18. Februar

Baobab





Es war einmal ... NICHTS. Vor langer langer Zeit gab es die Erde noch nicht. Aber Gott fehlte die Unterhaltung und so entschloss er sich eine Erde zu erschaffen. Er schuf Meer und Land, Erde und Himmel. Sand, Stein und Matsch. Die Sonne, Sterne und den Mond. Pflanzen, Tiere und den Menschen. Alle waren zufrieden mit ihrem Platz, ihrem Aussehen und ihrer Größe. Nur einer hatte an allem etwas auszusetzten. Einem Baum gefiel seine Größe nicht, er sei zu groß. Außerdem zu dick, zu braun, hätte zu wenig schöne Blüten, seine Äste hingen zu sehr nach unten, er würde gerner am Meer wachsen,... Irgendwann war Gott so genervt von dem Baum, dass er ihn kurzerhand ausriss und verkehrtherum wieder einpflanze, sodass dieser endlich versummte. So entstand der Baobab-Baum.
- senegalesische Sage

once upon a time

Lac Rose - der pinkfarbene See etwas nördich von Dakar war unser erstes Ziel nach unserem längerem Aufenthalt in Dakar. Abends sol die Farbe am intensivsten sein, haben wir gelesen. Als wir ankamen war der See wie jeder andere. Blau-Braun dreckig. Wir dachten schon wir seien so naiv wie bei den blauen Steinen gewesen und alles sei nur Tourimasche. Aber am Campingplatz wurde uns versichert am nächsten morgen um 10 Uhr sei der See sicher schön pink. Beim Abendspaziergang lies sich die Färbung auch erahnen. Nach einer ruhigen Nacht waren wir umso gespannter, aber leider sah der See aus wie am Abend davor. Die Fäörbung lies sich erahnen, leider aber nicht mehr. Wir haben dann Googel um Hilfe gefragt und herausgefunden, dass nicht immer, sondern nur bei richtigem Sonnenstand die im See vorkommenden Bakterien ihren Farbstoff ausschütten. Zusammen mit der wetweit höchsten Salzkonzentration in einem See ist er dann wie auf Bilder im Internet wunder schön pink. Wir haben ihn leider so nicht gesehen.
Weiter gings entlang der "Petite Cote", dem touristisch hoch erschlossenen Küstenabschnitt Senegals. Wir machten allerdings nur kurz Halt zu Mittag direkt unter Palmen am Strand. Spätnachmittags besuchten wir dann noch das Städtchen Fadiouth, das auf einer künstlich aufgeschütteten Muschelinsel errichtet ist. Hier suhlten sich Schweine im Flachen Delta, ein seltener Anblick im bisher sehr muslimischen Afrika. Auch der christliche Friedhof und die Glocken waren hier überraschend.
Per Email kommunizierten wir in der Zwischenzeit mit den Missionaren, die zur Zeit in Telimele -Hannahs FSJ-Stelle- sind und erfuhren so, dass genau dann, wann wir gedacht haben dort zu sein, alle fort seien. Also auf gut afrikanischer Art und Weiße spontan umgedacht und ab gings schneller als gedacht Richtung Guinea. Auf halber Strecke fiel Samuel dann ein, mal auf dem Visum im Pass nachschauen zu können wann wir denn einreisen dürften. Und leider stand da erst der 20. Februar als frühstes Einreisedatum. Was sollten wir denn noch 4 Tage im Senegal? Schon so dicht waren wir der Grenze. Also wollten wir es drauf ankommen lassen und notfals direkt an der Grenze die nötigen Tage warten. Doch dort interessierte sich niemand für das Datum. Hauptsache wir hatten ein Visum. Die Grenze verlief für uns sehr entspannt und einfach. Keine Schlepper die einem helfen wollten und keine korrupeten Polizisten, die ein Extralohn wollten. Nur mit dem Ausfülen des Carnets mussten wir helfen, doch auch dies verlief um einiges schneller als in Dakar. Im Vorfeld hatten wir sehr viel negatives über die Polizeibeamten im Senegal gehört und auch an der Grenze in den Senegal mussten wir bereits eine äußerst fragwürige Gebühr für unser Auto bezahlen. Um so mehr sind wir nun überrascht, wir wurden lediglich an zwei Polizeiposten angehalten und nach unserem Ziel gefragt, die Beamten wollten nicht einmal unsere Papiere sehen. Voller Freude über diese positive Erfahrung schien sich das Blatt kurz vor der guineischen Seite doch noch einmal zu wenden. Zwei sehr motiverte Polizisten hielten uns an und winkten uns direkt an den Rand der Straße um zu parken. Nun würden sie sicherlich so einiges von den Schikanen die wir im Vorfeld gehört hatten auspacken (fehlende Lizenz für den Dachträger, kein zweites Warndreieck, kein Feuerlöscher, zu schnell gefahren, nicht richtig geparkt...). Doch all dies blieb aus. Sie scherzten mit uns auf Englisch, hileten smaltalk und fragten wieviel unserer Solarplatte gekostet hätte, das war alles. Jetzt sind wir glücklich und überraschend früh in Guinea angekommen und wollten ganz spontan bei einer Schweizer Missionarin in Gaoual vorbeischauen, die Hannah noch von ihrem letzten Aufenthalt in Guinea kennt.

23. Februar: alte Heimat

Tansania
zurück im grünen Land

Bis Gaoual war die Straße ganz frisch geteert und so lief es problemlos bis dorthin. Auf der Straße fragten wir uns durch, wer Daniela kennt und tatsächlich gerieten wir an einen Mann der behauptete er wüsste wo sie wohnt und könne uns dort hinführen. Er wusste es glückicherweise tatsächlich, doch leider war sie nicht zu Hause. Es gibt jedoch noch andere Weiße im Dorf und über einen weiteren Verusch landetetn wir dann bei den Vögtlis. Tobias, Michelle und Seline haben uns sehr herzlich aufgenommen und das Rätsel wo die anderen Weißen steckten löste sich schnell, denn sie saßen im Wohnzimmer zusammen. So verbrachten wir einen echt schönen Abend, mit leckerer Pizza und tollen Gesprächen. Wir durften die Nacht im Gästezimmer schlafen und bekamen am nächsten Morgen frisch gebackene Panecakes. Tobias bot uns an uns ihre Schule und das Ausbildungszentrum zu zeigen in dem sie arbeiten. Tobias ist gelernter Zimmermann und bildet zusammen mit den Team (Action Vivre Gaoual -Schweizer Allianz Mission) Maurer und KFZ Meckaniker aus. Ein super Entwicklungshilfe Programm, das viel Wissen über den Beruf vermittelt und die Jugendlliche im Anschluss auf eigenen Beinen stehen können. 4 Tage die Woche sind sie bei örtlichen Handwerkern beschäftigt und zwei Tage werden sie im Berufschulzentrum unterrichtet.
Nach einem Besuch auf dem Markt, einem leckeren Mittagessen und viel fachgesimpel über die effektivste Bauweise von Gebäuden in Afrika, machen wir uns erst am Nachmittag auf den weiteren Weg. Vielen Dank nochmal für den netten Empfang und die tolle Zeit bei euch.
Weiter ging es in Richtung Labé, das Zentrum des Fouta Djalon. Nach einem holrpigen Stück Piste erreichten wir unseren Schlafplatz gerade noch bei Dämmerung. Während des Abendessen tauchten zwei Männer mit ihren Gewehren auf, sie haben uns wohl gehört und wollten nach dem rechten schauen. Wir tauschten die üblichen Begrüßungsworte aus und holten uns die Erlaubnis diese Nacht hier schlafen zu können. "Kein Proböem" war die Antwort und die Nacht verlief angenehm ruhig. Am nächsten Morgen besuchten wir den Gottesdienst in Labé. Laut und wild ging es hier zu, nicht ganz so wie wir es aus Deutschland gewohnt sind. Nach dem Gottesdienst waren wir mit einer weiteren Missionarin der SAM Mittagessen und nutzten die Chance noch einiges über Land und Leute zu erfahren. Nach dem Mittagessen ging es weiter in das kleine Dorf Douci. Hier verbrachten wir eine Nacht bei Hassan dem wohl bekanntesten "Wanderguide" Guineas. Mit ihm machten wir einen Abendspaziergang durchs Dorf und schmökerten in seinem Gästebuch in dem wir auch Hannahs Einträge von den Jahren 2009 und 2010 fanden. Dies weckte schöne Erinnerungen.
Am nächsten Tag machten wir am Vormittag eine kleine Wanderung durch die wunderschöne Region des Fouta. Am Ende nannte uns Hassan dann leider einen unverschämten Preis für unseren Aufenthalt, den wir jeodch auf mitlerweile sehr geübte afrikanische Art auf ein Drittel des Preise herunterhandelten. Ein sehr schöner und lohnender Abstecher. Am späten Vormittag machten wir uns dann auf nach Téliméle, voller Spannung was sich alles so verändert hat und was Hannah noch alles wiedererkennen wird. Nach einigen Kilometern schlechter Piste und steilen Serpentinen erreichten wir Téliméle am Nachmittag. Schon bei der Durchfahrt war klar, es ist nicht mehr das kleine beschauliche Städtchen von damals. Doch einige Ecken und Gebäuden waren Hannah dennoch gut in Erinnerung geblieben. Auch hier in Telimélé durften wir Gastfreundschaft der Schweizer genießen. Michi, Priska, Leandro (4), Nikolas (3) und Norina (6 Monate) Müller waren unsere Kontaktadresse. Auch hier wurden wir direkt ganz herzlich begrüßt und von den beiden Jungs wie selbstverständlich als willkommene Gäste aufgenommen. Wir verbrachten bei den Müllers drei total schöne Tage in denen wir super mit allerlei leckeren Schweizer Importprodukten verköstigt wurden. Zudem hatten wir viel Zeit mit den Jungs zu spielen und zu toben und endlich auch am Auto einige Dinge zu richten. Diesel- und Luftfilter wurden gewechselt und unseren Landy gründlich von außen und innen geputz. Zudem beuschten wir den Markt auf dem wir Hannahs alte Schneiderin trafen die gleich für eine Hose und ein Oberteil beauftragt wurde und sich rießig über den Besuch freute. Wir ließen uns von Michi das Ausbildungszentrum von Telimélé zeigen. Hier lernen die Lehrlinge alles rund um den Bau. Ein Tag die Woche in der Theorie, den Rest direkt am Bau oder der Möbelmanufaktur. Dort haben sie unter anderem auch einen sogenannten "Lebensunterricht" zu Gesundheit, Hygiene, Sexualität,.... Wir verbrachten einen Abend mit den 4 Kurzzeitlern in Hannahs altem Zuhause und machten einen kleinen Ausflugf zum Baden zur "Barage". Der kleine Stausee liefert für ein paar Stunden am Tag für einen Teil des Ortes Strom und ist ein wunderschöner Ort zum Baden. Hannahs ehemaliger Arbeitsplatz - das Center - ist mittlerweile in einheimische Hände übergeben worden. Es werden im Moment zwei Englischkurse und zwei Computerkurse angeboten. Wir hatten eine tolle Zeit in Telimele und haben die Zeit bei Müllers sehr genossen -DANKE euch Fünf für eure Gastfreundschaft und die tolle Zeit die wir mit euch haben durften! Für Hannah war es ein tolles Erlebnis nach so vielen Jahren die Stadt und auch das Center wieder zu sehen. Auch Samuel hat sich von der Freunde über das grüne und fruchbare Land sofort anstecken lassen.
Am Donnerstag den 23.02 ging es nun weiter nach Kindia und von dort weiter Richtung der Waldregion im Süden Guineas. Conakry haben wir spontan ausgelassen, da es dort vor zwei Tage zu massiven Ausschreitungen aufgrund eines Lehrerstreiks kam.

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15. Februar: Dakar

Tansania
"fast wie Urlaub"

Im Senegal folgte auf die Abenteuer der Wüste Kontrastprogramm. Zivilisation! Doch von Beginn: Schon recht früh am Morgen erreichten wir die kleine Nebengrenze Diama zwischen Mauretanien und Senegal. Wir dachten morgens sei noch nicht viel los, die Zollbeamten noch entspannt und alles geht schnell und reibungslos. Da Hannah noch recht angeschlagen war und es Samuel in der Zwischenzeit ziemlich erwischt hatte, hofften wir auf eine schnelle Grenzabwicklung. Aber leider kam es anders. Wieder waren viele viele Büros abzuarbeiten. Doch diesesmal wollte plötzlich fast jedes dieser Büros 10€ Bearbeitungsgebühr. Beim ersten Büro haben wir nach einer guten halben Stunde Diskussion gegen einen offiziellen Beleg nachgegeben. Beim nächsten Büro haben wir so lange gewartet und diskutiert bis wir so weiterkamen. Doch leider wiederholte sich das Spiel auf der senegalesischen Seite. Und da es erst Vormittags war, hatten die Beamten alle Zeit der Welt uns auszusitzen. Ohne 10€ kein Pass zurück PUNKT. Das Kopfweh wurde schlimmer, und auch Fieber kam hinzu, also haben wir doch nachgegeben, bezahlt und waren durch. Nix wie auf den Campingplatz Zebrabar etwas südlich von St. Louis. Schon seit Jahren hat sich dieser, von Schweizern geführte Campingplatz, als Treffpunkt für Afrikareisende entwickelt. Wunderschön unter Palmen, direkt am Strand, großzügig und gut gepflegte Anlage, nette Bar und "unsere Kanadier" ;-) Hier trafen wir Mike und Sue (zuvor in Nouakchott und Atar getroffen) wieder (nicht das letzte mal). Auch andere Reisende haben wir wieder erkannt und ein Teil der Rally haben wir hier auf deren Rückweg getroffen. Eigentlich wollten wir St. Louis anschauen, aber wir haben uns die zwei Tage nicht vom Campingplatz und kaum vom Auto wegbewegt, sondern uns auskurriert und erholt. Da wir bei Einreise aber nur 3 Tage zeit bekommen haben unsere Autopapiere in Dakar abstempeln zu lassen gings dann auch schon weiter. Die Fahrt nach Dakar war einfach. Sauber geteerte Straßen und keine Polizeisperren liesen uns schnell vorwärtskommen. Und dann kam sogar ein Stück Bezahlautobahn! Bis kurz vor der Innenstadt lief der Verkehr gut. Dann kamen wir ins Chaos der Millionenstadt. Richtig afrikanisch gings dann bei der Zollbehörde zu. Beamten in der Mittagspause, unzählige Büros die jeweils nur einen Stempel oder eine Unterschrift abgeben. 2 Stunden später hatten wir alle Papiere fertig abgestempelt zurück. Jetzt noch schnell auf der ein oder anderen Botschaft vorbeischauen, das war der Plan. Doch aufgrund des dichten Verkehrs und der langen Bearbeitungszeit im Zollamt war es schon spät und wir müde und ausgepowert und so waren wir froh Esther Lehman und ihre Familie ansteuern zu dürfen. Der Empfang war herzlich! Wir kannten weder sie noch ihre Kinder, wurden aber so lieb aufgenommen und eingeladen so lange dazubleiben wie wir wollen. Sogar ein Gästezimmer war für uns bereit! 5 Tage haben wir die Gastfreundschaft genossen. Wir haben das Visum für Guinea beantragt (dauerte von Freitag bis Montag), haben geduscht, lange im Bett geschlafen, das W-Lan genossen, Tischtennis gespielt, Tagesausflüge unternommen und lecker senegalesisch mit der Familie gegessen. Esther, ihre Tochter Hannah (8) und ihr Sohn Philip (16) haben uns den westlichsten Punkt Afrikas, die umstrittene Statue der "Wiedergeburts Afrikas" und den zweitwichtigsten Leuchturm Afrikas gezeigt. Wir durften sie in ihre Gemeinde begleiten, waren gemeinsam beim Italiener und haben zusammen schönste Korbwaren eingekauft. Und zum Schluss waren wir am Dienstag noch auf der ehemaligen Sklaveninsel Goreé. Ein Boot bringt die Touristen auf die kleine, autofreie Insel vor der Küste Dakars. Hier war jahrelang einer der unzähligen Umschlagsplätze des Sklavenhandels. Und da die Insel und die Sklavenhäuser noch so gut erhalten sind, wurde die Insel zum Unseco Weltkulturerbe erklärt. Im Sklavenhaus standen wir vor der "Door of no return", durch die die Sklaven gehen mussten. Wer diese durchschritt kam nie wieder zurück. Ein wirklich dunkler Teil der Geschichte. Heute sind auf der Insel viele Künstler zuhause und fertigen schöne Gemälde, Schmuck, Deko und vieles mehr. Im zweiten Weltkrieg war auf der Insel außerdem ein Stützpunkt der französischen Armee und die Überreste sind noch zu besichtigen. Auf der Insel befindet man sich in einer völlig eigenen, ruhigen Welt mit tollen Gärten und hübschen Gassen. Zurück auf dem Festland steckten wir erstmal wieder stundenlang im dichten Verkehr fest bis wir die Stadt nach fast einer Woche wieder verlassen haben/mussten/durften/wollten.

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