03. März

Hitzefrei



Overlandertreffen im Sleeping Camel

Es ist längst dunkel. Eigentlich würden wir schon lange im Dachzelt liegen, aber wir sitzen zusammen und quatschen ... und schwitzen. Um 23:00Uhr hat es immernoch über 30°C. Wie zuhause im Hochsommer mittags um 14:00Uhr. Hitzefrei würde es schon lange geben, aber hier in Bamako sitzen wir in einem überfüllten Minibus auf dem weg zurück zum Hotel und schwitzen. Und trinken den 4l Wasser am Tag. Weit über 40°C zeigt das Termometer zur heißesten Stunde des Tages. Nachts schlafen wir in der zwischenzeit nur noch auf unserem Seidenschlafsack, denn selbst das dünne Seidentuch raubt einem vor lauter Hitze den Schlaf. Waren die Morgenstunden in Guinea noch sehr angenehm ist es einem hier schon morgens nach einer Dusche. Und leider kann man abends trotzdem nicht entspannt in T-Shirt und kurzer Hose dasitzen, man würde von den unzähligen Moskitos gefressen. Daher lange Kleider, schwitzen und duschen vor dem Bett gehen.

Im Norden Malis herrscht zur Zeit Ausnahmezustand. Terroristen machen das Land unsicher. Zur Unterstützung des malischen Militärs sind deshalb ausländische Truppen im Land. Neben Franzosen, Belgiern, Iren, Holländer auch Deutsche Truppen. Neben dem Einsatz an Truppen im Norden sind auch einige Ausbilder im Rahmen der UN im Lande und bilden Polizei und Militär aus. Seit die Konflikte im Norden stattfinden ist der Tourismus im Lande zusammengebrochen. In unserem Afrikareiseführer ist deshalb auch wenig über Mali zu lesen. Aber da es in der Hauptstadt Bamako das sonst so schwierig zu bekommende Nigeria-Visum geben soll, führt un unser Weg auch nach Mali. Der Süden ist sicher und hier ist von Krieg nichts zu spühren. Nur in der Hauptsadt sieht man einige UN-Fahrzeuge und ein hohes aufkommen an Polizei und Militär. Wir bleiben drei Nächte im "sleeping camel", einem kleinen Hotel mit der Möglichkeit für einige Camper im Hof zu parken. Als wir ankommen steht neben einem großen weißen Truck auch ein schöner orangener Unimog (beides Holländer). Daneben noch ein Zelt und das dazugehörige Motorad mit deutschem Kennzeichen. Die drei waren die letzten Tage zusammen unterwegs, werden hier wie wir Visa beantragen und dann trennen sich deren Wege wieder. Die Abende verbringen wir zusammen und es ist schön sich auf Augenhöhe unterhalten zu können. Wir bekommen auch Tipps zum Nigeriavisum, da Luca (der deutsche Motorradfahrer) und die Holländer des weißen Trucks dieses eine Tag zuvor beantragt haben. Leider wurde eine Woche zuvor eine Bearbeitungsgebühr von ca 30€ pro Visa eingeführt, sonst lief alles problemlos. Am nächsten Tag können wir das Visum abholen. Im Restaurant des Hotels haben wir lecker gegessen. Und als zwei Deutsche Polizisten zum Abendessen vorbei kamen staunten wir nicht schlecht. Die Bar ist anlaufpunkt vieler UN-Ausbilder und so kommen wir immer wieder mit einigen von ihnen ins Gespräch. In der großen Stadt finden wir auch den ein oder anderen Supermarkt und kaufen mal wieder Dinge ein, die wir sonst kaum bekommen. z.B.  Käse, Hackfleisch und Kekse ;-).
Von Burkina Faso haben wir viel positives gehört und wollen daher, ohne Stop in der Elfenbeinküste und Ghana (erstpart uns Visumskosten  und -stress, und ermöglicht entspannteres Reisen), die nächsten zwei Wochen dieses Land erkunden.

09. März: Hipposee

Tansania
die Safari beginnt

Der Empfang in Burkina Faso war herzlich. Schon an der Grenze wurden wir freundlich von einem Grenzbeamten begrüßt und zu den notwendigen Stationen begleitet, die zu unserem Erstaunen alle auf einem Fleck zu sein schienen (Später wuren wir eines besseren belehrt, es kamen dpch noch etliche Büros und Beamten die unsere Papiere sehen wollten). Auch half er uns gleich eine SIM-Karte zu bekommen, damit wir in burkina wieder vernüftiges Internet haben, welches wir gleich beim Geburtstagsskypen mit dem (Schwieger-)Papa  nutzen konnten.  Von der Grenze ging es durch Mango- und Cashewplantagen Richtung Sindou. Etwas nördlich davon trafen wir auf einen Stausee und campierten dort direkt am Ufer. Die abgestorbenen Bäume die noch aus dem See ragen, dazwischen die Fischer in ihrem Boot und die Kuhherden die hin und wieder zum trinken an das Seeufer kamen, verliehen dem Ort seinen besonderen Reiz. Am nächsten Tag konnten wir unterhalb des Stausees das dazugehörige Bewässerungssystem bestaunen. Grüne und sauber angelegte Felder mit Salat, Zwiebeln, Erdnuss, Papaya, Reis und vielem mehr. Am Rand der Felder schlugen wir direkt hinter den Sindoupeaks unser nächstes Nachtlager auf. In der Mittagshitze mit über 40°C betrachteten wir die besonderen Felsformationen ersteinmal aus dem Schatten der Bäume und machten uns gegen abend zu zwei kleinen Erkundungstouren mit kleinen Klettereien auf die ein oder andere Felsspitze. Schon lange träumte es Samuel in Afrika so richtig zu klettern. Das Equipment war eingepackt und wartete schon seit Wochen auf den ersten Einsatz. Hier bot sich die perfekte Gelegenheit. Daher sind wir am nächsten morgen früh aufgestanden und gleich zum Klttern in die Peaks aufgebrochen. Eine ca. 20m Meter hohe Felsspitze wurde auserkoren heute erklettert zu werden. Der Sandstein bietet einfache Möglichkeiten den Fels zu erklimmen und oben das Seil zu befestigen, um so auch schwierigere Routen ausprobieren zu können. Uns beiden beeindruckte die Aussicht auf die besondere Lanfdschaft von oben sehr!
Nachdem Guinea von Touristen so gut wie nicht bereist wird, gibt es dort auch keine touristische Infrastruktur. Dies ist nun in Burkina anders. An unserem nächsten Halt, dem Hipposee von Tengrela, gab es ein Kassenhäuschen und ganz offizielle Eintrittskärtchen. Für ca. 1,50€ darf man hier am Ufer des Sees auf Nilpferde warten. Da wir genügend Zeit in Burkina haben und die Hippos erst abends ans Ufer kommen schlugen wir unser Zelt direkt am Ufer auf. Und wir hatten tatsächlich Glück und abends kamen zwei der ca. 21 Hippos des Sees an unser Ufer. Mit Kamera bewaffnet warteten wir auf den Moment, in dem die Hippos nicht faul im Wasser liegen oder gar auf Tauchgang sind, sondern für uns ihr rießen Maul aufsperren. So ein Tier wiegt ca. 3 Tonnen. Soviel wie unser vollbeladenes Auto!! Nachts konnten wir die Tiere nicht weit von unserem Schlafplatz hören.
Nach vielen vielen Kilometern Reise und vielen vielen fremden Gesichtern durften wir hier am Hipposee ein altes Gesicht wiedersehen. Hanna Harsch ist gerade für eine längere Zeit in Togo und macht, wie wir, Urlaub in Burkina Faso. Wir besuchen sie bald in Togo, trafen uns aber schon hier um etwas gemeinsam zu Reisen.
Zu dritt ging es daher am nächsten Tag weiter. Nicht weit vom See gibt es Wasserfälle, die im Reiseführer empfohlen sind. Wir erwateten nicht allzuviel, waren daher umso begeisterter von den Fällen. Obwohl es schon eine Weile Trockenzeit ist, sind die Fälle schon von weitem zu hören. Bei den mittaglichen 45°C wünscht man sich nichts sehenlicheres als ein kühles Bad. Weil es so schön hier ist verlängerten wir die angedachte Nacht gleich auf zwei. Weitere besondere Felsen, die Domes von Fab??, sind von hier aus zu Fuß zu erreichen und waren somit das Ausflugsziel des nächsten Morgens. Die Klettereien durch die Felskuppeln begeisterten vor allem Samuel aufs Neue. Die zwei Tage hier genossen wir sehr. Baden, relaxen, lesen und gemeinsam kochen und quatschen waren "richtiger" Urlaub für uns. Burkina Faso ist sicher auch ein lohnendes Urlaubsziel für den ein oder anderen von euch!
 

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27. Februar: Buschfeuer

Tansania
die Waldregion im Süden

Nach stundemlangen Durchgeschüttelt werden erreichen wir die Stadt Kindia. Hier wollen wir tanken, Geld abheben und nochmals einkaufen. Als wir so durch die überfüllten Straßen schlendern hörten wir jemand rufen: >>Madame Hannah<< Sherif, ein ehemaliger Jugendlicher aus dem Center hatte Hannah nach all den Jahren auf der Straße erkannt. Nach dem Studium hatte er keine Arbeit gefunden und ist nun 'Händler' in Kindia, Telimele sei zu klein und unbedeutend. Er half uns gleich Gemüse zu finden und wir gönnten uns noch ein gemeinsames Mittagessen: Mafe tiga - Reis mit traditioneller Erdnusssoße und Rindfleisch. Sehr lecker.
Die Nacht verbrachten wir abseits der Straße irgendwo am Rande einer Sumpflandschaft. Hier sind wir sicher alleine und ungestört. Fehlanzeige. Schon kurz nach uns tauchte eine Gruppe von 7 Kindern auf und bewegten sich auch die nächsten Stunden nicht mehr weg. Auch ein junger Mann auf seinem Motorrad kam um uns -unerwünschte- Gesellschaft zu leisten. Hannah verkrümelte sich irgendwann ins Auto, da sie von dem ständigen Beobachtetwerden genervt war. Erst gegen abend kam ein Mann mit zwei weiteren Kindern auf dem Motorad vorbei und zusammen mit den 7 Kindern und einer ganzen Herde Ziegen, auf die die Kinder wohl aufgepasst hatten, zogen sie heim. Auch der junge Mann musste noch was erledigen und wir machten ihm deutlich dass wir dann essen und duschen wollten und er sicher nicht die ganze Nacht bei uns bleiben müsse.
Früh ging es dann schon weiter, erst über schlechte Straße mit ständigem wechsel zwischen Teer und Piste alle paar Meter bis Mamou. Von dort ging eine wunderbar geteerte Straße in den Süden. Plötzlich war es wieder ruhig im Auto und wir kamen zügig voran. Schon am frühen Nachmittag war es unerträglich heiß und wir beschlossen genug Strecke für den Tag zurückgelegt zu haben. Vor einem Dorf bogen wir in einen kleinen Weg ein. Hier in Guinea ist es nicht so einfach weg von der Straße zu kommen, da die dichte Vegetation dies nur auf "echten" Wegen erlaubt. Vor einigen ordentlich angelegten Gärten fanden wir einen schönen Platz unter Bäumen. In der Ferne hörten wir Motorsägen und von Zeit zu Zeit kamen Kühe und Fußgänger vorbei, die freundlich Grüßten und schnell wieder verschwanden. Schon freuten wir uns über den langen mittag, bis plötzlich das Internet nicht mehr wollte. Unser 7-Tage Internetzugang waren abgelaufen. Misst. Dabei wollten wir heute die weitere Reiseplanung angehen. Der Abend kam, wir hatten gekocht, gegessen, gespielt und geduscht und wollten schon langsam ins Bett, als Lärm in der Ferne immer lauter wurde. Wie Schüsse, lautes Knacken und später dann auch Prasseln machte uns Angst. Als sich der Horizont auch noch orange färbte war uns klar, dass es ein Buschfeuer war. Waren wir hier sicher? Kam das Feuer näher? Und wird es uns irgendwann in der Nacht einholen? Im Schlafanzug zogen wir durch die Nacht um nachzuschauen wie weit weg das Feuer denn wirklich war. Da kamen uns plötzlich 3 Motorädern mit 6 bewaffneten Männern entgegen. Was wir hier machen, wollten sie wissen. Erst im Gespräch sahen wir die Uniform des einen Mannes. Wir könnten hier nicht bleiben. Viel zu gefährlich alleine im Busch. Die Sprachkenntnisse erlaubten es leider nicht zu erfahren ob generell oder aufgrund des Feuers wir umziehen mussten. Alle warteten bis wir abgebaut hatten und dann folgten wir ihnen ins Dorf. Direkt vor der Polizeistation "durften" wir unser Nachtlager wieder aufschlagen. Wahrscheinlich waren sie wirklich gekommen um uns vor dem Buschfeuer in Sicherheit zu bringen. Auch wenn das ständig beobachtet und gesehenwerden nervig sein kann, gibt es doch auch Sicherheit. '
Wir freuen uns die Tage auch über Nachricht von Hannahs Trauzeugin Laui, dass sie uns in Togo/Benin besuchen kommt. Um auch rechtzeitig dort zu sein und genügend Zeit zum Visum organisieren in Bamako zu haben bogen wir in Kissidougu wieder Richtung Norden ab. Bei einer kurzen Mittagspause wir dann leider unser neu mit Internet aufgeladenes Handy. Hannahs Nummer, Musik und unser Internet-Hotspot sind somit leider verloren. Die Stimmung war am Boden. Als wir dann beim Tanken auch noch um 20l beschissen wurden war der Tag gelaufen. Hannah war einkaufen, Samuel gerade dabei die Ersatzkanister vom Dach zu holen, als der Tankwart begann das Auto zu füllen. Erst beim Ausrechnen des aktuellen Spritverbrauchs wurde klar, dass wir zu viel verrechnet bekommen hatten. Nur wie kann man das Beweisen?Nach hitzigen Diskussionen wurde der Chef gerufen, aber alle um die Zapfsäule waren sich einig, dass die Tankuhr auf 0 stand. Wir mussten klein beigeben.
Mit getrübter Stimmung, ohne Internet und mit dem Ziel Bamako ging es dann volls schnell. Eine nette und ruhige Nacht am Rand eines Dorfes und eine meist gute Strecke brachten uns schneller nach Mali als gedacht. Auch die Polizeikontrollen auf der Strecke dauerten nie lang, verliefen sie doch meistens nach einem der beiden Muster:
1) >>Was hast du mir mitgebracht?<< Mit dieser Frage wurden wir das ein oder andere mal angehalten. >>Unseren Pass<< Aber da man den nicht essen kann, durften wir meistens schnell weiterfahren.
2) Die etwas nervigere Kontrolle versuchten immer irgendwas zu finden, das wir haben müssten aber nicht hatten. Führerschein, Fahrzeugschein, Pass, Versicherung, Warndreieck, Feuerlöscher und Verbandskasten wurden dann immer kontrolliert. Aber da wir alles hatten, durften wir immer nach einer Weile weiterfahren.
Die Grenze Nach Mali war dann ein Kinderspiel. Nur jeweils die Polizei und der Zoll mussten 'besucht' werden. Das Carnet de Passage musste zwar wieder erklärt werden, aber wurde dann ordnungsgemäß abgestempelt.

 

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