14. März

KlimaEngineering



da schlägt das Architektenherz

Seit Anfang an leitet uns unsere GPS-bassierte App den Weg. Von Freunden und aus dem Internet haben wir uns Tracks und besondere Punkte zusammengesucht und aufs Taplet (Danke Hanna!) geladen um uns dorthin zu navigieren. Aucvh ohne Internetverbindung haben wir so Karten von allen Ländern immer dabei und sehen dank des GPS auch immer wo wir gerade sind. Hier suchen wir uns auch immer unsere Strecken aus. Da uns die Hauptstraße von Banfora nach Gaoua zu langweilig erschien, haben wir uns kleine Nebenstraßen rausgesucht. Zwar sind da die Straßen schlechter, doch durch die getrosselte Geschwindigkeit nimmt man das Land und die Leute viel besser wahr und erlebt viel spannendere Straßen, Brücken und Dörfer. Leider mussten wir feststellen, dass ein Auto nunmal breiter als ein Motorrad ist und nicht jede eingezeichnete Straße in der Karte für Autos befahrbar ist beziehungsweise überhaupt existiert. In einem kleinen Dorf war für uns kein weiterkommen mehr und wir mussten umdrehen und uns eine ganz neue Route überlegen. Dafür standen wir plötzlich mitten in einer komisch wirkenden Stadt. Keine festen Häuser, nur provisorische Hütten aus Planen und dazu unmengen an jungen Männern leben hier. Große Haufen an Schutt liegen neben der Straße und Agregate und Pumpen knatterten. Eine Goldgräberstadt. In unzähligen (illegale) ungesicherten Stollen wird hier nach Gold gegraben. Neben diesen todesmutigen Goldgräbern graben auch große Ausländische Firmen in Burkina nach Gold.
Auch im weiteren Verlauf unserer Fahrt kamen wir an Strackenabschnitten, an denen ein fortkommen mit einem Zweirad einfacher gewesen wäre. Wackelige Brücken und steile Böschungen wollten überwunden werden bis wir letztendlich wieder auf der sauber geteerten Hauptstraße nach Ouagadougou angekommen sind. Im Nationalpark Deux Balé wollten wir unsere ersten Elefanten sehen. Die Lodge in der wir übernachteten liegt idyllisch am Fluss, doch wurde sie leider 2007 von einer Flut zerstört und wurde seither nur teilweise wieder aufgebaut. Es könnte so ein schöner Ort sein.Über 3 Studnen fuhren wir mit einem Guide durch den Park und sahen die seltenen Riesenspringböcke, aber leider keine lebendigen Brüder unseres Landyfanten.
"Hab ne Tante in Marokko...äh Quagadougou" - war der Betreff einer E-Mail von Zuhause (Danke Daniel!). Lis (ursprünglich aus Hessigheim) lebt mit ihrem Mann John schon seit vielen vielen Jahren in Burkinafaso. Viele Jahre im Norden im Busch und seit einigen Jahren in der Hauptstadt Ouaga. Obwohl wir sie nicht kannten wurden wir sehr herzlich aufgenommen und ganz schwäbisch verköstigt. Vesper und Sonntags sogar Linsen und Spätzle liesen uns gleich wie zu Hause fühlen. Zwei entspannte Tage, Einkaufen im Supermarkt, frische Erdbeeren und unser erstes Eis in Afrika. Am Sonntag hatten wir die Gelegenheit einen ganz besonderen Gottesdienst mit Lis und John zu besuchen. Eine weitere Missionarin in Ouaga arbeitet Fulbejungs, die aus der Koranschule geflohen sind. Von ihren Eltern werden sie auf diese Schulen geschickt um den Koran zu lerne. Die miserablen Bedingungen und oft Schläge dort, lässt immer wieder Jungs die Flucht ergreifen. Bei Kate finden sie ein "neues Zuhause", ein Dach über dem Kopf, eine feste Mahlzeit und vorallem ein offenes Ohr und die Botschaft von Jesus. Sie hören zum ersten mal von einem liebenden, anstatt einem strafenden Gott. Diese neue Hoffnung ist im Gottesdienst zu spüren. Der Pastor bezieht sie ganz besonders mit in den Gottesdienst ein und sie erzählen von ihren alltäglichen Erfahrung, wo sie Sorgen haben und was für Gebetsanliegen sie haben.
Leider verändert sich die Sicherheitslage auch in Burkinafaso nicht zum besseren. Im Norden bedrohen Terroristen die Dörfer und fordern die Lehrer auf nur noch Koranrelevante Dinge zu unterrichten. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen erschossen sie vor den Kindern zwei Lehrer. Für die Missionare ist es deshalb nicht mehr sicher die Christen im Norden zu besuchen, auch um deren Leben zu schützen, da die Angst vor Verrätern und Spitzel weiter wächst. Einige überlegen sich dehalb zu fliehen. Bitte betet für das Land und die Christen dort!

Afrika hat nur wenig an herausragender Architektur zu bieten. Und nur sehr sehr wenige afrikanische Architekten sind bekannt. Einer der wenigen, wenn nicht DER bekannteste, ist der Burkinabe Francis Kéré. Als Sohn eines Stammesführers hatte er die Chance in Berlin zu studieren und hat nun dort sein Architekturbüro. Um seinem Heimatdorf etwas zurückzugeben baute er dort die mit Preisen gekührte Schule, inklusive Lehrerhäusern und einer nicht vollendeten Bibliothek und Sekundarschule. Das Herausragende an seinen Gebäuden ist die klimagerechte und doch einfache Bauweise. Lehm ist normalerweise das "Armeleutebaumaterial", alle die es sich leisten können bauen in Zement. Doch der Lehm reguliert die Temperatur viel besser. Die abgehobenen und stark hinterlüfteten Dächer schützen die Gebäude vor Sonneneinstrahlung. Die Lehrer konnten uns bestätigen, dass es in den Gebäuden viel angenehmer sei, als in den klassischen Schulgebäuden. Im Sommer kühler, im Winter wärmer. In der Nähe von Ouaga baute Kéré zudem das unter der Schirmherrschaft von Horst Köhler stehende Operndorf Afrika, mit einer Schule und einem Gesundheitszentrum. Auch hier wurde in Lehm mit großen hinterlüfteten Dächern gebaut. Die Bauweise ist einfach und hat doch einen so großen Einfluss auf das Klima im Gebäude. Wir, Samuel natürlich besonders, waren sehr beeindruckt von diesen Gebäuden und so sind viele viele Bilder entstanden.
 

01. April: black friday

Tansania
oder: angekommen im Dschungel

Nur 50Km breit ist Togo an seiner schmalsten Stelle erstreckt sich das Land dafür wie ein Schlauch vom Meer über 450km in den Norden. Dort ganz im Norden überquerten wir die Grenze von Burkina Faso her kommend. Die Grenze war anders als bisher. Anstatt einer langen Straße mit zig Schlagbäumen und den dazugehörigen Büros, war hier ein zentrales Gebäude in Zusammenarbeit beider Länder errichtet worden, indem alle notwendigen Anlaufstellen untergebracht sind. Leider gänzlich ohne Schilder, sodass wir hin und hergeschickt wurden und mehrmals umparken mussten.
Noch vor dem Wochenende wollten wir in der Hauptstadt Lomè angekommen sein, um dort Visaangelegenheiten zu klären. Auf der Böschung direkt über einem Fluss haben wir unser erstes Nachtlager mitten im Busch, so dachten wir, aufgeschlagen. Doch wir waren keine Minute allein schon kamen die ersten Frauen zum Wasserholen genau an diese Stelle und genossen erst einmal die für sie fremden Besucher. Auch einige große Rinderherden kamen vorbei um hier den Fluss zu überqueren.
Je weiter wir in den Süden kamen, desto schwüler wurde es. Die gewaschenen Kleider trockneten nicht mehr richtig und selbst schwitzen half kaum mehr was um etwas abzukühlen. Umso mehr freuten wir uns für die nächsten 6 Nächte direkt am Strand unter Kokospalmen schlafen zu dürfen. Noch Donnerstags konnten wir die beiden Kongo-Botschaften abklappern (Republik und Demokratische Republik), hatten aber nur bei einer Erfolg. Nach einigen Verhandlungen mit den etwa gleichaltrigen Botschaftsangestellten des „kleinen“ Kongo  über den Preis und der Gültigkeitsdauer unseres Visum haben wir uns auf 70.000cfa (etwas mehr als 100€) und einer Gültigkeit von 15 Tagen geeinigt. Alles Bitten und Betteln in der Botschaft des DR Kongo half nichts. Die Botschafterin (oder Beamtin) schlief sogar während des Gesprächs vor uns ein. Touristenvisa würden zurzeit nicht ausgestellt. Punkt.
Die Nächsten Tage genossen wir sehr. Am schönen Cocobeach machten wir Spaziergängen am Strand, gingen lecker Essen, faullenzten, lasen… und auch unser Landy kam nicht zu kurz und profitierte von einer ausgiebigen Innenreinigung.
Am Sonntag nahm Samuel dann ganz früh morgens Laura am Flughafen in Empfang. Schön war es sich nach 3 Monaten wieder zu sehen. Und die vielen Leckereien und Ersatzteile packten wir mit Kindlicher Weihnachtsfreude aus. Das VTE (Visa Entente Touristique) das Laura für die weitere Reise nach Benin benötigte wurde uns zwar nach einigen Verhandlungen versprochen, doch wir konnten es nicht wie versprochen am nächsten Tag abholen, sodass wir unseren Aufenthalt in Lomé um einen Tag verlängern mussten und wir schon zu Beginn von Lauras zwei Wochen Afrikanisch spontan umplanen mussten. Wir nutzten die Zeit um Laura die hektische Großstadt zu zeigen und einige Souvenirs zu Shoppen.
Zwei Tage später machten wir uns mit Visum in die 3 Stunden entfernte Stadt Kpalimé im Südwesten Togos. Hier waren wir wieder mit Hanna Harsch verabredet. Nach einer kleinen Wanderung um den höchsten Berg Togos, den Mount Agou, machten wir uns am späten Nachmittag auf zu Hannas Gastfamilie (ihres Freiwilligendienstes in Togo vor ein paar Jahren). Sie hat uns zum traditionellen Fufu stampfen eingeladen. Fufu wird aus gekochtem Yams, einer Wurzel, ähnlich wie Kartoffel und Maniok gestampft.  Nach dem herumtollen mit den Kleinen ging es zur Sache und die beiden großen Mädels machten es uns mit großem Mörser und viel Kraft vor, bis auch wir für einen kurzen Augenblick Stampfen durften. Man schlägt abwechselnd auf den gekochten Yams ein bis aus diesem eine zähe, klebrige Masse wird. Mama Katherin bereitete nebenher die Soße zu und so konnten wir das bisher beste Fufu und auch eine der besten Mahlzeiten überhaupt auf unserer Reise genießen.
Den zweiten Tag bei Hanna nutzen wir für einen Marktbesuch und einem kleinen Ausflug zum nahegelegenen Wasserfall. Zwei wirklich schöne Tage die wir bei Hanna verbringen durften wurden am Morgen unserer Abreise etwas getrübt. Als Samuel die Zündung startete blickte unsere Tankleuchte obwohl wir zwei Tage zuvor vollgetankt hatten, das lies nichts Gutes erahnen. Und tatsächlich, man hat uns in der Nacht 50l Diesel geklaut, in dem man mit einem Messer einen recht groben Schnitt in den Dieselschlauch schnitt. Vermutlich ärgerte uns der kaputte Schlauch und die Dreistigkeit weit mehr als der verloren gegangene Diesel. Wir flickten den Schlauch notdürftig mit unserem bewährten RescueTape. Weiter ging es wie geplant Richtung Norden. Mitten durch die Berge im Westen Togos führte uns unser Weg über kleine Pisten und einer beeindruckend grünen  Landschaft mit netten Dörfern. Doch leider wollte unsere Pechsträhne nicht so schnell abreisen. Wir mussten feststellen, dass die Diebe der Nacht nicht nur unseren Diesel geklaut, sondern auch im  Wasserkanisters nach Diesel gesucht und dabei den Deckel entwendet haben. Zum weiteren Übel fielen über den Tag verteilt unser Radio, unsere Innenbeleuchtung und der Warnblinker aus. In der folgenden Nacht musste sich dann auch noch Laura mehrfach übergeben und hatte schweren Durchfall. Da es ihr am nächsten Morgen einigermaßen ging, entschlossen wir ohne einen Abstecher ins Krankenhaus und ohne weitere Medizin (Danke Stefan und Tatjana für eure Ferndiagnose und Tipps) in die nächst größere Stadt Kara zu fahren. Hier nutze Laura ihr Hotelzimmer mit Klimaanlage zum Ausruhen und nach viel Wasser und einigen Elektrolytpräparaten ging es ihr am nächsten Tag zum Glück schon besser. Durch das zum Weltkulturerbe ernannte Gebiet um Koutumakou ging die weitere Fahrt nach Benin. Die beeindruckenden Lehmburgen, Tatas genannt, sahen wir zuhauf, wollten sie aber erst in Benin genauer unter die Lupe nehmen. Die Grenze war die kleinste unserer bisherigen Reise und in wenigen Minuten waren die Grenzformalitäten in Togo erledigt und wir in Benin.

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09. März: Hipposee

Tansania
die Safari beginnt

Der Empfang in Burkina Faso war herzlich. Schon an der Grenze wurden wir freundlich von einem Grenzbeamten begrüßt und zu den notwendigen Stationen begleitet, die zu unserem Erstaunen alle auf einem Fleck zu sein schienen (Später wuren wir eines besseren belehrt, es kamen dpch noch etliche Büros und Beamten die unsere Papiere sehen wollten). Auch half er uns gleich eine SIM-Karte zu bekommen, damit wir in burkina wieder vernüftiges Internet haben, welches wir gleich beim Geburtstagsskypen mit dem (Schwieger-)Papa  nutzen konnten.  Von der Grenze ging es durch Mango- und Cashewplantagen Richtung Sindou. Etwas nördlich davon trafen wir auf einen Stausee und campierten dort direkt am Ufer. Die abgestorbenen Bäume die noch aus dem See ragen, dazwischen die Fischer in ihrem Boot und die Kuhherden die hin und wieder zum trinken an das Seeufer kamen, verliehen dem Ort seinen besonderen Reiz. Am nächsten Tag konnten wir unterhalb des Stausees das dazugehörige Bewässerungssystem bestaunen. Grüne und sauber angelegte Felder mit Salat, Zwiebeln, Erdnuss, Papaya, Reis und vielem mehr. Am Rand der Felder schlugen wir direkt hinter den Sindoupeaks unser nächstes Nachtlager auf. In der Mittagshitze mit über 40°C betrachteten wir die besonderen Felsformationen ersteinmal aus dem Schatten der Bäume und machten uns gegen abend zu zwei kleinen Erkundungstouren mit kleinen Klettereien auf die ein oder andere Felsspitze. Schon lange träumte es Samuel in Afrika so richtig zu klettern. Das Equipment war eingepackt und wartete schon seit Wochen auf den ersten Einsatz. Hier bot sich die perfekte Gelegenheit. Daher sind wir am nächsten morgen früh aufgestanden und gleich zum Klttern in die Peaks aufgebrochen. Eine ca. 20m Meter hohe Felsspitze wurde auserkoren heute erklettert zu werden. Der Sandstein bietet einfache Möglichkeiten den Fels zu erklimmen und oben das Seil zu befestigen, um so auch schwierigere Routen ausprobieren zu können. Uns beiden beeindruckte die Aussicht auf die besondere Lanfdschaft von oben sehr!
Nachdem Guinea von Touristen so gut wie nicht bereist wird, gibt es dort auch keine touristische Infrastruktur. Dies ist nun in Burkina anders. An unserem nächsten Halt, dem Hipposee von Tengrela, gab es ein Kassenhäuschen und ganz offizielle Eintrittskärtchen. Für ca. 1,50€ darf man hier am Ufer des Sees auf Nilpferde warten. Da wir genügend Zeit in Burkina haben und die Hippos erst abends ans Ufer kommen schlugen wir unser Zelt direkt am Ufer auf. Und wir hatten tatsächlich Glück und abends kamen zwei der ca. 21 Hippos des Sees an unser Ufer. Mit Kamera bewaffnet warteten wir auf den Moment, in dem die Hippos nicht faul im Wasser liegen oder gar auf Tauchgang sind, sondern für uns ihr rießen Maul aufsperren. So ein Tier wiegt ca. 3 Tonnen. Soviel wie unser vollbeladenes Auto!! Nachts konnten wir die Tiere nicht weit von unserem Schlafplatz hören.
Nach vielen vielen Kilometern Reise und vielen vielen fremden Gesichtern durften wir hier am Hipposee ein altes Gesicht wiedersehen. Hanna Harsch ist gerade für eine längere Zeit in Togo und macht, wie wir, Urlaub in Burkina Faso. Wir besuchen sie bald in Togo, trafen uns aber schon hier um etwas gemeinsam zu Reisen.
Zu dritt ging es daher am nächsten Tag weiter. Nicht weit vom See gibt es Wasserfälle, die im Reiseführer empfohlen sind. Wir erwateten nicht allzuviel, waren daher umso begeisterter von den Fällen. Obwohl es schon eine Weile Trockenzeit ist, sind die Fälle schon von weitem zu hören. Bei den mittaglichen 45°C wünscht man sich nichts sehenlicheres als ein kühles Bad. Weil es so schön hier ist verlängerten wir die angedachte Nacht gleich auf zwei. Weitere besondere Felsen, die Domes von Fab??, sind von hier aus zu Fuß zu erreichen und waren somit das Ausflugsziel des nächsten Morgens. Die Klettereien durch die Felskuppeln begeisterten vor allem Samuel aufs Neue. Die zwei Tage hier genossen wir sehr. Baden, relaxen, lesen und gemeinsam kochen und quatschen waren "richtiger" Urlaub für uns. Burkina Faso ist sicher auch ein lohnendes Urlaubsziel für den ein oder anderen von euch!
 

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