahs Eltern in 2 Tagen vom Flughafen abzuholen. Auch darauf freuen wir uns schon sehr!

weiterlesen
Tansania
Salto-MORDtalis vom Autodach

Bevor wir auf den vielversprechenden Titel eingehen, möchten wir chronologisch erzählen. Bei der Einreise mussten wir ganz schön schwitzen. Eine Steuer nach der anderen war fällig. Unsere Autoversicherung wurde nicht anerkannt und diskutieren half nichts. Willkommen zurück in Afrika. Die Ngonyewasserfälle waren unser erster Halt ín dem so unglaublich grünen Land. Die zweitgrößten Wasserfälle des Sambesi sind allerdings weniger spektakulier als sie klingen. Doch die Parkranger freundlich und die Nacht ruhig. Aufgrund des hohen Wasserstandes fuhr die Fähre am nächsten Tag nicht und dank des großen Umweges kamen wir nur wenig voran. Neben der Straße im Busch verbrachten wir die nächste Nacht bevor es an die Durchquerung des Kafue-Nationalparks, einer der größeten NP Afrikas, ging. Der Kafue-Fluss bildet die östliche Grenze und wir schlugen unser Nachtlager am Ufer auf. Ein Rudel Wildhunde waren bei der Anfahrt unser Highight. Ganz unerwartet lagen die sehr seltenen und schüchternen Tiere gemütlich auf dem Weg. Das Fell und die Ohren sind echt besonders bei diesen Tieren. Nach einer Nacht mit Hippos, Affen und Impalas mitten in der Wildniss gings auf zu FlyingMission in Lusaka. Samuel war vor fast 10 Jahren dort schonmal zu Besuch als er sein Zivildienst in Botswana gemacht hatte. Schon damals hat es ihm dort sehr gefallen und auch diesesmal wurden wir sehr herzlich willkommen geheißen und durften im Hof unser Zelt aufschlagen. Viel hat sich seither hier getan. Manches sah trotzdem noch so aus wie damals. Nach einem Tag Auto putzen und umräumen und einem gemütlichen Sonntag freuten wir uns rießig die zwei Bleichgesichter in Empfang nehmen zu können.

Vor lauter Trasch und Klatsch wurde ein unerwünschtes Foto von uns geschossen und wir mussten Strafe zahlen. Unser erstes Ziel war der hochgelobte South Luangwa Nationalpark im Osten des Landes. Das erste mal in Afrika vielen Desi fast die Augen aus dem Kopf bei all dem Anderen und Ungewöhnlichem. Zig Esel- und Ochsenkarren, lachende und winkende Kinder und die Landschaft wurden unzählige male fotografiert. Die Anreise dauerte zwei volle Tage und führte uns durch das Luangwatal über Straßen die immer kleiner wurden, bis nur noch ein Motoradpfad zu sehen war. Die Freundlichkeit der Sambianer wurde uns hier nochmals deutlich bewusst. Trotz einfacher Lebensweise wird hier Weniger gebettelt und trotzdem sind die Menschen sehr herzlich. Unsere Piste führte uns eine ganze Weile entlang der Nationalparkgrenze und so konnten wir schon hier mit der Safari beginnen! Elefanten, Giraffen, Zebras, Warzenschweine, Antilopen und Hippos sind hier ohne Parkgebühr zu bewundern. Vier Nächte verbrachten wir hier am schönen Wasserlauf des Luangwas. Matze und Desi durften sogar einen Löwen auf ihrem Nightdrive, einer geführten Safarifahrt nach Sonnenuntergang, sehen. Gemeinsam machten wir uns am nächsten Tag früh morgens auf in den Park, um in den Morgenstunden die besten Chancen auf faszinierende Tierbeobachtung zu bekommen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Zwei Hippos ganz dicht vor dem Wagen, Giraffen in wurfweite und ein paar Sekunden ein Leopard gehörten zu den besonderen Momenten. Doch am faszinierendsten war eine Hyäne. Von weitem hat sie Matze entdeckt und langsam haben wir uns genähert. Zuerst sah es aus, als liegt sie faul im Gras, doch nachdem alle anderen Safariautos weitergezogen waren schleppte sie ihre Beute über die Ebene. Direkt vor usnerem Auto musste sie ihren Fleischfetzten noch vor den Geiern verteidigen, bevor sie im Gestrüpp verschwand. Und jetzt zurück zur Überschrift. Um die beste Aussicht genießen zu können saßen wir Jungs auf dem Autodach. Vom unerwarteten Bremsen überrascht, bewies Matthias uns wiedereinmal seine akrobatischen Fähigkeiten. Im Salto segelte er über die Motorhaube, schaffte es dort noch das Fernglas unbeschädigt abzulegen bevor er auf den Beinen landete. Ohne Blessuren kam er allerdings nicht davon. Doch zum Glück war die Elefantenherde gerade vorbeigekommen und wir konnten ihn in Ruhe verarzten und verbinden. Wir sind sehr froh dass nichts ersthaftes passiert ist und Matthias mit einigen Schnitten und Schürfwunden davongekommen ist. 
Nach einer ruhigen Mittagspause war es uns kurz vor Abend nochmals vergönnt einen Leoparden zu sichten. Und nur wenige Meter vor dem Parktor wurden wir ganz zum Schluss noch von einem Rudel Wildhunde überrascht. Wohl nicht nur wir waren überrascht, sondern auch ein Hippo kam wohl zwischen die Bande und wurde unsanft weggejagt.

Das nächste Ziel sollte der Lower Zambesi Nationalpark werden. Doch leider wollte das Auto nicht. Mist.

weiterlesen
Tansania
eigentlich nur auf der Durchfahrt

Mit tropfendem Auto, plattem Reifen, kaputter Lenkung und geschwollenen Augen sind wir in Namibia eingefahren. Als erstes wollten wir deshalb eine Apotheke und eine gute Werkstatt finden um uns und das Auto wieder fit zu bekommen. Per Whatsapp hatten wir eine Diagnose und die nötigen Medikamente verschrieben und von Laura & Cemil eine Werkstatt empfohlen bekommen. Namibia ist riesen groß und hat nur ca. 2,5 Mio. Einwohner. Wir dachten also wir sind irgendwo in der Pampa und können froh sein, wenn wir irgendein ähnliches Medikament (wer weiß wie lange abgelaufen) in einer vergilbten Verpackung irgendwo aus einem Bretterverschlag bekommen. Weit weit gefehlt. Die Apotheke die wir betraten war größer und moderner als alle die wir bisher in Deutschland gesehen haben! Drogeriemarkt, Babyshop, Tiermedizin, Beautiysalon, Impfstube und Apotheke alles in einem. Ein Roboter im Glaskäfig holt die beorderten Medis und überall an der Decke hängen Überwachungskameras und Klimageräte. Und dazu entpuppt sich der Dorfapotheker als äußerst fähiger Mediziner, dessen Diagnose sich mit der unseres Reisedoktors deckte und der uns super beraten hat und uns auch ohne Rezept unser nötiges Antibiotika gegeben hat. Als zwei Tage später noch die Beulenpest einsetzte, kamen wir wieder zu ihm zurück und er gab uns eine passende Salbe. All die Symptome waren wohl Staphylokokken, wo wir diese herhaben wissen wir nicht, aber inzwischen haben wir das böse Bakterium bekämpft und gesiegt! Wir waren außerdem im größten Ballungsgebiet Namibias, der Hauptstadt des Nordens und der 5 größten Stadt des Landes gelandet, also nicht irgendwo auf dem Dorf. Die Werkstatt war fast nebenan und auch dort hat uns Josef sehr sehr kompetent betreut und unser Auto repariert. Leider kamen wir samstagmorgens an und auch in Namibia wird sonntags nicht gearbeitet (und samstags nur halbtags) und so mussten wir notgedrungen übers WE in den nahgelegenen Etosha Nationalpark fahren ;-) Nichts gebucht und nur als Spontantrip genossen wir die Nacht vor dem Parkbesuch im angrenzenden privaten Gamereserve mit eigenen sanitären Anlagen, heißer Dusche und Pool. Vom dazugehörigen Restaurant hat man einen Blick auf das Hauseigene (nachts beleuchtete) Wasserloch. Mit Öffnung des Parkes stürmten wir dann morgens früh in den Park. Schon auf der Zufahrt stand die erste Giraffe neben der Straße und gleich nach dem ersten Camp lag ein großer Löwenpapa hinter einem Baum. Auf der Weiterfahrt auf der Parkautobahn, einer breiten, auch von normalen PKWs und sogar Reisebussen befahrbare Straße, hielten wir an einer Ansammlung von Geländewagen. Wo viele rumstehen gibt es auch immer was zu sehen. Hier waren es zwei Babys mit ihrer Leopardenmama! Zebras, Büffel, Strauße und unzählige Antilopen und Springböcke durften wir beobachten und fotografieren. Zack. Plötzlich stand die Kühlwassertemperatur auf Kochen. Also aussteigen und Wasser nachfüllen. Aber schon nach einer halben Stunde dasselbe Spiel. Wieder wollte der Motor zwei Liter Kühlwasser. So macht Safari keinen Spaß und wir brachen ab und machten uns schon am frühen Nachmittag auf den Rückweg. Alle halbe Stunde anhalten und Kühlwasser nachfüllen war angesagt, damit der Motor nicht überhitzt. Mit Einbau der neuen Wasserpumpe ist dieses Problem  nun zum Glück behoben! Da unser Auto über Nacht in der Werkstatt bleiben musste wurden wir spontan von Jean-Pier, einem deutschstämmigen Namibianer, eingeladen bei ihm im Gästezimmer zu übernachten. Zum Abendessen wurde natürlich gegrillt. Das beste Oryx-Steak, von der Farm seines Onkels, das ich jemals gegessen habe! Danke JP!
Namibia wollte von uns eigentlich erst nach Botswana besucht werden. Der Aufenthalt war nur als Durchfahrt nach Sambia gedacht und so machten wir uns ohne weitere Umwege auf den Weg Richtung Osten. Der Zeigefinger Namibias sollte ursprünglich Deutsch-West- und Deutsch-Ost verbinden. Der schmale Streifen zwischen Angola und Botswana, offiziell Caprivistreifen genannt, ist wohl eine absolutes Highlight Namibias und ein Touristenmagnet. Auf dem kleinen Gebiet drängen sich etliche Nationalparks mit einer hohen Wilddichte und wunderschöner Natur, durchzogen von vier großen Flüssen. Das Camp N´gepi, nahe der Popa-Fällen,  wurde uns mehrfach empfohlen und eine Nacht gönnten wir uns auf dem mit Charme und Witz angelegten Campingplatz. Traumhaft am Okavango gelegen gibt es einen Hippo- und Krokodilsicheren Pool direkt im Fluss, Terassen am Ufer, individuelle Stellplätze und Baumhäuser entlang des Ufers und witzige, naturbelassene Toiletten und Duschen. Der Thron, Poopafalls und Tarzan&Jane machten jeden Toilettenbesuch zu einer Überraschung. Leider hatten wir wiedermal nicht gebucht und bekamen den letzten Stellplatz in zweiter Reihe. Doch dank eines netten deutschen Pärchens auf dem Stellplatz neben uns, durften wir ihre Feuerstelle in erster Reihe mitbenutzen. Die nächste Nacht wollten wir auf einem günstigeren Community-Campside verbingen. Der Weg dorthin war eigentlich nicht weit, doch wir haben uns so richtig im Matsch festgefahren. Weit und breit die einzige Pfütze nutzten wir um unser Auto so richtig zu versenken. Graben, Sandbleche, Luftablassen und Allrad nutzen nichts. Selbst ein herbeigerufener Toyoto Hilux konnte uns nicht rausziehen. Wir saßen mit dem kompletten Unterboden im Matsch fest. Alle vier Räder drehten durch. Mit Hilfe der Toyota Fahrer konnten wir dann unser Auto mit dem High-Jack anheben, Steine und Gras unter die Reifen schieben und mit vereinter Kraft konnte uns der Toyota dann endlich aus dem Loch ziehen. Die Nacht war dann doch nicht günstiger ;P

Einen relativ spontanen Abstecher machten wir am nächsten Tag in den Babwata-NP. Das eigentlich angesteuerte Camp wurde zur Zeit renoviert und die alternative lag tief im Park. Schmale Sandwege, direkt am Fluss entlang, zig Elefantenherden, Giraffen, Kroks, Hippos, Antilopen auch seltener Art beeindruckten uns deutlich mehr, als der überlaufene Etosha. Leider war das Camp etwas über unserem Budget und so wurde der Park ein Tagesausflug. Trotzdem empfehlenswert!
Als wir einige Tage zuvor im Etosha an ein Wasserloch gefahren sind, stand dort einsam ein dunkler Landrover Defender, wie unserer, doch mit Ludwigsburger Kennzeichen (LB). Drin saßen Claudia und Roland aus Horrheim. Ein kurzer Plausch und wir trennten uns wieder. Was für eine Überraschung als wir sie nun früh morgens am Tor des Mudumu-NP wieder trafen. Sie waren uns sympatisch (und wir ihnen wohl auch) und so brachen wir gemeinsam zur nächsten Safari auf. Die Nacht verbrachten wir mitten im Park mit wunderschönem Blick über den Kwando Fluss mit einem herrlichen Sonnenuntergang. Antilopenherden direkt vor dem Camp, Affen sogar im Camp und nächtlicher Besuch eines Hippos (wir fanden am Nächsten Morgen die Hinterlassenschaften direkt neben C&Rs Auto) machten diese Nacht zu einer ganz besonderen! Den kleinen Teil Namibias den wir bisher gesehen haben hat uns unglaublich gefallen und wir kommen gerne wieder, mit mehr Zeit um noch mehr des großen und schönen Landes zu erkunden.
Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf unseren Besuch. Zuerst Samuels Trauzeuge Matthias und Desi für zwei Wochen Sambia und gleich danach Hannahs Eltern für zwei Wochen nördliches Botswana. Wir freuen uns auf euch!

 

weiterlesen
Tansania
vom Bürgerkrieg erholt

Das Land das eigentlich gar nicht geplant war: Angola. Aufgrund der Sicherheitslage unserer ursprünglich geplanten Strecke durch den Kongo mussten wir umplanen. Die alternative führt einem von Nord nach Süd durch Angola. Leider ist das Visum für Angola eines der am schwersten zu bekommenden auf der gesamten Strecke und wir waren wirklich froh ein Transitvisum in Point Noire bekommen zu haben. 5 Tage haben wir allerdings nur Zeit die über 1000km durchs Land zurückzulegen. Und schon nach der Grenze waren es nur noch viereinhalb. Dabei gefällt uns das Land sehr! Die Leute sind freundlich und die Landschaft faszinierend. Einsame Sandstrände im Norden, ein riesiger Schiffsfriedhof vor den Toren Luandas, die für Ausländer teuerste Hauptstadt der Welt (wenn man nicht sein Geld auf dem Schwarzmarkt tauschen kann), steile Küstenabschnitte im Süden, die karge und endlose Wüste Namib und das deutlich kühlere Hochplateau nach einem sagenhaften Pass. Hätten wir doch nur mehr Tage gehabt, hätten wir noch so viel entdecken und erleben können. So sind wir dafür deutlich früher als gedacht in Namibia angekommen und haben dort nun eine starke Woche Zeit um im Norden entlang der Grenze zu Angola Richtung Osten zu fahren. Schon auf den letzten Kilometern in Angola wurde unser Kühlwasserproblem immer deutlicher. Die letzten tausend Kilometer haben wir immer morgens ca. einen halben Liter Kühlwasser nachgefüllt und dann wurden es plötzlich zwei Liter. Schon in Nigeria hatten wir gesehen, dass die Wasserpumpe leckt, aber da wir nirgends eine vertrauenserweckende Werkstatt gefunden haben beziehungsweise schlicht keine Zeit hatten, blieb das Leck in der Pumpe und wir füllten jeden Tag Wasser nach. Auch die Lenkung hatte seit Angola ?? und musste dringend repariert werden. Von Freunden wurde uns eine Werkstatt in Namibia kurz nach der Grenze empfohlen, die beste Arbeit geliefert hat und alles innerhalb kurzer Zeit repariert und getauscht hat.

weiterlesen