23. Februar

alte Heimat



zurück im grünen Land

Bis Gaoual war die Straße ganz frisch geteert und so lief es problemlos bis dorthin. Auf der Straße fragten wir uns durch, wer Daniela kennt und tatsächlich gerieten wir an einen Mann der behauptete er wüsste wo sie wohnt und könne uns dort hinführen. Er wusste es glückicherweise tatsächlich, doch leider war sie nicht zu Hause. Es gibt jedoch noch andere Weiße im Dorf und über einen weiteren Verusch landetetn wir dann bei den Vögtlis. Tobias, Michelle und Seline haben uns sehr herzlich aufgenommen und das Rätsel wo die anderen Weißen steckten löste sich schnell, denn sie saßen im Wohnzimmer zusammen. So verbrachten wir einen echt schönen Abend, mit leckerer Pizza und tollen Gesprächen. Wir durften die Nacht im Gästezimmer schlafen und bekamen am nächsten Morgen frisch gebackene Panecakes. Tobias bot uns an uns ihre Schule und das Ausbildungszentrum zu zeigen in dem sie arbeiten. Tobias ist gelernter Zimmermann und bildet zusammen mit den Team (Action Vivre Gaoual -Schweizer Allianz Mission) Maurer und KFZ Meckaniker aus. Ein super Entwicklungshilfe Programm, das viel Wissen über den Beruf vermittelt und die Jugendlliche im Anschluss auf eigenen Beinen stehen können. 4 Tage die Woche sind sie bei örtlichen Handwerkern beschäftigt und zwei Tage werden sie im Berufschulzentrum unterrichtet.
Nach einem Besuch auf dem Markt, einem leckeren Mittagessen und viel fachgesimpel über die effektivste Bauweise von Gebäuden in Afrika, machen wir uns erst am Nachmittag auf den weiteren Weg. Vielen Dank nochmal für den netten Empfang und die tolle Zeit bei euch.
Weiter ging es in Richtung Labé, das Zentrum des Fouta Djalon. Nach einem holrpigen Stück Piste erreichten wir unseren Schlafplatz gerade noch bei Dämmerung. Während des Abendessen tauchten zwei Männer mit ihren Gewehren auf, sie haben uns wohl gehört und wollten nach dem rechten schauen. Wir tauschten die üblichen Begrüßungsworte aus und holten uns die Erlaubnis diese Nacht hier schlafen zu können. "Kein Proböem" war die Antwort und die Nacht verlief angenehm ruhig. Am nächsten Morgen besuchten wir den Gottesdienst in Labé. Laut und wild ging es hier zu, nicht ganz so wie wir es aus Deutschland gewohnt sind. Nach dem Gottesdienst waren wir mit einer weiteren Missionarin der SAM Mittagessen und nutzten die Chance noch einiges über Land und Leute zu erfahren. Nach dem Mittagessen ging es weiter in das kleine Dorf Douci. Hier verbrachten wir eine Nacht bei Hassan dem wohl bekanntesten "Wanderguide" Guineas. Mit ihm machten wir einen Abendspaziergang durchs Dorf und schmökerten in seinem Gästebuch in dem wir auch Hannahs Einträge von den Jahren 2009 und 2010 fanden. Dies weckte schöne Erinnerungen.
Am nächsten Tag machten wir am Vormittag eine kleine Wanderung durch die wunderschöne Region des Fouta. Am Ende nannte uns Hassan dann leider einen unverschämten Preis für unseren Aufenthalt, den wir jeodch auf mitlerweile sehr geübte afrikanische Art auf ein Drittel des Preise herunterhandelten. Ein sehr schöner und lohnender Abstecher. Am späten Vormittag machten wir uns dann auf nach Téliméle, voller Spannung was sich alles so verändert hat und was Hannah noch alles wiedererkennen wird. Nach einigen Kilometern schlechter Piste und steilen Serpentinen erreichten wir Téliméle am Nachmittag. Schon bei der Durchfahrt war klar, es ist nicht mehr das kleine beschauliche Städtchen von damals. Doch einige Ecken und Gebäuden waren Hannah dennoch gut in Erinnerung geblieben. Auch hier in Telimélé durften wir Gastfreundschaft der Schweizer genießen. Michi, Priska, Leandro (4), Nikolas (3) und Norina (6 Monate) Müller waren unsere Kontaktadresse. Auch hier wurden wir direkt ganz herzlich begrüßt und von den beiden Jungs wie selbstverständlich als willkommene Gäste aufgenommen. Wir verbrachten bei den Müllers drei total schöne Tage in denen wir super mit allerlei leckeren Schweizer Importprodukten verköstigt wurden. Zudem hatten wir viel Zeit mit den Jungs zu spielen und zu toben und endlich auch am Auto einige Dinge zu richten. Diesel- und Luftfilter wurden gewechselt und unseren Landy gründlich von außen und innen geputz. Zudem beuschten wir den Markt auf dem wir Hannahs alte Schneiderin trafen die gleich für eine Hose und ein Oberteil beauftragt wurde und sich rießig über den Besuch freute. Wir ließen uns von Michi das Ausbildungszentrum von Telimélé zeigen. Hier lernen die Lehrlinge alles rund um den Bau. Ein Tag die Woche in der Theorie, den Rest direkt am Bau oder der Möbelmanufaktur. Dort haben sie unter anderem auch einen sogenannten "Lebensunterricht" zu Gesundheit, Hygiene, Sexualität,.... Wir verbrachten einen Abend mit den 4 Kurzzeitlern in Hannahs altem Zuhause und machten einen kleinen Ausflugf zum Baden zur "Barage". Der kleine Stausee liefert für ein paar Stunden am Tag für einen Teil des Ortes Strom und ist ein wunderschöner Ort zum Baden. Hannahs ehemaliger Arbeitsplatz - das Center - ist mittlerweile in einheimische Hände übergeben worden. Es werden im Moment zwei Englischkurse und zwei Computerkurse angeboten. Wir hatten eine tolle Zeit in Telimele und haben die Zeit bei Müllers sehr genossen -DANKE euch Fünf für eure Gastfreundschaft und die tolle Zeit die wir mit euch haben durften! Für Hannah war es ein tolles Erlebnis nach so vielen Jahren die Stadt und auch das Center wieder zu sehen. Auch Samuel hat sich von der Freunde über das grüne und fruchbare Land sofort anstecken lassen.
Am Donnerstag den 23.02 ging es nun weiter nach Kindia und von dort weiter Richtung der Waldregion im Süden Guineas. Conakry haben wir spontan ausgelassen, da es dort vor zwei Tage zu massiven Ausschreitungen aufgrund eines Lehrerstreiks kam.

27. Februar: Buschfeuer

Tansania
die Waldregion im Süden

Nach stundemlangen Durchgeschüttelt werden erreichen wir die Stadt Kindia. Hier wollen wir tanken, Geld abheben und nochmals einkaufen. Als wir so durch die überfüllten Straßen schlendern hörten wir jemand rufen: >>Madame Hannah<< Sherif, ein ehemaliger Jugendlicher aus dem Center hatte Hannah nach all den Jahren auf der Straße erkannt. Nach dem Studium hatte er keine Arbeit gefunden und ist nun 'Händler' in Kindia, Telimele sei zu klein und unbedeutend. Er half uns gleich Gemüse zu finden und wir gönnten uns noch ein gemeinsames Mittagessen: Mafe tiga - Reis mit traditioneller Erdnusssoße und Rindfleisch. Sehr lecker.
Die Nacht verbrachten wir abseits der Straße irgendwo am Rande einer Sumpflandschaft. Hier sind wir sicher alleine und ungestört. Fehlanzeige. Schon kurz nach uns tauchte eine Gruppe von 7 Kindern auf und bewegten sich auch die nächsten Stunden nicht mehr weg. Auch ein junger Mann auf seinem Motorrad kam um uns -unerwünschte- Gesellschaft zu leisten. Hannah verkrümelte sich irgendwann ins Auto, da sie von dem ständigen Beobachtetwerden genervt war. Erst gegen abend kam ein Mann mit zwei weiteren Kindern auf dem Motorad vorbei und zusammen mit den 7 Kindern und einer ganzen Herde Ziegen, auf die die Kinder wohl aufgepasst hatten, zogen sie heim. Auch der junge Mann musste noch was erledigen und wir machten ihm deutlich dass wir dann essen und duschen wollten und er sicher nicht die ganze Nacht bei uns bleiben müsse.
Früh ging es dann schon weiter, erst über schlechte Straße mit ständigem wechsel zwischen Teer und Piste alle paar Meter bis Mamou. Von dort ging eine wunderbar geteerte Straße in den Süden. Plötzlich war es wieder ruhig im Auto und wir kamen zügig voran. Schon am frühen Nachmittag war es unerträglich heiß und wir beschlossen genug Strecke für den Tag zurückgelegt zu haben. Vor einem Dorf bogen wir in einen kleinen Weg ein. Hier in Guinea ist es nicht so einfach weg von der Straße zu kommen, da die dichte Vegetation dies nur auf "echten" Wegen erlaubt. Vor einigen ordentlich angelegten Gärten fanden wir einen schönen Platz unter Bäumen. In der Ferne hörten wir Motorsägen und von Zeit zu Zeit kamen Kühe und Fußgänger vorbei, die freundlich Grüßten und schnell wieder verschwanden. Schon freuten wir uns über den langen mittag, bis plötzlich das Internet nicht mehr wollte. Unser 7-Tage Internetzugang waren abgelaufen. Misst. Dabei wollten wir heute die weitere Reiseplanung angehen. Der Abend kam, wir hatten gekocht, gegessen, gespielt und geduscht und wollten schon langsam ins Bett, als Lärm in der Ferne immer lauter wurde. Wie Schüsse, lautes Knacken und später dann auch Prasseln machte uns Angst. Als sich der Horizont auch noch orange färbte war uns klar, dass es ein Buschfeuer war. Waren wir hier sicher? Kam das Feuer näher? Und wird es uns irgendwann in der Nacht einholen? Im Schlafanzug zogen wir durch die Nacht um nachzuschauen wie weit weg das Feuer denn wirklich war. Da kamen uns plötzlich 3 Motorädern mit 6 bewaffneten Männern entgegen. Was wir hier machen, wollten sie wissen. Erst im Gespräch sahen wir die Uniform des einen Mannes. Wir könnten hier nicht bleiben. Viel zu gefährlich alleine im Busch. Die Sprachkenntnisse erlaubten es leider nicht zu erfahren ob generell oder aufgrund des Feuers wir umziehen mussten. Alle warteten bis wir abgebaut hatten und dann folgten wir ihnen ins Dorf. Direkt vor der Polizeistation "durften" wir unser Nachtlager wieder aufschlagen. Wahrscheinlich waren sie wirklich gekommen um uns vor dem Buschfeuer in Sicherheit zu bringen. Auch wenn das ständig beobachtet und gesehenwerden nervig sein kann, gibt es doch auch Sicherheit. '
Wir freuen uns die Tage auch über Nachricht von Hannahs Trauzeugin Laui, dass sie uns in Togo/Benin besuchen kommt. Um auch rechtzeitig dort zu sein und genügend Zeit zum Visum organisieren in Bamako zu haben bogen wir in Kissidougu wieder Richtung Norden ab. Bei einer kurzen Mittagspause wir dann leider unser neu mit Internet aufgeladenes Handy. Hannahs Nummer, Musik und unser Internet-Hotspot sind somit leider verloren. Die Stimmung war am Boden. Als wir dann beim Tanken auch noch um 20l beschissen wurden war der Tag gelaufen. Hannah war einkaufen, Samuel gerade dabei die Ersatzkanister vom Dach zu holen, als der Tankwart begann das Auto zu füllen. Erst beim Ausrechnen des aktuellen Spritverbrauchs wurde klar, dass wir zu viel verrechnet bekommen hatten. Nur wie kann man das Beweisen?Nach hitzigen Diskussionen wurde der Chef gerufen, aber alle um die Zapfsäule waren sich einig, dass die Tankuhr auf 0 stand. Wir mussten klein beigeben.
Mit getrübter Stimmung, ohne Internet und mit dem Ziel Bamako ging es dann volls schnell. Eine nette und ruhige Nacht am Rand eines Dorfes und eine meist gute Strecke brachten uns schneller nach Mali als gedacht. Auch die Polizeikontrollen auf der Strecke dauerten nie lang, verliefen sie doch meistens nach einem der beiden Muster:
1) >>Was hast du mir mitgebracht?<< Mit dieser Frage wurden wir das ein oder andere mal angehalten. >>Unseren Pass<< Aber da man den nicht essen kann, durften wir meistens schnell weiterfahren.
2) Die etwas nervigere Kontrolle versuchten immer irgendwas zu finden, das wir haben müssten aber nicht hatten. Führerschein, Fahrzeugschein, Pass, Versicherung, Warndreieck, Feuerlöscher und Verbandskasten wurden dann immer kontrolliert. Aber da wir alles hatten, durften wir immer nach einer Weile weiterfahren.
Die Grenze Nach Mali war dann ein Kinderspiel. Nur jeweils die Polizei und der Zoll mussten 'besucht' werden. Das Carnet de Passage musste zwar wieder erklärt werden, aber wurde dann ordnungsgemäß abgestempelt.

 

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18. Februar: Baobab

Tansania
once upon a time

Lac Rose - der pinkfarbene See etwas nördich von Dakar war unser erstes Ziel nach unserem längerem Aufenthalt in Dakar. Abends sol die Farbe am intensivsten sein, haben wir gelesen. Als wir ankamen war der See wie jeder andere. Blau-Braun dreckig. Wir dachten schon wir seien so naiv wie bei den blauen Steinen gewesen und alles sei nur Tourimasche. Aber am Campingplatz wurde uns versichert am nächsten morgen um 10 Uhr sei der See sicher schön pink. Beim Abendspaziergang lies sich die Färbung auch erahnen. Nach einer ruhigen Nacht waren wir umso gespannter, aber leider sah der See aus wie am Abend davor. Die Fäörbung lies sich erahnen, leider aber nicht mehr. Wir haben dann Googel um Hilfe gefragt und herausgefunden, dass nicht immer, sondern nur bei richtigem Sonnenstand die im See vorkommenden Bakterien ihren Farbstoff ausschütten. Zusammen mit der wetweit höchsten Salzkonzentration in einem See ist er dann wie auf Bilder im Internet wunder schön pink. Wir haben ihn leider so nicht gesehen.
Weiter gings entlang der "Petite Cote", dem touristisch hoch erschlossenen Küstenabschnitt Senegals. Wir machten allerdings nur kurz Halt zu Mittag direkt unter Palmen am Strand. Spätnachmittags besuchten wir dann noch das Städtchen Fadiouth, das auf einer künstlich aufgeschütteten Muschelinsel errichtet ist. Hier suhlten sich Schweine im Flachen Delta, ein seltener Anblick im bisher sehr muslimischen Afrika. Auch der christliche Friedhof und die Glocken waren hier überraschend.
Per Email kommunizierten wir in der Zwischenzeit mit den Missionaren, die zur Zeit in Telimele -Hannahs FSJ-Stelle- sind und erfuhren so, dass genau dann, wann wir gedacht haben dort zu sein, alle fort seien. Also auf gut afrikanischer Art und Weiße spontan umgedacht und ab gings schneller als gedacht Richtung Guinea. Auf halber Strecke fiel Samuel dann ein, mal auf dem Visum im Pass nachschauen zu können wann wir denn einreisen dürften. Und leider stand da erst der 20. Februar als frühstes Einreisedatum. Was sollten wir denn noch 4 Tage im Senegal? Schon so dicht waren wir der Grenze. Also wollten wir es drauf ankommen lassen und notfals direkt an der Grenze die nötigen Tage warten. Doch dort interessierte sich niemand für das Datum. Hauptsache wir hatten ein Visum. Die Grenze verlief für uns sehr entspannt und einfach. Keine Schlepper die einem helfen wollten und keine korrupeten Polizisten, die ein Extralohn wollten. Nur mit dem Ausfülen des Carnets mussten wir helfen, doch auch dies verlief um einiges schneller als in Dakar. Im Vorfeld hatten wir sehr viel negatives über die Polizeibeamten im Senegal gehört und auch an der Grenze in den Senegal mussten wir bereits eine äußerst fragwürige Gebühr für unser Auto bezahlen. Um so mehr sind wir nun überrascht, wir wurden lediglich an zwei Polizeiposten angehalten und nach unserem Ziel gefragt, die Beamten wollten nicht einmal unsere Papiere sehen. Voller Freude über diese positive Erfahrung schien sich das Blatt kurz vor der guineischen Seite doch noch einmal zu wenden. Zwei sehr motiverte Polizisten hielten uns an und winkten uns direkt an den Rand der Straße um zu parken. Nun würden sie sicherlich so einiges von den Schikanen die wir im Vorfeld gehört hatten auspacken (fehlende Lizenz für den Dachträger, kein zweites Warndreieck, kein Feuerlöscher, zu schnell gefahren, nicht richtig geparkt...). Doch all dies blieb aus. Sie scherzten mit uns auf Englisch, hileten smaltalk und fragten wieviel unserer Solarplatte gekostet hätte, das war alles. Jetzt sind wir glücklich und überraschend früh in Guinea angekommen und wollten ganz spontan bei einer Schweizer Missionarin in Gaoual vorbeischauen, die Hannah noch von ihrem letzten Aufenthalt in Guinea kennt.

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