01. April

black friday



oder: angekommen im Dschungel

Nur 50Km breit ist Togo an seiner schmalsten Stelle erstreckt sich das Land dafür wie ein Schlauch vom Meer über 450km in den Norden. Dort ganz im Norden überquerten wir die Grenze von Burkina Faso her kommend. Die Grenze war anders als bisher. Anstatt einer langen Straße mit zig Schlagbäumen und den dazugehörigen Büros, war hier ein zentrales Gebäude in Zusammenarbeit beider Länder errichtet worden, indem alle notwendigen Anlaufstellen untergebracht sind. Leider gänzlich ohne Schilder, sodass wir hin und hergeschickt wurden und mehrmals umparken mussten.
Noch vor dem Wochenende wollten wir in der Hauptstadt Lomè angekommen sein, um dort Visaangelegenheiten zu klären. Auf der Böschung direkt über einem Fluss haben wir unser erstes Nachtlager mitten im Busch, so dachten wir, aufgeschlagen. Doch wir waren keine Minute allein schon kamen die ersten Frauen zum Wasserholen genau an diese Stelle und genossen erst einmal die für sie fremden Besucher. Auch einige große Rinderherden kamen vorbei um hier den Fluss zu überqueren.
Je weiter wir in den Süden kamen, desto schwüler wurde es. Die gewaschenen Kleider trockneten nicht mehr richtig und selbst schwitzen half kaum mehr was um etwas abzukühlen. Umso mehr freuten wir uns für die nächsten 6 Nächte direkt am Strand unter Kokospalmen schlafen zu dürfen. Noch Donnerstags konnten wir die beiden Kongo-Botschaften abklappern (Republik und Demokratische Republik), hatten aber nur bei einer Erfolg. Nach einigen Verhandlungen mit den etwa gleichaltrigen Botschaftsangestellten des „kleinen“ Kongo  über den Preis und der Gültigkeitsdauer unseres Visum haben wir uns auf 70.000cfa (etwas mehr als 100€) und einer Gültigkeit von 15 Tagen geeinigt. Alles Bitten und Betteln in der Botschaft des DR Kongo half nichts. Die Botschafterin (oder Beamtin) schlief sogar während des Gesprächs vor uns ein. Touristenvisa würden zurzeit nicht ausgestellt. Punkt.
Die Nächsten Tage genossen wir sehr. Am schönen Cocobeach machten wir Spaziergängen am Strand, gingen lecker Essen, faullenzten, lasen… und auch unser Landy kam nicht zu kurz und profitierte von einer ausgiebigen Innenreinigung.
Am Sonntag nahm Samuel dann ganz früh morgens Laura am Flughafen in Empfang. Schön war es sich nach 3 Monaten wieder zu sehen. Und die vielen Leckereien und Ersatzteile packten wir mit Kindlicher Weihnachtsfreude aus. Das VTE (Visa Entente Touristique) das Laura für die weitere Reise nach Benin benötigte wurde uns zwar nach einigen Verhandlungen versprochen, doch wir konnten es nicht wie versprochen am nächsten Tag abholen, sodass wir unseren Aufenthalt in Lomé um einen Tag verlängern mussten und wir schon zu Beginn von Lauras zwei Wochen Afrikanisch spontan umplanen mussten. Wir nutzten die Zeit um Laura die hektische Großstadt zu zeigen und einige Souvenirs zu Shoppen.
Zwei Tage später machten wir uns mit Visum in die 3 Stunden entfernte Stadt Kpalimé im Südwesten Togos. Hier waren wir wieder mit Hanna Harsch verabredet. Nach einer kleinen Wanderung um den höchsten Berg Togos, den Mount Agou, machten wir uns am späten Nachmittag auf zu Hannas Gastfamilie (ihres Freiwilligendienstes in Togo vor ein paar Jahren). Sie hat uns zum traditionellen Fufu stampfen eingeladen. Fufu wird aus gekochtem Yams, einer Wurzel, ähnlich wie Kartoffel und Maniok gestampft.  Nach dem herumtollen mit den Kleinen ging es zur Sache und die beiden großen Mädels machten es uns mit großem Mörser und viel Kraft vor, bis auch wir für einen kurzen Augenblick Stampfen durften. Man schlägt abwechselnd auf den gekochten Yams ein bis aus diesem eine zähe, klebrige Masse wird. Mama Katherin bereitete nebenher die Soße zu und so konnten wir das bisher beste Fufu und auch eine der besten Mahlzeiten überhaupt auf unserer Reise genießen.
Den zweiten Tag bei Hanna nutzen wir für einen Marktbesuch und einem kleinen Ausflug zum nahegelegenen Wasserfall. Zwei wirklich schöne Tage die wir bei Hanna verbringen durften wurden am Morgen unserer Abreise etwas getrübt. Als Samuel die Zündung startete blickte unsere Tankleuchte obwohl wir zwei Tage zuvor vollgetankt hatten, das lies nichts Gutes erahnen. Und tatsächlich, man hat uns in der Nacht 50l Diesel geklaut, in dem man mit einem Messer einen recht groben Schnitt in den Dieselschlauch schnitt. Vermutlich ärgerte uns der kaputte Schlauch und die Dreistigkeit weit mehr als der verloren gegangene Diesel. Wir flickten den Schlauch notdürftig mit unserem bewährten RescueTape. Weiter ging es wie geplant Richtung Norden. Mitten durch die Berge im Westen Togos führte uns unser Weg über kleine Pisten und einer beeindruckend grünen  Landschaft mit netten Dörfern. Doch leider wollte unsere Pechsträhne nicht so schnell abreisen. Wir mussten feststellen, dass die Diebe der Nacht nicht nur unseren Diesel geklaut, sondern auch im  Wasserkanisters nach Diesel gesucht und dabei den Deckel entwendet haben. Zum weiteren Übel fielen über den Tag verteilt unser Radio, unsere Innenbeleuchtung und der Warnblinker aus. In der folgenden Nacht musste sich dann auch noch Laura mehrfach übergeben und hatte schweren Durchfall. Da es ihr am nächsten Morgen einigermaßen ging, entschlossen wir ohne einen Abstecher ins Krankenhaus und ohne weitere Medizin (Danke Stefan und Tatjana für eure Ferndiagnose und Tipps) in die nächst größere Stadt Kara zu fahren. Hier nutze Laura ihr Hotelzimmer mit Klimaanlage zum Ausruhen und nach viel Wasser und einigen Elektrolytpräparaten ging es ihr am nächsten Tag zum Glück schon besser. Durch das zum Weltkulturerbe ernannte Gebiet um Koutumakou ging die weitere Fahrt nach Benin. Die beeindruckenden Lehmburgen, Tatas genannt, sahen wir zuhauf, wollten sie aber erst in Benin genauer unter die Lupe nehmen. Die Grenze war die kleinste unserer bisherigen Reise und in wenigen Minuten waren die Grenzformalitäten in Togo erledigt und wir in Benin.

03. April: Magern-Darm

Tansania
Pendjari Nationalpark

So problemlos, schnell und freundlich hatten wir noch keine Grenze erlebt. Zumindest auf der togolesischen Seite. Es gab keinen Schlagbaum, keine Polizisten und auch keine Verkaufsstände. Nirgends war zu erkennen, dass man nun im Nachbarland Benin angekommen war. Im nächsten Ort fragten wir uns zur Polizei und zum Zoll durch. Beim Zoll war tote Hose. Nur ein schläfriger Wärter bequemte sich auf von seiner Schlafbank und erklärte uns, sein Chef sei heute nicht da, niemand könne uns das Papier für das Auto ausstellen. Wir sollen doch morgen wiederkommen. Wir wollten es bei der Gerndarmerie probieren. Doch auch hier konnte dies niemand erledigen. Auch die Pässe könne nur die Police abstempeln. In der nächsten größeren Stadt sollte es gehen. Da wir noch die besondere Bauweise der Gegend genauer unter die Lupe nehmen wollten, entschieden wir uns wiedereinmal für kleine Sträßchen durch verstreute Dörfer. Zur Mittagszeit hielten wir unter Mangobäumen in der Nähe einer Tata (Lemburg). Wir wollten nicht so unhöflich sein und einfach reinmaschieren und Bilder schießen, sondern uns langsam annähern.
In meinem Magen fing es an etwas zu rumohren und so lies ich das Mittagessen vorbeugend ausfallen und begnügte mich mit viel Wasser. Nach einem kleinen Schläfchen, beobachtet von ungefähr 10 Kindern, wollten wir, ganz vorsichtig natürlich, der Lehmburg und ihrer Familie einen Besuch abstatten. Doch das Grummeln im Bauch wurde zu einem Donner und plötzlich wollte alles wieder raus. Misst. Jetzt hats mich auch noch erwischt, wie Laura 2 Tage zuvor. Direkt dannach war es wieder besser, doch die Familie der Lehmburg verstand kein französisch und so wollten wir etwas weiterfahren und dort nochmals fragen ob wir ein paar Bilder machen dürften. Im nächsten Dorf wurden uns dann auch gleich Stühle, Essen und Wasser angeboten und eiligst der Chef des Hauses organisiert. Doch bis dieser kam, musste ich mich schon wieder zurückziehen. Die Mädels hatten leider alleine das privilieg sogar in und auf eine Tata zu dürfen. Heute meist nur noch als Stall und Lagerräume benutz, waren sie früher der sichere Hafen der Familie. Ein wirklich kleiner runder Eingang zum reinkriechen und keine Fenster sollten die Angreifer davon abhalten, die Familie umzubringen oder zu versklaven.
Unser Ziel in Benin ist der Pendjari Nationalpark. Wenigstens noch etwas in die Richtung wollten wir heute fahren. Doch schon nach ein paar Hundert Meter musste Hannah wieder anhalten. Fahren war für mich schon nicht mehr drin. Und diesesmal wollte es nicht nur oben, sondern auch unten raus. Noch zweimal versuchten wir weiterzukommen, doch dann konnte ich nicht mehr. Alles Wasser das ich zu mir nahm, kam kurz später wieder raus. Meine Finger und Füße fingen an zu bizzeln und ich wollte nur noch liegen. Erst dachte ich das wird gleich wieder besser, doch leider wurde es schlimmer. Hannah solle doch einen Schlafplatz suchen, ich will nicht mehr weiter, habe ich gebettelt. Mein Gesicht wurde wohl immer weißer und grüner, meine Finger fingen an zu krampfen und alle umstehenden Zuschauer gafften, anstatt zu helfen. Ob es im Dorf eine Krankenstation gäbe, fragte Hannah eine der Frauen. Hier nicht, aber nur 5km weiter gäbe es ein Krankenhaus. Also musste ich wieder aufstehen und aus dem Fenster lehnend die paar Kilometer durchstehen. Mitten auf dem Hof des Krankenhauses, vor der Türe zur Notaufnahme wässerte ich nochmals den Boden. Im Rollstuhl, kaum in der Lage zu gehen, mit verkrampften Fingern wurde ich eingeliefert. Im Raum der Notaufnahme gab es drei, mit Vorhängen abgetrennte Liegen. Eine war frei und nach dem Wiegen, Blutdruck- und Fiebermessen bekam ich ziemlich zügig meine erste Infussion. In der zwischenzeit war es drausen dunkel geworden und die beiden Mädels standen besorgt an meinem Bett. Tropfen für Tropfen ran die Infusion in meine Vene und meine Finger entspannten sich ganz langsam. Das Bizzeln lies endlich wieder etwas nach. Und bei der dritten Infusion war ich in der Lage von der Notaufnahmeliege in den Nachbarraum zu laufen. Dort gab es 4 Betten zur Überwachung der männlichen Notaufnahmepatienten. Auf der anderen Seite gab es den selben Raum für die Frauen. Hannah und Laura waren inzwischen nochmals losgegangen um ein Hotel zu suchen und für sie beide etwas zum Abendessen. Die medizinische Betreuung war augenscheinlich ganz gut, aber die Kommunikation eher minimal. So wusste ich nicht, was (heute) noch alles kommen sollte. Der erste Pfleger hatte gemeint über Nacht könnte ich gehen, die Nachtschwester wusste davon leider nichts. Der Arzt sei auch schon schlafen. Aber ich wollte eine erholsame Nacht in einem klimatisierten Raum und nicht ständig vom Stromausfall, der hellen Neonbeleuchtung und der Notaufnahme gestört werden. Nach kurzer Disskusion lies sie mich gehen, ich solle aber mrogen früh um 6 Uhr wieder hier sein. Nach einer kurzen, aber ganz guten Nacht hat mich Hannah dann wieder ins Krankenhaus gefahren. Die Schwester war etwas ärgerlich, warum wir jetzt erst kämen. Dabei war es genau 6:00Uhr auf unserer Uhr. Togolesischer Zeit. Misst, eine Stunde zu spät. Nochmals gab es 2 Infussionen, Blut wurde abgenommen und zusätzlich eine Stuhlprobe genommen. Und dann hieß es warten auf die Ergebnisse. Gegen 15:00Uhr gab es dann endlich Entwarnung. Die Blutwerte seien gut, die Stuhlprobe habe nichts ergeben und da ich wieder einigermaßen fitt sei, nicht mehr Spucken müsse könnte ich entlassen werden. Gott sei Dank habe ich alles gut überstanden. Im Camp Numi, eine Unterkunft vor den Toren des Parkes, erfuhren wir dann vom deutschen Besitzer Alfred, dass es das Beste Krankenhaus Benins sei (ausgenommen die Privatkliniken in der Hauptstadt) und selbst aus dem nachbarland würden sie hierher kommen. Gott sei Dank, dass wir gerade hier waren.
Dank der Infussionen ging es mir schnell wieder gut und nach einem netten Abend mit Schmidts aus dem Vogtland, die wir im Camp Numi getroffen haben, und etwas schrauben am Auto wollten wir für 24h in den Nationalpark aufbrechen. In der Abend- und Morgendämmmerung stehen die Chancen gut, Tiere zu beobachten. Und auf zwei ausgezeichneten Stellplätzen kann man direkt im Park campen. Schon am ersten Wasserloch waren wir begeistert von der Vielfalt der Tiere. Von der Aussichtsplattform konnte man die verschiedenen Tiere beim Trinken beobachten. Rechts kam eine kleine Herde Antilopen, links eine Affenfamilie. Warzenschweine und Vögel. Krokodile und Springböcke. Unzählige Vögel, klein und groß. Auf dem Weg zum Camp standen noch Büffel direkt neben der Straße. Und das Wasserloch unseres Camps war gefüllt mit Hippos. In der Karte stand, dass bis zu 100 Stück gezählt wurden. Den ganzen Abend und auch Nachts hörten wir sie grunzen. Die komischen Laute aus der Dunkelheit warem schon ganz schön unheimlich. Aber das Feuer gab uns Sicherheit. Und die Nacht konnten wir ja (zu dritt) sicher oben im Dachzelt verbingen. Mit Sonnenaufgang ging es am nächsten Morgen weiter. Löwen und Elefanten wollten wir gerne noch sehen. Und tatsächlich sahen wir die erste Herde Elefanten auf dem Weg zum nächsten Wasserloch. Und unser Highlight waren zwei Löwen, die unseren Weg kreuzten. Unzählige Antilopen aller Größen, Farben und Gestalt konnten wir sehen und fotografieren. Der Park ist der Arten- und Tierreichste Westafrikas und Safari macht hier echt Freude!
Nach einer weiteren Nacht bei Alfred mussten wir uns wieder auf die Straße Richtung Süden begeben. In Togo wurde uns der Diesel geklaut und dabei entwendeten die Diebe auch den Deckel unseres Wasserkanisters hinten am Auto. Aber ohne Deckel fehlt uns die Möglichkeit ausreichend Wasser transportieren zu können. Doch wo bekommt man in Afrika einen Deckel für einen Budeswehrkanister von 1978 her? Heinrich und sein Ausbildungszentrum CFL in Natitingou machen es möglich. In nur 8 Jahren entstand hier ein großes Ausbildungszentrum für Maurer, Metaller, Elektriker und Feinwerkmechaniker. Die Ausstattung ist beeindruckend. Ein Freundeskreis in der Schweiz und in Deutschland ermöglichen dieses Zentrum und sie tun dort alles um durch lokale Aufträge selbst auf die Beine zu kommen. Aus einem Stück Kunstoff drehten sie uns einen passenden Deckel. Danke Euch! Mit zwei Stopps auf dem Weg erreichten wir Cotonou Samstag abends und mussten Laui leider Sonntag abend auf den Flughafen bringen. Jetzt geht es für uns weiter durch Nigeria nach Kamerun, auf das wir uns schon sehr freuen.

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14. März: KlimaEngineering

Tansania
da schlägt das Architektenherz

Seit Anfang an leitet uns unsere GPS-bassierte App den Weg. Von Freunden und aus dem Internet haben wir uns Tracks und besondere Punkte zusammengesucht und aufs Taplet (Danke Hanna!) geladen um uns dorthin zu navigieren. Aucvh ohne Internetverbindung haben wir so Karten von allen Ländern immer dabei und sehen dank des GPS auch immer wo wir gerade sind. Hier suchen wir uns auch immer unsere Strecken aus. Da uns die Hauptstraße von Banfora nach Gaoua zu langweilig erschien, haben wir uns kleine Nebenstraßen rausgesucht. Zwar sind da die Straßen schlechter, doch durch die getrosselte Geschwindigkeit nimmt man das Land und die Leute viel besser wahr und erlebt viel spannendere Straßen, Brücken und Dörfer. Leider mussten wir feststellen, dass ein Auto nunmal breiter als ein Motorrad ist und nicht jede eingezeichnete Straße in der Karte für Autos befahrbar ist beziehungsweise überhaupt existiert. In einem kleinen Dorf war für uns kein weiterkommen mehr und wir mussten umdrehen und uns eine ganz neue Route überlegen. Dafür standen wir plötzlich mitten in einer komisch wirkenden Stadt. Keine festen Häuser, nur provisorische Hütten aus Planen und dazu unmengen an jungen Männern leben hier. Große Haufen an Schutt liegen neben der Straße und Agregate und Pumpen knatterten. Eine Goldgräberstadt. In unzähligen (illegale) ungesicherten Stollen wird hier nach Gold gegraben. Neben diesen todesmutigen Goldgräbern graben auch große Ausländische Firmen in Burkina nach Gold.
Auch im weiteren Verlauf unserer Fahrt kamen wir an Strackenabschnitten, an denen ein fortkommen mit einem Zweirad einfacher gewesen wäre. Wackelige Brücken und steile Böschungen wollten überwunden werden bis wir letztendlich wieder auf der sauber geteerten Hauptstraße nach Ouagadougou angekommen sind. Im Nationalpark Deux Balé wollten wir unsere ersten Elefanten sehen. Die Lodge in der wir übernachteten liegt idyllisch am Fluss, doch wurde sie leider 2007 von einer Flut zerstört und wurde seither nur teilweise wieder aufgebaut. Es könnte so ein schöner Ort sein.Über 3 Studnen fuhren wir mit einem Guide durch den Park und sahen die seltenen Riesenspringböcke, aber leider keine lebendigen Brüder unseres Landyfanten.
"Hab ne Tante in Marokko...äh Quagadougou" - war der Betreff einer E-Mail von Zuhause (Danke Daniel!). Lis (ursprünglich aus Hessigheim) lebt mit ihrem Mann John schon seit vielen vielen Jahren in Burkinafaso. Viele Jahre im Norden im Busch und seit einigen Jahren in der Hauptstadt Ouaga. Obwohl wir sie nicht kannten wurden wir sehr herzlich aufgenommen und ganz schwäbisch verköstigt. Vesper und Sonntags sogar Linsen und Spätzle liesen uns gleich wie zu Hause fühlen. Zwei entspannte Tage, Einkaufen im Supermarkt, frische Erdbeeren und unser erstes Eis in Afrika. Am Sonntag hatten wir die Gelegenheit einen ganz besonderen Gottesdienst mit Lis und John zu besuchen. Eine weitere Missionarin in Ouaga arbeitet Fulbejungs, die aus der Koranschule geflohen sind. Von ihren Eltern werden sie auf diese Schulen geschickt um den Koran zu lerne. Die miserablen Bedingungen und oft Schläge dort, lässt immer wieder Jungs die Flucht ergreifen. Bei Kate finden sie ein "neues Zuhause", ein Dach über dem Kopf, eine feste Mahlzeit und vorallem ein offenes Ohr und die Botschaft von Jesus. Sie hören zum ersten mal von einem liebenden, anstatt einem strafenden Gott. Diese neue Hoffnung ist im Gottesdienst zu spüren. Der Pastor bezieht sie ganz besonders mit in den Gottesdienst ein und sie erzählen von ihren alltäglichen Erfahrung, wo sie Sorgen haben und was für Gebetsanliegen sie haben.
Leider verändert sich die Sicherheitslage auch in Burkinafaso nicht zum besseren. Im Norden bedrohen Terroristen die Dörfer und fordern die Lehrer auf nur noch Koranrelevante Dinge zu unterrichten. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen erschossen sie vor den Kindern zwei Lehrer. Für die Missionare ist es deshalb nicht mehr sicher die Christen im Norden zu besuchen, auch um deren Leben zu schützen, da die Angst vor Verrätern und Spitzel weiter wächst. Einige überlegen sich dehalb zu fliehen. Bitte betet für das Land und die Christen dort!

Afrika hat nur wenig an herausragender Architektur zu bieten. Und nur sehr sehr wenige afrikanische Architekten sind bekannt. Einer der wenigen, wenn nicht DER bekannteste, ist der Burkinabe Francis Kéré. Als Sohn eines Stammesführers hatte er die Chance in Berlin zu studieren und hat nun dort sein Architekturbüro. Um seinem Heimatdorf etwas zurückzugeben baute er dort die mit Preisen gekührte Schule, inklusive Lehrerhäusern und einer nicht vollendeten Bibliothek und Sekundarschule. Das Herausragende an seinen Gebäuden ist die klimagerechte und doch einfache Bauweise. Lehm ist normalerweise das "Armeleutebaumaterial", alle die es sich leisten können bauen in Zement. Doch der Lehm reguliert die Temperatur viel besser. Die abgehobenen und stark hinterlüfteten Dächer schützen die Gebäude vor Sonneneinstrahlung. Die Lehrer konnten uns bestätigen, dass es in den Gebäuden viel angenehmer sei, als in den klassischen Schulgebäuden. Im Sommer kühler, im Winter wärmer. In der Nähe von Ouaga baute Kéré zudem das unter der Schirmherrschaft von Horst Köhler stehende Operndorf Afrika, mit einer Schule und einem Gesundheitszentrum. Auch hier wurde in Lehm mit großen hinterlüfteten Dächern gebaut. Die Bauweise ist einfach und hat doch einen so großen Einfluss auf das Klima im Gebäude. Wir, Samuel natürlich besonders, waren sehr beeindruckt von diesen Gebäuden und so sind viele viele Bilder entstanden.
 

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