03. April

Magern-Darm



Pendjari Nationalpark

So problemlos, schnell und freundlich hatten wir noch keine Grenze erlebt. Zumindest auf der togolesischen Seite. Es gab keinen Schlagbaum, keine Polizisten und auch keine Verkaufsstände. Nirgends war zu erkennen, dass man nun im Nachbarland Benin angekommen war. Im nächsten Ort fragten wir uns zur Polizei und zum Zoll durch. Beim Zoll war tote Hose. Nur ein schläfriger Wärter bequemte sich auf von seiner Schlafbank und erklärte uns, sein Chef sei heute nicht da, niemand könne uns das Papier für das Auto ausstellen. Wir sollen doch morgen wiederkommen. Wir wollten es bei der Gerndarmerie probieren. Doch auch hier konnte dies niemand erledigen. Auch die Pässe könne nur die Police abstempeln. In der nächsten größeren Stadt sollte es gehen. Da wir noch die besondere Bauweise der Gegend genauer unter die Lupe nehmen wollten, entschieden wir uns wiedereinmal für kleine Sträßchen durch verstreute Dörfer. Zur Mittagszeit hielten wir unter Mangobäumen in der Nähe einer Tata (Lemburg). Wir wollten nicht so unhöflich sein und einfach reinmaschieren und Bilder schießen, sondern uns langsam annähern.
In meinem Magen fing es an etwas zu rumohren und so lies ich das Mittagessen vorbeugend ausfallen und begnügte mich mit viel Wasser. Nach einem kleinen Schläfchen, beobachtet von ungefähr 10 Kindern, wollten wir, ganz vorsichtig natürlich, der Lehmburg und ihrer Familie einen Besuch abstatten. Doch das Grummeln im Bauch wurde zu einem Donner und plötzlich wollte alles wieder raus. Misst. Jetzt hats mich auch noch erwischt, wie Laura 2 Tage zuvor. Direkt dannach war es wieder besser, doch die Familie der Lehmburg verstand kein französisch und so wollten wir etwas weiterfahren und dort nochmals fragen ob wir ein paar Bilder machen dürften. Im nächsten Dorf wurden uns dann auch gleich Stühle, Essen und Wasser angeboten und eiligst der Chef des Hauses organisiert. Doch bis dieser kam, musste ich mich schon wieder zurückziehen. Die Mädels hatten leider alleine das privilieg sogar in und auf eine Tata zu dürfen. Heute meist nur noch als Stall und Lagerräume benutz, waren sie früher der sichere Hafen der Familie. Ein wirklich kleiner runder Eingang zum reinkriechen und keine Fenster sollten die Angreifer davon abhalten, die Familie umzubringen oder zu versklaven.
Unser Ziel in Benin ist der Pendjari Nationalpark. Wenigstens noch etwas in die Richtung wollten wir heute fahren. Doch schon nach ein paar Hundert Meter musste Hannah wieder anhalten. Fahren war für mich schon nicht mehr drin. Und diesesmal wollte es nicht nur oben, sondern auch unten raus. Noch zweimal versuchten wir weiterzukommen, doch dann konnte ich nicht mehr. Alles Wasser das ich zu mir nahm, kam kurz später wieder raus. Meine Finger und Füße fingen an zu bizzeln und ich wollte nur noch liegen. Erst dachte ich das wird gleich wieder besser, doch leider wurde es schlimmer. Hannah solle doch einen Schlafplatz suchen, ich will nicht mehr weiter, habe ich gebettelt. Mein Gesicht wurde wohl immer weißer und grüner, meine Finger fingen an zu krampfen und alle umstehenden Zuschauer gafften, anstatt zu helfen. Ob es im Dorf eine Krankenstation gäbe, fragte Hannah eine der Frauen. Hier nicht, aber nur 5km weiter gäbe es ein Krankenhaus. Also musste ich wieder aufstehen und aus dem Fenster lehnend die paar Kilometer durchstehen. Mitten auf dem Hof des Krankenhauses, vor der Türe zur Notaufnahme wässerte ich nochmals den Boden. Im Rollstuhl, kaum in der Lage zu gehen, mit verkrampften Fingern wurde ich eingeliefert. Im Raum der Notaufnahme gab es drei, mit Vorhängen abgetrennte Liegen. Eine war frei und nach dem Wiegen, Blutdruck- und Fiebermessen bekam ich ziemlich zügig meine erste Infussion. In der zwischenzeit war es drausen dunkel geworden und die beiden Mädels standen besorgt an meinem Bett. Tropfen für Tropfen ran die Infusion in meine Vene und meine Finger entspannten sich ganz langsam. Das Bizzeln lies endlich wieder etwas nach. Und bei der dritten Infusion war ich in der Lage von der Notaufnahmeliege in den Nachbarraum zu laufen. Dort gab es 4 Betten zur Überwachung der männlichen Notaufnahmepatienten. Auf der anderen Seite gab es den selben Raum für die Frauen. Hannah und Laura waren inzwischen nochmals losgegangen um ein Hotel zu suchen und für sie beide etwas zum Abendessen. Die medizinische Betreuung war augenscheinlich ganz gut, aber die Kommunikation eher minimal. So wusste ich nicht, was (heute) noch alles kommen sollte. Der erste Pfleger hatte gemeint über Nacht könnte ich gehen, die Nachtschwester wusste davon leider nichts. Der Arzt sei auch schon schlafen. Aber ich wollte eine erholsame Nacht in einem klimatisierten Raum und nicht ständig vom Stromausfall, der hellen Neonbeleuchtung und der Notaufnahme gestört werden. Nach kurzer Disskusion lies sie mich gehen, ich solle aber mrogen früh um 6 Uhr wieder hier sein. Nach einer kurzen, aber ganz guten Nacht hat mich Hannah dann wieder ins Krankenhaus gefahren. Die Schwester war etwas ärgerlich, warum wir jetzt erst kämen. Dabei war es genau 6:00Uhr auf unserer Uhr. Togolesischer Zeit. Misst, eine Stunde zu spät. Nochmals gab es 2 Infussionen, Blut wurde abgenommen und zusätzlich eine Stuhlprobe genommen. Und dann hieß es warten auf die Ergebnisse. Gegen 15:00Uhr gab es dann endlich Entwarnung. Die Blutwerte seien gut, die Stuhlprobe habe nichts ergeben und da ich wieder einigermaßen fitt sei, nicht mehr Spucken müsse könnte ich entlassen werden. Gott sei Dank habe ich alles gut überstanden. Im Camp Numi, eine Unterkunft vor den Toren des Parkes, erfuhren wir dann vom deutschen Besitzer Alfred, dass es das Beste Krankenhaus Benins sei (ausgenommen die Privatkliniken in der Hauptstadt) und selbst aus dem nachbarland würden sie hierher kommen. Gott sei Dank, dass wir gerade hier waren.
Dank der Infussionen ging es mir schnell wieder gut und nach einem netten Abend mit Schmidts aus dem Vogtland, die wir im Camp Numi getroffen haben, und etwas schrauben am Auto wollten wir für 24h in den Nationalpark aufbrechen. In der Abend- und Morgendämmmerung stehen die Chancen gut, Tiere zu beobachten. Und auf zwei ausgezeichneten Stellplätzen kann man direkt im Park campen. Schon am ersten Wasserloch waren wir begeistert von der Vielfalt der Tiere. Von der Aussichtsplattform konnte man die verschiedenen Tiere beim Trinken beobachten. Rechts kam eine kleine Herde Antilopen, links eine Affenfamilie. Warzenschweine und Vögel. Krokodile und Springböcke. Unzählige Vögel, klein und groß. Auf dem Weg zum Camp standen noch Büffel direkt neben der Straße. Und das Wasserloch unseres Camps war gefüllt mit Hippos. In der Karte stand, dass bis zu 100 Stück gezählt wurden. Den ganzen Abend und auch Nachts hörten wir sie grunzen. Die komischen Laute aus der Dunkelheit warem schon ganz schön unheimlich. Aber das Feuer gab uns Sicherheit. Und die Nacht konnten wir ja (zu dritt) sicher oben im Dachzelt verbingen. Mit Sonnenaufgang ging es am nächsten Morgen weiter. Löwen und Elefanten wollten wir gerne noch sehen. Und tatsächlich sahen wir die erste Herde Elefanten auf dem Weg zum nächsten Wasserloch. Und unser Highlight waren zwei Löwen, die unseren Weg kreuzten. Unzählige Antilopen aller Größen, Farben und Gestalt konnten wir sehen und fotografieren. Der Park ist der Arten- und Tierreichste Westafrikas und Safari macht hier echt Freude!
Nach einer weiteren Nacht bei Alfred mussten wir uns wieder auf die Straße Richtung Süden begeben. In Togo wurde uns der Diesel geklaut und dabei entwendeten die Diebe auch den Deckel unseres Wasserkanisters hinten am Auto. Aber ohne Deckel fehlt uns die Möglichkeit ausreichend Wasser transportieren zu können. Doch wo bekommt man in Afrika einen Deckel für einen Budeswehrkanister von 1978 her? Heinrich und sein Ausbildungszentrum CFL in Natitingou machen es möglich. In nur 8 Jahren entstand hier ein großes Ausbildungszentrum für Maurer, Metaller, Elektriker und Feinwerkmechaniker. Die Ausstattung ist beeindruckend. Ein Freundeskreis in der Schweiz und in Deutschland ermöglichen dieses Zentrum und sie tun dort alles um durch lokale Aufträge selbst auf die Beine zu kommen. Aus einem Stück Kunstoff drehten sie uns einen passenden Deckel. Danke Euch! Mit zwei Stopps auf dem Weg erreichten wir Cotonou Samstag abends und mussten Laui leider Sonntag abend auf den Flughafen bringen. Jetzt geht es für uns weiter durch Nigeria nach Kamerun, auf das wir uns schon sehr freuen.

10. April: GZSZ

Tansania
...mit happy End

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen. Viele schlimme Geschichten kursieren im Internet und (fast) jeder Overlander fürchtet sich vor diesem Land: NIGERIA. Einige machen das Land deshalb in 2 Tagen Dauerfahrt, um möglichst schnell dem Risiko zu entfliehen. Für uns war deshalb auch lange klar, in möglichst kurzer Zeit dieses Land hinter uns zu lassen, nur brauchten wir noch das Visa für das folgende Land Kamerun. Über Samuels Schwester und den CVJM-Weltdienst bekamen wir eine Adresse und eine Kontaktperson vermittelt. Dadurch und durch unsere bisherigen Reiseerfahrungen geprägt gingen wir sehr entspannt an die Sache. Über die Hauptstadt Abuja sollte die Reise gehen. Die Strecke dorthin stellten wir uns einfach und gut machbar vor. Erst am späten Nachmittag überquerten wir die Grenze, da zuvor - wir es in Cotonou noch geschafft hatten das schwierige DRC-Visa zu bekommen. Aufgehalten von unzähligen Polizeikontrollen - mehr als je zuvor - schafften wir es nicht bis zum CVJM in Ibadan, sondern suchten uns vorher ein Hotel in Abekouta. Los gings am nächsten morgen schon früh um 6 Uhr, um möglichst viel Zeit zu haben bis nach Hope Eden zu kommen. Leider schafften wir es nur bis Ibadan, wo uns an einer Tankstelle Benzin statt Diesel getankt wurde. An der billigen Rechnung ist es uns aufgefallen und die Tankstelle hat schnell einen Mechaniker organisiert um den Tank leerzupumpen. Dies lief ganz gut und wir waren schnell die Attraktion im Viertel. Doch einige "bad Boys" wollten am Ende Geld. "Damit ihr hier sicher seid." Doch für nichts tun, gibts auch kein Geld. Die Jungs wurden böse und wir mussten recht zügig verschwinden. Die zeitliche Verzögerung und das Adrelanin der Szene lies uns eine Nacht in Ibadan verweilen und die ca. 11 stündige Fahrt am nächsten Tag bewältigen. Das gefährlichste der ganzen Reise ist wohl der Verkehr. Besonders in Nigeria. Überladene LKWs, schlechte Straßen mit unzähligen Schlaglöchern und unzählige nicht entdeckten Rennfahren.
40km außerhalb von Abuja liegt Hope Eden. Von Annegret und ihrem nigerianischen Mann Shiekar wurde eine Schule und eine Farm als Communityprojekt vor einigen Jahren gegründet. Wir durften eines der Gästezimmer als Basis unserer Erldigungen in der Hauptsadt nutzen. Das Angolavisum war leider nicht zu bekommen, dafür lief das Kamerunvisa ganz gut und konnte einen Tag später abgeholt werden. Leider sind gegen Ende der anstrengenden Fahrt durch Nigeria wieder seltsame Geräusche am Auto aufgetaucht. Als Tipp hatten wir die Mercedeswerkstatt, die von einem Deutschen geführt wird. Dort hat uns Stavros zwar nicht bei unserem Problem helfen können, dafür konnten wir die Kupplungsflüssigkeit wechseln und unseren Ölvorrat auffüllen. In der Landroverwerkstatt der Stadt halfen sie uns am nächsten Tag unsere Räder neu zu wuchten und einige völlig zerschlissene Gummis der Stoßdämpfer auszutauschen. Etwas verzögert ging es daher Richtung Kamerungrenze.
In einer unserer Reiseapps lasen wir von einer Mandrilla-Ranch mitten im Dschungel. Da diese Nahe der Grenze liegt und für andere Reisende ein Highlight darstellte wollten wir hier zwei Nächste verbingen. Die Fahrt hierher war wieder sehr anstrengend und nach 10 Stunden endlich geschafft. Wieder waren unzählige Kontrollen und Schlaglöcher auf dem Weg. Mitten im Dschungel bedeutet hier wirklich MITTEN im Dschungel. Die Teerstarße hört irgendwann auf und man Fährt über kleine Brückchen durch dichten Wald. Obwohl es noch Tag war, war es hier unten im Wald schon dämmrich. Der Empfang war herzlich und wir fühlten uns wie in einer Forschungsstation aus Juresicpark. Der Besuch der Affengehege musste auf morgen warten, dafür bekam unser Landyfant einen Bruder. Laura und Chimil sind wie wir unterwegs. Gleiche Strecke, ähnliches Zeitfenster, nahezu selbes Equipment, ähnliches Alter. Den Abend verbrachten wir mit Quatschen und Austausch über die Reise. Der Grund der Ranch ist der Schutz der vom aussterben Bedrohten Mandrill-Affen. Über 600 Drills leben in 6 Gruppen in rießigen Gehegen. Auch Schimpansen gibt es hier. Wir konnten beim Füttern dabeisein und eine schöne Dschungelwanderung um die Gehege machen. Unzählige Bananen werden hier jeden Tag verfüttert. Ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz findet hier statt! Die Zeit hier genossen wir sehr!!!

 

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01. April: black friday

Tansania
oder: angekommen im Dschungel

Nur 50Km breit ist Togo an seiner schmalsten Stelle erstreckt sich das Land dafür wie ein Schlauch vom Meer über 450km in den Norden. Dort ganz im Norden überquerten wir die Grenze von Burkina Faso her kommend. Die Grenze war anders als bisher. Anstatt einer langen Straße mit zig Schlagbäumen und den dazugehörigen Büros, war hier ein zentrales Gebäude in Zusammenarbeit beider Länder errichtet worden, indem alle notwendigen Anlaufstellen untergebracht sind. Leider gänzlich ohne Schilder, sodass wir hin und hergeschickt wurden und mehrmals umparken mussten.
Noch vor dem Wochenende wollten wir in der Hauptstadt Lomè angekommen sein, um dort Visaangelegenheiten zu klären. Auf der Böschung direkt über einem Fluss haben wir unser erstes Nachtlager mitten im Busch, so dachten wir, aufgeschlagen. Doch wir waren keine Minute allein schon kamen die ersten Frauen zum Wasserholen genau an diese Stelle und genossen erst einmal die für sie fremden Besucher. Auch einige große Rinderherden kamen vorbei um hier den Fluss zu überqueren.
Je weiter wir in den Süden kamen, desto schwüler wurde es. Die gewaschenen Kleider trockneten nicht mehr richtig und selbst schwitzen half kaum mehr was um etwas abzukühlen. Umso mehr freuten wir uns für die nächsten 6 Nächte direkt am Strand unter Kokospalmen schlafen zu dürfen. Noch Donnerstags konnten wir die beiden Kongo-Botschaften abklappern (Republik und Demokratische Republik), hatten aber nur bei einer Erfolg. Nach einigen Verhandlungen mit den etwa gleichaltrigen Botschaftsangestellten des „kleinen“ Kongo  über den Preis und der Gültigkeitsdauer unseres Visum haben wir uns auf 70.000cfa (etwas mehr als 100€) und einer Gültigkeit von 15 Tagen geeinigt. Alles Bitten und Betteln in der Botschaft des DR Kongo half nichts. Die Botschafterin (oder Beamtin) schlief sogar während des Gesprächs vor uns ein. Touristenvisa würden zurzeit nicht ausgestellt. Punkt.
Die Nächsten Tage genossen wir sehr. Am schönen Cocobeach machten wir Spaziergängen am Strand, gingen lecker Essen, faullenzten, lasen… und auch unser Landy kam nicht zu kurz und profitierte von einer ausgiebigen Innenreinigung.
Am Sonntag nahm Samuel dann ganz früh morgens Laura am Flughafen in Empfang. Schön war es sich nach 3 Monaten wieder zu sehen. Und die vielen Leckereien und Ersatzteile packten wir mit Kindlicher Weihnachtsfreude aus. Das VTE (Visa Entente Touristique) das Laura für die weitere Reise nach Benin benötigte wurde uns zwar nach einigen Verhandlungen versprochen, doch wir konnten es nicht wie versprochen am nächsten Tag abholen, sodass wir unseren Aufenthalt in Lomé um einen Tag verlängern mussten und wir schon zu Beginn von Lauras zwei Wochen Afrikanisch spontan umplanen mussten. Wir nutzten die Zeit um Laura die hektische Großstadt zu zeigen und einige Souvenirs zu Shoppen.
Zwei Tage später machten wir uns mit Visum in die 3 Stunden entfernte Stadt Kpalimé im Südwesten Togos. Hier waren wir wieder mit Hanna Harsch verabredet. Nach einer kleinen Wanderung um den höchsten Berg Togos, den Mount Agou, machten wir uns am späten Nachmittag auf zu Hannas Gastfamilie (ihres Freiwilligendienstes in Togo vor ein paar Jahren). Sie hat uns zum traditionellen Fufu stampfen eingeladen. Fufu wird aus gekochtem Yams, einer Wurzel, ähnlich wie Kartoffel und Maniok gestampft.  Nach dem herumtollen mit den Kleinen ging es zur Sache und die beiden großen Mädels machten es uns mit großem Mörser und viel Kraft vor, bis auch wir für einen kurzen Augenblick Stampfen durften. Man schlägt abwechselnd auf den gekochten Yams ein bis aus diesem eine zähe, klebrige Masse wird. Mama Katherin bereitete nebenher die Soße zu und so konnten wir das bisher beste Fufu und auch eine der besten Mahlzeiten überhaupt auf unserer Reise genießen.
Den zweiten Tag bei Hanna nutzen wir für einen Marktbesuch und einem kleinen Ausflug zum nahegelegenen Wasserfall. Zwei wirklich schöne Tage die wir bei Hanna verbringen durften wurden am Morgen unserer Abreise etwas getrübt. Als Samuel die Zündung startete blickte unsere Tankleuchte obwohl wir zwei Tage zuvor vollgetankt hatten, das lies nichts Gutes erahnen. Und tatsächlich, man hat uns in der Nacht 50l Diesel geklaut, in dem man mit einem Messer einen recht groben Schnitt in den Dieselschlauch schnitt. Vermutlich ärgerte uns der kaputte Schlauch und die Dreistigkeit weit mehr als der verloren gegangene Diesel. Wir flickten den Schlauch notdürftig mit unserem bewährten RescueTape. Weiter ging es wie geplant Richtung Norden. Mitten durch die Berge im Westen Togos führte uns unser Weg über kleine Pisten und einer beeindruckend grünen  Landschaft mit netten Dörfern. Doch leider wollte unsere Pechsträhne nicht so schnell abreisen. Wir mussten feststellen, dass die Diebe der Nacht nicht nur unseren Diesel geklaut, sondern auch im  Wasserkanisters nach Diesel gesucht und dabei den Deckel entwendet haben. Zum weiteren Übel fielen über den Tag verteilt unser Radio, unsere Innenbeleuchtung und der Warnblinker aus. In der folgenden Nacht musste sich dann auch noch Laura mehrfach übergeben und hatte schweren Durchfall. Da es ihr am nächsten Morgen einigermaßen ging, entschlossen wir ohne einen Abstecher ins Krankenhaus und ohne weitere Medizin (Danke Stefan und Tatjana für eure Ferndiagnose und Tipps) in die nächst größere Stadt Kara zu fahren. Hier nutze Laura ihr Hotelzimmer mit Klimaanlage zum Ausruhen und nach viel Wasser und einigen Elektrolytpräparaten ging es ihr am nächsten Tag zum Glück schon besser. Durch das zum Weltkulturerbe ernannte Gebiet um Koutumakou ging die weitere Fahrt nach Benin. Die beeindruckenden Lehmburgen, Tatas genannt, sahen wir zuhauf, wollten sie aber erst in Benin genauer unter die Lupe nehmen. Die Grenze war die kleinste unserer bisherigen Reise und in wenigen Minuten waren die Grenzformalitäten in Togo erledigt und wir in Benin.

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