15. Februar

Dakar



"fast wie Urlaub"

Im Senegal folgte auf die Abenteuer der Wüste Kontrastprogramm. Zivilisation! Doch von Beginn: Schon recht früh am Morgen erreichten wir die kleine Nebengrenze Diama zwischen Mauretanien und Senegal. Wir dachten morgens sei noch nicht viel los, die Zollbeamten noch entspannt und alles geht schnell und reibungslos. Da Hannah noch recht angeschlagen war und es Samuel in der Zwischenzeit ziemlich erwischt hatte, hofften wir auf eine schnelle Grenzabwicklung. Aber leider kam es anders. Wieder waren viele viele Büros abzuarbeiten. Doch diesesmal wollte plötzlich fast jedes dieser Büros 10€ Bearbeitungsgebühr. Beim ersten Büro haben wir nach einer guten halben Stunde Diskussion gegen einen offiziellen Beleg nachgegeben. Beim nächsten Büro haben wir so lange gewartet und diskutiert bis wir so weiterkamen. Doch leider wiederholte sich das Spiel auf der senegalesischen Seite. Und da es erst Vormittags war, hatten die Beamten alle Zeit der Welt uns auszusitzen. Ohne 10€ kein Pass zurück PUNKT. Das Kopfweh wurde schlimmer, und auch Fieber kam hinzu, also haben wir doch nachgegeben, bezahlt und waren durch. Nix wie auf den Campingplatz Zebrabar etwas südlich von St. Louis. Schon seit Jahren hat sich dieser, von Schweizern geführte Campingplatz, als Treffpunkt für Afrikareisende entwickelt. Wunderschön unter Palmen, direkt am Strand, großzügig und gut gepflegte Anlage, nette Bar und "unsere Kanadier" ;-) Hier trafen wir Mike und Sue (zuvor in Nouakchott und Atar getroffen) wieder (nicht das letzte mal). Auch andere Reisende haben wir wieder erkannt und ein Teil der Rally haben wir hier auf deren Rückweg getroffen. Eigentlich wollten wir St. Louis anschauen, aber wir haben uns die zwei Tage nicht vom Campingplatz und kaum vom Auto wegbewegt, sondern uns auskurriert und erholt. Da wir bei Einreise aber nur 3 Tage zeit bekommen haben unsere Autopapiere in Dakar abstempeln zu lassen gings dann auch schon weiter. Die Fahrt nach Dakar war einfach. Sauber geteerte Straßen und keine Polizeisperren liesen uns schnell vorwärtskommen. Und dann kam sogar ein Stück Bezahlautobahn! Bis kurz vor der Innenstadt lief der Verkehr gut. Dann kamen wir ins Chaos der Millionenstadt. Richtig afrikanisch gings dann bei der Zollbehörde zu. Beamten in der Mittagspause, unzählige Büros die jeweils nur einen Stempel oder eine Unterschrift abgeben. 2 Stunden später hatten wir alle Papiere fertig abgestempelt zurück. Jetzt noch schnell auf der ein oder anderen Botschaft vorbeischauen, das war der Plan. Doch aufgrund des dichten Verkehrs und der langen Bearbeitungszeit im Zollamt war es schon spät und wir müde und ausgepowert und so waren wir froh Esther Lehman und ihre Familie ansteuern zu dürfen. Der Empfang war herzlich! Wir kannten weder sie noch ihre Kinder, wurden aber so lieb aufgenommen und eingeladen so lange dazubleiben wie wir wollen. Sogar ein Gästezimmer war für uns bereit! 5 Tage haben wir die Gastfreundschaft genossen. Wir haben das Visum für Guinea beantragt (dauerte von Freitag bis Montag), haben geduscht, lange im Bett geschlafen, das W-Lan genossen, Tischtennis gespielt, Tagesausflüge unternommen und lecker senegalesisch mit der Familie gegessen. Esther, ihre Tochter Hannah (8) und ihr Sohn Philip (16) haben uns den westlichsten Punkt Afrikas, die umstrittene Statue der "Wiedergeburts Afrikas" und den zweitwichtigsten Leuchturm Afrikas gezeigt. Wir durften sie in ihre Gemeinde begleiten, waren gemeinsam beim Italiener und haben zusammen schönste Korbwaren eingekauft. Und zum Schluss waren wir am Dienstag noch auf der ehemaligen Sklaveninsel Goreé. Ein Boot bringt die Touristen auf die kleine, autofreie Insel vor der Küste Dakars. Hier war jahrelang einer der unzähligen Umschlagsplätze des Sklavenhandels. Und da die Insel und die Sklavenhäuser noch so gut erhalten sind, wurde die Insel zum Unseco Weltkulturerbe erklärt. Im Sklavenhaus standen wir vor der "Door of no return", durch die die Sklaven gehen mussten. Wer diese durchschritt kam nie wieder zurück. Ein wirklich dunkler Teil der Geschichte. Heute sind auf der Insel viele Künstler zuhause und fertigen schöne Gemälde, Schmuck, Deko und vieles mehr. Im zweiten Weltkrieg war auf der Insel außerdem ein Stützpunkt der französischen Armee und die Überreste sind noch zu besichtigen. Auf der Insel befindet man sich in einer völlig eigenen, ruhigen Welt mit tollen Gärten und hübschen Gassen. Zurück auf dem Festland steckten wir erstmal wieder stundenlang im dichten Verkehr fest bis wir die Stadt nach fast einer Woche wieder verlassen haben/mussten/durften/wollten.

18. Februar: Baobab

Tansania
once upon a time

Lac Rose - der pinkfarbene See etwas nördich von Dakar war unser erstes Ziel nach unserem längerem Aufenthalt in Dakar. Abends sol die Farbe am intensivsten sein, haben wir gelesen. Als wir ankamen war der See wie jeder andere. Blau-Braun dreckig. Wir dachten schon wir seien so naiv wie bei den blauen Steinen gewesen und alles sei nur Tourimasche. Aber am Campingplatz wurde uns versichert am nächsten morgen um 10 Uhr sei der See sicher schön pink. Beim Abendspaziergang lies sich die Färbung auch erahnen. Nach einer ruhigen Nacht waren wir umso gespannter, aber leider sah der See aus wie am Abend davor. Die Fäörbung lies sich erahnen, leider aber nicht mehr. Wir haben dann Googel um Hilfe gefragt und herausgefunden, dass nicht immer, sondern nur bei richtigem Sonnenstand die im See vorkommenden Bakterien ihren Farbstoff ausschütten. Zusammen mit der wetweit höchsten Salzkonzentration in einem See ist er dann wie auf Bilder im Internet wunder schön pink. Wir haben ihn leider so nicht gesehen.
Weiter gings entlang der "Petite Cote", dem touristisch hoch erschlossenen Küstenabschnitt Senegals. Wir machten allerdings nur kurz Halt zu Mittag direkt unter Palmen am Strand. Spätnachmittags besuchten wir dann noch das Städtchen Fadiouth, das auf einer künstlich aufgeschütteten Muschelinsel errichtet ist. Hier suhlten sich Schweine im Flachen Delta, ein seltener Anblick im bisher sehr muslimischen Afrika. Auch der christliche Friedhof und die Glocken waren hier überraschend.
Per Email kommunizierten wir in der Zwischenzeit mit den Missionaren, die zur Zeit in Telimele -Hannahs FSJ-Stelle- sind und erfuhren so, dass genau dann, wann wir gedacht haben dort zu sein, alle fort seien. Also auf gut afrikanischer Art und Weiße spontan umgedacht und ab gings schneller als gedacht Richtung Guinea. Auf halber Strecke fiel Samuel dann ein, mal auf dem Visum im Pass nachschauen zu können wann wir denn einreisen dürften. Und leider stand da erst der 20. Februar als frühstes Einreisedatum. Was sollten wir denn noch 4 Tage im Senegal? Schon so dicht waren wir der Grenze. Also wollten wir es drauf ankommen lassen und notfals direkt an der Grenze die nötigen Tage warten. Doch dort interessierte sich niemand für das Datum. Hauptsache wir hatten ein Visum. Die Grenze verlief für uns sehr entspannt und einfach. Keine Schlepper die einem helfen wollten und keine korrupeten Polizisten, die ein Extralohn wollten. Nur mit dem Ausfülen des Carnets mussten wir helfen, doch auch dies verlief um einiges schneller als in Dakar. Im Vorfeld hatten wir sehr viel negatives über die Polizeibeamten im Senegal gehört und auch an der Grenze in den Senegal mussten wir bereits eine äußerst fragwürige Gebühr für unser Auto bezahlen. Um so mehr sind wir nun überrascht, wir wurden lediglich an zwei Polizeiposten angehalten und nach unserem Ziel gefragt, die Beamten wollten nicht einmal unsere Papiere sehen. Voller Freude über diese positive Erfahrung schien sich das Blatt kurz vor der guineischen Seite doch noch einmal zu wenden. Zwei sehr motiverte Polizisten hielten uns an und winkten uns direkt an den Rand der Straße um zu parken. Nun würden sie sicherlich so einiges von den Schikanen die wir im Vorfeld gehört hatten auspacken (fehlende Lizenz für den Dachträger, kein zweites Warndreieck, kein Feuerlöscher, zu schnell gefahren, nicht richtig geparkt...). Doch all dies blieb aus. Sie scherzten mit uns auf Englisch, hileten smaltalk und fragten wieviel unserer Solarplatte gekostet hätte, das war alles. Jetzt sind wir glücklich und überraschend früh in Guinea angekommen und wollten ganz spontan bei einer Schweizer Missionarin in Gaoual vorbeischauen, die Hannah noch von ihrem letzten Aufenthalt in Guinea kennt.

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6. Februar: Rally

Tansania
in netter Gesellschaft

Gesagt getan machten wir uns auf in das 440Km enfernte Atar. Die erste Hälfte fahren wir auf der großen Asphaltstraße, die weder lanschaftlich noch straßentechnisch viel zu bieten hat, außer unzähligen Polizeikontrollen an denen wir unsere bekannten "fiches" hinterließen. Nach ca. 300km haben wir uns dann recht spontan etschieden die Hauptsraße zu verlassen und einen Schlencker über die Piste zu fahren. Wir kannten weder die Streckenbeschreibung noch wussten wir von wem wir den Track in unserem Navi hatten. Die ersten Kilometer waren wenig beeindruckend, flache Landschaften, so gut wie nicht besiedelt und viel geholper über Stock und Stein. Gegen Abend kommen wir an einem schönen Dünenfeld an, an dem wir unser Nachlager aufschlagen. Und selbst hier in der Wüste treffen wir auf einen einsamen Nomaden mit Kamel und eine Nomandenfamilie die mit Sack und Pack untwegs ist- Der nächsten Tag beginnt gleich sehr anspruchsvoll. Das erwähnte Dünenfeld will durchquert werden und auch wenn wir in Marokko schon etwas Wüstenerfahrung gesammelt haben, waren die Dünen die wir hier in Mauretanien hatten weitaus höher und anspruchsvoller zu fahren. Anschließend ging die Fahrt über sehr abwechslungreiche Landschaften weiter. Auf der einen Seite ein nicht endendes Dünenfeld während auf der anderen Seite Berge und Geröllfelder zu sehen sind. Am frühen Nachmittag kommen uns im anspruchsvollen Gelände, nichts ahnend, zwei nett winkende Motorradfahrer entgegen, es sollen an diesem Tag nicht die letzten gewesen sein. Da eine Mittagpause längst überfällig war stellten wir uns einige Minuten später direkt neben die Piste in eine kleine Senke um etwas zu essen. Wir haben kaum mit den Essen angefangen schießen in einem Abstand von ca. 3 Minuten weitere Motorcrossräder an uns vorbei. Es folgten später auch Ralleyautos. Wir staunten nicht schlecht in welcher Geschwindigkeit sie diese anspruchsvolle Piste meisterten. Auf dem weiteren Weg kommen uns sicherlich weitere 15 Rallyautos, Motorräder und zwei Sanifahrzeige entgegen. Von einem dieser Sanifahrzeuge wurden wir kurz aufgeklärt, dass hier im Moment die Intercontinetal Rally stattfindet und wir im weiteren Verlauf gut auf die entgegenkommenden Autos acht geben sollen. Beeindruckt vom gesehenen und geschafft von der anspruchsvollen Strecke entschieden wir in Atar einen Campingplatz, geführt von einem Holländer, anzufahren. Der Empfang war gleich sehr herzlich. Wir trafen auf unser Kanadisches Ehepaar das wir bereits in Nouckchott getroffen haben. Micke und Sou sind mitte 70 und wollen wie wir in ihrem Landy bis Südafrika. Zudem trafen wir zwei nette Paare aus Deutschland. Mit Thomas und Claudia (38 und 48 Jahre) sind wir am Abend direkt in die Stadt um gemeinsam etwas zu essen. Ein total netter und witziger Abend an dem wir viel quatschten natürlich hauptsächlich über unsere bisherigen Reiseerlebnise. Zurück am Campingplatz haben wir den Abend mit Claudia und Thomas, Susanne (80 Jahre aus Deutschland) und dem sympatischen Schweizer Hans-Peter (Landymechaniker) ausklingen lassen. Hans-Peter ist Teilnehmer der erwähnten Rally und so bekamen wir noch einige interesannte Infos dazu (er stieg frühzeitig aus weil sein Landy schlapp machte). Nach einem ausgibigen Frühstück am nächsten Morgen und dem Besprechen der Reiseplänen mit den anderen sind wir los in Richtung Ouadane. Nach zwei Stunden misserabler Piste hat es uns dann kurz nach Ouadane erwischt und wir steckten im weichen Tiefsand. Das erstemal das wir nicht allein durch buddeln und Luft aus den Reifen zu lassen weiter gekommen sind. Um uns zu befreiern mussten auch die Sandbleche ausgepackt werden. Dafür sind wir mit einem tollen Blick in das Innere des Kraters Guelb er Richat, unser geplantes Ziel für den heutigen Tag, belohnt. Dieser soll wohl bei einem nicht stattgefundenm Vulkanasbruch enststanen sein. Auf dem innersten "Ring" des Kraters schlugen wir unser Nachlager auf und durften so am nächsten Tag vom Dachzelt aus den Sonnenaufgang bestaunen. 

Vom weiteren Verlauf der Strecke bis Chinguetti habt ihr ja bereits im letzten Blogeintrag gelesen.

Nach dem wir das historische Städtchen Ouadane ausgelassen haben. haben wir mit Claudia und Thomas die 7. heiligste Stadt des Islam Chinguetti angeschaut. Das Städchen hat an sich nicht sehr viel zu bieten außer einer sehr alten "Kasbah" in der sich nur erahnen lässt wie die Menschen damals gelebt haben könnten. Der anschließende Weg führt uns zu viert in Richtung Atar zurück. 20 Kilometer vor der Stadt ließen wir uns an einem schönen Flecken nieder und hatten einen weiteren echt schönen Abend mit den beiden. Beide haben ihre Jobs in Deutschland gekündigt und sind nun auf unbestimmte Zeit in Afrika unterwegs. Über Atar und Nouckchott ging es dann weiter südlich Richtung Grenze zum Senegal. Wir entschieden uns hier für den durchaus schöneren Weg durch den Nationalpark um anschließend die weniger frequentierte Grenze in Diama zu passieren. Im Senegal werden unsere ersten Stationen vermutlich St. Louis sein und dann gehts weiter nach Dakar.

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