08. Mai

Schlammschlacht



Bilder sagen mehr als tausend Worte

ohne Worte ...

 

13. Mai: Transit

Tansania
vom Bürgerkrieg erholt

Das Land das eigentlich gar nicht geplant war: Angola. Aufgrund der Sicherheitslage unserer ursprünglich geplanten Strecke durch den Kongo mussten wir umplanen. Die alternative führt einem von Nord nach Süd durch Angola. Leider ist das Visum für Angola eines der am schwersten zu bekommenden auf der gesamten Strecke und wir waren wirklich froh ein Transitvisum in Point Noire bekommen zu haben. 5 Tage haben wir allerdings nur Zeit die über 1000km durchs Land zurückzulegen. Und schon nach der Grenze waren es nur noch viereinhalb. Dabei gefällt uns das Land sehr! Die Leute sind freundlich und die Landschaft faszinierend. Einsame Sandstrände im Norden, ein riesiger Schiffsfriedhof vor den Toren Luandas, die für Ausländer teuerste Hauptstadt der Welt (wenn man nicht sein Geld auf dem Schwarzmarkt tauschen kann), steile Küstenabschnitte im Süden, die karge und endlose Wüste Namib und das deutlich kühlere Hochplateau nach einem sagenhaften Pass. Hätten wir doch nur mehr Tage gehabt, hätten wir noch so viel entdecken und erleben können. So sind wir dafür deutlich früher als gedacht in Namibia angekommen und haben dort nun eine starke Woche Zeit um im Norden entlang der Grenze zu Angola Richtung Osten zu fahren. Schon auf den letzten Kilometern in Angola wurde unser Kühlwasserproblem immer deutlicher. Die letzten tausend Kilometer haben wir immer morgens ca. einen halben Liter Kühlwasser nachgefüllt und dann wurden es plötzlich zwei Liter. Schon in Nigeria hatten wir gesehen, dass die Wasserpumpe leckt, aber da wir nirgends eine vertrauenserweckende Werkstatt gefunden haben beziehungsweise schlicht keine Zeit hatten, blieb das Leck in der Pumpe und wir füllten jeden Tag Wasser nach. Auch die Lenkung hatte seit Angola ?? und musste dringend repariert werden. Von Freunden wurde uns eine Werkstatt in Namibia kurz nach der Grenze empfohlen, die beste Arbeit geliefert hat und alles innerhalb kurzer Zeit repariert und getauscht hat.

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03. Mai: Rebellen

Tansania
Sommer, Strand und Sonnenschein

Manch einer hat sicher geschmunzelt, wenn er gelesen hat, dass wir manchmal von „Urlaubstagen“ geschrieben haben. Wobei wir doch eigentlich die ganze Zeit Urlaub machen. Das Rauschen der Wellen im Hintergrund, die leichte Meeresbriese und die Aussicht über den endlosen Sandstrand lassen gerade auch wieder richtige Urlaubsgefühle aufkommen. Ganz anders war es die letzten Tage. Die waren alles andere als Urlaub. Mit Abendteuer lassen sie sich wohl noch am ehesten beschreiben.
Grenzübertritte sind in Afrika nie stressfrei, aber die Grenze in Ouesso/Congo verlangte einige Nerven von uns. Als wir den ersten Beamten gekonnt mit einigen deutschen TÜV Papieren und netten Worten davon überzeugt hatten keine 10000cfa (15€) an ihn zu bezahlen, ahnten wir nicht wie viele solcher Beamten heute noch auf uns warten würden. Zunächst fuhr die Fähre, die uns in den Kongo bringen sollte, wieder ohne uns ab, da wir nicht sofort den verlangten Preis bezahlen wollten. Endlich doch auf der anderen Seite ging es von einem Büro ins nächste. Mit einem Beamten mussten wir in die Stadt fahren, da nur sein Boss unsere Autopapiere abstempeln könne und ein anderer Beamter Kopien von unseren Pässen haben wollte. Wieder zurück mussten wir uns gegen diverse Geldforderungen wehren (Straßennutzung, Flussnavigation, Bearbeitungsgebühr).  Dafür wurden wir mit nagelneuen Straßen belohnt. Fast die gesamte Strecke von Nord nach Süd war in top Zustand. Gerade an einer schlechten Stelle und miserablem Wetter sprang uns (zum zweiten Mal) eine Bremsbacke heraus und wir nächtigten im Hof eines evangelischen Pfarrers und reparierten die Bremse am nächsten Morgen. In Brazzaville war unser erster Weg der zur Angolanischen Botschaft, dessen Visum unser letztes noch fehlende ist. Doch wir hatten keine Chance. Schon der Sicherheitsbeamte wies uns ab, da wir nicht im Congo lebten. Wir sollten es in der  Hafenstadt Point Noire versuchen. Der Weg dorthin führt allerdings durch umkämpftes Gebiet. Einige Rebellen machen das Reisen riskant und so waren wir sehr froh die zwei Norweger Balder und Olve mit ihrem Toyota Pickup zu treffen und diese Strecke mit ihnen zusammen zurücklegen zu können. Morgens um 6 Uhr ging die Fahrt von Brazaville los, doch nach knapp 2 Stunden kamen wir an eine Straßensperre der Polizei, die dort niemanden weiterlässt. Die Rebellen seien Herr der Straße und uns bleibe nichts anderes übrig, als alles zurückzufahren und eine andere Strecke zu wählen. Bis dorthin gab es schon zahlreiche Kontrollen, wobei keine uns auf die Sperrung der Straße hingewiesen hatte. Also alles zurück. In Brazzaville haben wir uns dann noch mehrfach verfahren und schafften es dann erst nach Mittag auf die neue breite Schnellstraße Richtung Küste. Anstatt die Rebellen zu bekämpfen sitzt das Militär entlang dieser Straße und erpresst „Kaffeegeld“ von allen Durchfahrenden. Der erste Soldat war allerdings schon so betrunken, dass wir erst nach 30min Diskussion (ohne zu zahlen) weiterkamen. Alle weiteren Kontrollen (6 Stück) kosteten Zeit und Nerven und erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Dolosie. Am nächsten Morgen ging es schon um 5 Uhr weiter. Wir mussten die letzten 250 km nach Point Noire noch vor 9:30 Uhr schaffen, um dort rechtzeitig unser Angolavisum beantragen zu können. Nur mit Hilfe von Cemil und Laura (den zwei Deutschen mit denen wir in Kamerun gereist sind) schafften wir alles rechtzeitig. Und um 14:00 Uhr hielten wir unser Visum in den Händen. Was für ein Geburtstagsgeschenk für Hannah. So schnell hatten wir es uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorgestellt.
Auf dem heruntergekommenen Gelände der Marine konnten wir uns ausgiebig um die beiden Autos kümmern. Abschmieren, Ölwechsel und das Wechseln der gebrochenen Feder war angesagt. Leider sind nahezu alle Schrauben an unserem Landy wie festgeschweißt von all dem Dreck und Rost und nur unter größter Anstrengung und mit einigen Rückschlägen schafften wir es alles zu erledigen. Seither läuft unser Landyfant ruhig wie selten zuvor. Danke euch zwei Norwegern!!
Die Einreise in die Demokratische Republik Kongo (DRC) ist auf unserem Visum auf den 4 Mai festgelegt, sodass wir noch einige Tage hier am Strand verbringen können. Witziger Weise haben die zwei Norweger genau dasselbe Einreisedatum und so verbringen wir hier relaxte Tage am Strand mit Grillen, Joggen, Lesen, Surfen, Stockbrot, ausschlafen und baden. Grüße an die Heimat und vielen Dank für eure Gebete und euer mitfiebern!

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