Westafrika

Tansania
...mit happy End

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen. Viele schlimme Geschichten kursieren im Internet und (fast) jeder Overlander fürchtet sich vor diesem Land: NIGERIA. Einige machen das Land deshalb in 2 Tagen Dauerfahrt, um möglichst schnell dem Risiko zu entfliehen. Für uns war deshalb auch lange klar, in möglichst kurzer Zeit dieses Land hinter uns zu lassen, nur brauchten wir noch das Visa für das folgende Land Kamerun. Über Samuels Schwester und den CVJM-Weltdienst bekamen wir eine Adresse und eine Kontaktperson vermittelt. Dadurch und durch unsere bisherigen Reiseerfahrungen geprägt gingen wir sehr entspannt an die Sache. Über die Hauptstadt Abuja sollte die Reise gehen. Die Strecke dorthin stellten wir uns einfach und gut machbar vor. Erst am späten Nachmittag überquerten wir die Grenze, da zuvor - wir es in Cotonou noch geschafft hatten das schwierige DRC-Visa zu bekommen. Aufgehalten von unzähligen Polizeikontrollen - mehr als je zuvor - schafften wir es nicht bis zum CVJM in Ibadan, sondern suchten uns vorher ein Hotel in Abekouta. Los gings am nächsten morgen schon früh um 6 Uhr, um möglichst viel Zeit zu haben bis nach Hope Eden zu kommen. Leider schafften wir es nur bis Ibadan, wo uns an einer Tankstelle Benzin statt Diesel getankt wurde. An der billigen Rechnung ist es uns aufgefallen und die Tankstelle hat schnell einen Mechaniker organisiert um den Tank leerzupumpen. Dies lief ganz gut und wir waren schnell die Attraktion im Viertel. Doch einige "bad Boys" wollten am Ende Geld. "Damit ihr hier sicher seid." Doch für nichts tun, gibts auch kein Geld. Die Jungs wurden böse und wir mussten recht zügig verschwinden. Die zeitliche Verzögerung und das Adrelanin der Szene lies uns eine Nacht in Ibadan verweilen und die ca. 11 stündige Fahrt am nächsten Tag bewältigen. Das gefährlichste der ganzen Reise ist wohl der Verkehr. Besonders in Nigeria. Überladene LKWs, schlechte Straßen mit unzähligen Schlaglöchern und unzählige nicht entdeckten Rennfahren.
40km außerhalb von Abuja liegt Hope Eden. Von Annegret und ihrem nigerianischen Mann Shiekar wurde eine Schule und eine Farm als Communityprojekt vor einigen Jahren gegründet. Wir durften eines der Gästezimmer als Basis unserer Erldigungen in der Hauptsadt nutzen. Das Angolavisum war leider nicht zu bekommen, dafür lief das Kamerunvisa ganz gut und konnte einen Tag später abgeholt werden. Leider sind gegen Ende der anstrengenden Fahrt durch Nigeria wieder seltsame Geräusche am Auto aufgetaucht. Als Tipp hatten wir die Mercedeswerkstatt, die von einem Deutschen geführt wird. Dort hat uns Stavros zwar nicht bei unserem Problem helfen können, dafür konnten wir die Kupplungsflüssigkeit wechseln und unseren Ölvorrat auffüllen. In der Landroverwerkstatt der Stadt halfen sie uns am nächsten Tag unsere Räder neu zu wuchten und einige völlig zerschlissene Gummis der Stoßdämpfer auszutauschen. Etwas verzögert ging es daher Richtung Kamerungrenze.
In einer unserer Reiseapps lasen wir von einer Mandrilla-Ranch mitten im Dschungel. Da diese Nahe der Grenze liegt und für andere Reisende ein Highlight darstellte wollten wir hier zwei Nächste verbingen. Die Fahrt hierher war wieder sehr anstrengend und nach 10 Stunden endlich geschafft. Wieder waren unzählige Kontrollen und Schlaglöcher auf dem Weg. Mitten im Dschungel bedeutet hier wirklich MITTEN im Dschungel. Die Teerstarße hört irgendwann auf und man Fährt über kleine Brückchen durch dichten Wald. Obwohl es noch Tag war, war es hier unten im Wald schon dämmrich. Der Empfang war herzlich und wir fühlten uns wie in einer Forschungsstation aus Juresicpark. Der Besuch der Affengehege musste auf morgen warten, dafür bekam unser Landyfant einen Bruder. Laura und Chimil sind wie wir unterwegs. Gleiche Strecke, ähnliches Zeitfenster, nahezu selbes Equipment, ähnliches Alter. Den Abend verbrachten wir mit Quatschen und Austausch über die Reise. Der Grund der Ranch ist der Schutz der vom aussterben Bedrohten Mandrill-Affen. Über 600 Drills leben in 6 Gruppen in rießigen Gehegen. Auch Schimpansen gibt es hier. Wir konnten beim Füttern dabeisein und eine schöne Dschungelwanderung um die Gehege machen. Unzählige Bananen werden hier jeden Tag verfüttert. Ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz findet hier statt! Die Zeit hier genossen wir sehr!!!

 

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Tansania
Pendjari Nationalpark

So problemlos, schnell und freundlich hatten wir noch keine Grenze erlebt. Zumindest auf der togolesischen Seite. Es gab keinen Schlagbaum, keine Polizisten und auch keine Verkaufsstände. Nirgends war zu erkennen, dass man nun im Nachbarland Benin angekommen war. Im nächsten Ort fragten wir uns zur Polizei und zum Zoll durch. Beim Zoll war tote Hose. Nur ein schläfriger Wärter bequemte sich auf von seiner Schlafbank und erklärte uns, sein Chef sei heute nicht da, niemand könne uns das Papier für das Auto ausstellen. Wir sollen doch morgen wiederkommen. Wir wollten es bei der Gerndarmerie probieren. Doch auch hier konnte dies niemand erledigen. Auch die Pässe könne nur die Police abstempeln. In der nächsten größeren Stadt sollte es gehen. Da wir noch die besondere Bauweise der Gegend genauer unter die Lupe nehmen wollten, entschieden wir uns wiedereinmal für kleine Sträßchen durch verstreute Dörfer. Zur Mittagszeit hielten wir unter Mangobäumen in der Nähe einer Tata (Lemburg). Wir wollten nicht so unhöflich sein und einfach reinmaschieren und Bilder schießen, sondern uns langsam annähern.
In meinem Magen fing es an etwas zu rumohren und so lies ich das Mittagessen vorbeugend ausfallen und begnügte mich mit viel Wasser. Nach einem kleinen Schläfchen, beobachtet von ungefähr 10 Kindern, wollten wir, ganz vorsichtig natürlich, der Lehmburg und ihrer Familie einen Besuch abstatten. Doch das Grummeln im Bauch wurde zu einem Donner und plötzlich wollte alles wieder raus. Misst. Jetzt hats mich auch noch erwischt, wie Laura 2 Tage zuvor. Direkt dannach war es wieder besser, doch die Familie der Lehmburg verstand kein französisch und so wollten wir etwas weiterfahren und dort nochmals fragen ob wir ein paar Bilder machen dürften. Im nächsten Dorf wurden uns dann auch gleich Stühle, Essen und Wasser angeboten und eiligst der Chef des Hauses organisiert. Doch bis dieser kam, musste ich mich schon wieder zurückziehen. Die Mädels hatten leider alleine das privilieg sogar in und auf eine Tata zu dürfen. Heute meist nur noch als Stall und Lagerräume benutz, waren sie früher der sichere Hafen der Familie. Ein wirklich kleiner runder Eingang zum reinkriechen und keine Fenster sollten die Angreifer davon abhalten, die Familie umzubringen oder zu versklaven.
Unser Ziel in Benin ist der Pendjari Nationalpark. Wenigstens noch etwas in die Richtung wollten wir heute fahren. Doch schon nach ein paar Hundert Meter musste Hannah wieder anhalten. Fahren war für mich schon nicht mehr drin. Und diesesmal wollte es nicht nur oben, sondern auch unten raus. Noch zweimal versuchten wir weiterzukommen, doch dann konnte ich nicht mehr. Alles Wasser das ich zu mir nahm, kam kurz später wieder raus. Meine Finger und Füße fingen an zu bizzeln und ich wollte nur noch liegen. Erst dachte ich das wird gleich wieder besser, doch leider wurde es schlimmer. Hannah solle doch einen Schlafplatz suchen, ich will nicht mehr weiter, habe ich gebettelt. Mein Gesicht wurde wohl immer weißer und grüner, meine Finger fingen an zu krampfen und alle umstehenden Zuschauer gafften, anstatt zu helfen. Ob es im Dorf eine Krankenstation gäbe, fragte Hannah eine der Frauen. Hier nicht, aber nur 5km weiter gäbe es ein Krankenhaus. Also musste ich wieder aufstehen und aus dem Fenster lehnend die paar Kilometer durchstehen. Mitten auf dem Hof des Krankenhauses, vor der Türe zur Notaufnahme wässerte ich nochmals den Boden. Im Rollstuhl, kaum in der Lage zu gehen, mit verkrampften Fingern wurde ich eingeliefert. Im Raum der Notaufnahme gab es drei, mit Vorhängen abgetrennte Liegen. Eine war frei und nach dem Wiegen, Blutdruck- und Fiebermessen bekam ich ziemlich zügig meine erste Infussion. In der zwischenzeit war es drausen dunkel geworden und die beiden Mädels standen besorgt an meinem Bett. Tropfen für Tropfen ran die Infusion in meine Vene und meine Finger entspannten sich ganz langsam. Das Bizzeln lies endlich wieder etwas nach. Und bei der dritten Infusion war ich in der Lage von der Notaufnahmeliege in den Nachbarraum zu laufen. Dort gab es 4 Betten zur Überwachung der männlichen Notaufnahmepatienten. Auf der anderen Seite gab es den selben Raum für die Frauen. Hannah und Laura waren inzwischen nochmals losgegangen um ein Hotel zu suchen und für sie beide etwas zum Abendessen. Die medizinische Betreuung war augenscheinlich ganz gut, aber die Kommunikation eher minimal. So wusste ich nicht, was (heute) noch alles kommen sollte. Der erste Pfleger hatte gemeint über Nacht könnte ich gehen, die Nachtschwester wusste davon leider nichts. Der Arzt sei auch schon schlafen. Aber ich wollte eine erholsame Nacht in einem klimatisierten Raum und nicht ständig vom Stromausfall, der hellen Neonbeleuchtung und der Notaufnahme gestört werden. Nach kurzer Disskusion lies sie mich gehen, ich solle aber mrogen früh um 6 Uhr wieder hier sein. Nach einer kurzen, aber ganz guten Nacht hat mich Hannah dann wieder ins Krankenhaus gefahren. Die Schwester war etwas ärgerlich, warum wir jetzt erst kämen. Dabei war es genau 6:00Uhr auf unserer Uhr. Togolesischer Zeit. Misst, eine Stunde zu spät. Nochmals gab es 2 Infussionen, Blut wurde abgenommen und zusätzlich eine Stuhlprobe genommen. Und dann hieß es warten auf die Ergebnisse. Gegen 15:00Uhr gab es dann endlich Entwarnung. Die Blutwerte seien gut, die Stuhlprobe habe nichts ergeben und da ich wieder einigermaßen fitt sei, nicht mehr Spucken müsse könnte ich entlassen werden. Gott sei Dank habe ich alles gut überstanden. Im Camp Numi, eine Unterkunft vor den Toren des Parkes, erfuhren wir dann vom deutschen Besitzer Alfred, dass es das Beste Krankenhaus Benins sei (ausgenommen die Privatkliniken in der Hauptstadt) und selbst aus dem nachbarland würden sie hierher kommen. Gott sei Dank, dass wir gerade hier waren.
Dank der Infussionen ging es mir schnell wieder gut und nach einem netten Abend mit Schmidts aus dem Vogtland, die wir im Camp Numi getroffen haben, und etwas schrauben am Auto wollten wir für 24h in den Nationalpark aufbrechen. In der Abend- und Morgendämmmerung stehen die Chancen gut, Tiere zu beobachten. Und auf zwei ausgezeichneten Stellplätzen kann man direkt im Park campen. Schon am ersten Wasserloch waren wir begeistert von der Vielfalt der Tiere. Von der Aussichtsplattform konnte man die verschiedenen Tiere beim Trinken beobachten. Rechts kam eine kleine Herde Antilopen, links eine Affenfamilie. Warzenschweine und Vögel. Krokodile und Springböcke. Unzählige Vögel, klein und groß. Auf dem Weg zum Camp standen noch Büffel direkt neben der Straße. Und das Wasserloch unseres Camps war gefüllt mit Hippos. In der Karte stand, dass bis zu 100 Stück gezählt wurden. Den ganzen Abend und auch Nachts hörten wir sie grunzen. Die komischen Laute aus der Dunkelheit warem schon ganz schön unheimlich. Aber das Feuer gab uns Sicherheit. Und die Nacht konnten wir ja (zu dritt) sicher oben im Dachzelt verbingen. Mit Sonnenaufgang ging es am nächsten Morgen weiter. Löwen und Elefanten wollten wir gerne noch sehen. Und tatsächlich sahen wir die erste Herde Elefanten auf dem Weg zum nächsten Wasserloch. Und unser Highlight waren zwei Löwen, die unseren Weg kreuzten. Unzählige Antilopen aller Größen, Farben und Gestalt konnten wir sehen und fotografieren. Der Park ist der Arten- und Tierreichste Westafrikas und Safari macht hier echt Freude!
Nach einer weiteren Nacht bei Alfred mussten wir uns wieder auf die Straße Richtung Süden begeben. In Togo wurde uns der Diesel geklaut und dabei entwendeten die Diebe auch den Deckel unseres Wasserkanisters hinten am Auto. Aber ohne Deckel fehlt uns die Möglichkeit ausreichend Wasser transportieren zu können. Doch wo bekommt man in Afrika einen Deckel für einen Budeswehrkanister von 1978 her? Heinrich und sein Ausbildungszentrum CFL in Natitingou machen es möglich. In nur 8 Jahren entstand hier ein großes Ausbildungszentrum für Maurer, Metaller, Elektriker und Feinwerkmechaniker. Die Ausstattung ist beeindruckend. Ein Freundeskreis in der Schweiz und in Deutschland ermöglichen dieses Zentrum und sie tun dort alles um durch lokale Aufträge selbst auf die Beine zu kommen. Aus einem Stück Kunstoff drehten sie uns einen passenden Deckel. Danke Euch! Mit zwei Stopps auf dem Weg erreichten wir Cotonou Samstag abends und mussten Laui leider Sonntag abend auf den Flughafen bringen. Jetzt geht es für uns weiter durch Nigeria nach Kamerun, auf das wir uns schon sehr freuen.

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Tansania
oder: angekommen im Dschungel

Nur 50Km breit ist Togo an seiner schmalsten Stelle erstreckt sich das Land dafür wie ein Schlauch vom Meer über 450km in den Norden. Dort ganz im Norden überquerten wir die Grenze von Burkina Faso her kommend. Die Grenze war anders als bisher. Anstatt einer langen Straße mit zig Schlagbäumen und den dazugehörigen Büros, war hier ein zentrales Gebäude in Zusammenarbeit beider Länder errichtet worden, indem alle notwendigen Anlaufstellen untergebracht sind. Leider gänzlich ohne Schilder, sodass wir hin und hergeschickt wurden und mehrmals umparken mussten.
Noch vor dem Wochenende wollten wir in der Hauptstadt Lomè angekommen sein, um dort Visaangelegenheiten zu klären. Auf der Böschung direkt über einem Fluss haben wir unser erstes Nachtlager mitten im Busch, so dachten wir, aufgeschlagen. Doch wir waren keine Minute allein schon kamen die ersten Frauen zum Wasserholen genau an diese Stelle und genossen erst einmal die für sie fremden Besucher. Auch einige große Rinderherden kamen vorbei um hier den Fluss zu überqueren.
Je weiter wir in den Süden kamen, desto schwüler wurde es. Die gewaschenen Kleider trockneten nicht mehr richtig und selbst schwitzen half kaum mehr was um etwas abzukühlen. Umso mehr freuten wir uns für die nächsten 6 Nächte direkt am Strand unter Kokospalmen schlafen zu dürfen. Noch Donnerstags konnten wir die beiden Kongo-Botschaften abklappern (Republik und Demokratische Republik), hatten aber nur bei einer Erfolg. Nach einigen Verhandlungen mit den etwa gleichaltrigen Botschaftsangestellten des „kleinen“ Kongo  über den Preis und der Gültigkeitsdauer unseres Visum haben wir uns auf 70.000cfa (etwas mehr als 100€) und einer Gültigkeit von 15 Tagen geeinigt. Alles Bitten und Betteln in der Botschaft des DR Kongo half nichts. Die Botschafterin (oder Beamtin) schlief sogar während des Gesprächs vor uns ein. Touristenvisa würden zurzeit nicht ausgestellt. Punkt.
Die Nächsten Tage genossen wir sehr. Am schönen Cocobeach machten wir Spaziergängen am Strand, gingen lecker Essen, faullenzten, lasen… und auch unser Landy kam nicht zu kurz und profitierte von einer ausgiebigen Innenreinigung.
Am Sonntag nahm Samuel dann ganz früh morgens Laura am Flughafen in Empfang. Schön war es sich nach 3 Monaten wieder zu sehen. Und die vielen Leckereien und Ersatzteile packten wir mit Kindlicher Weihnachtsfreude aus. Das VTE (Visa Entente Touristique) das Laura für die weitere Reise nach Benin benötigte wurde uns zwar nach einigen Verhandlungen versprochen, doch wir konnten es nicht wie versprochen am nächsten Tag abholen, sodass wir unseren Aufenthalt in Lomé um einen Tag verlängern mussten und wir schon zu Beginn von Lauras zwei Wochen Afrikanisch spontan umplanen mussten. Wir nutzten die Zeit um Laura die hektische Großstadt zu zeigen und einige Souvenirs zu Shoppen.
Zwei Tage später machten wir uns mit Visum in die 3 Stunden entfernte Stadt Kpalimé im Südwesten Togos. Hier waren wir wieder mit Hanna Harsch verabredet. Nach einer kleinen Wanderung um den höchsten Berg Togos, den Mount Agou, machten wir uns am späten Nachmittag auf zu Hannas Gastfamilie (ihres Freiwilligendienstes in Togo vor ein paar Jahren). Sie hat uns zum traditionellen Fufu stampfen eingeladen. Fufu wird aus gekochtem Yams, einer Wurzel, ähnlich wie Kartoffel und Maniok gestampft.  Nach dem herumtollen mit den Kleinen ging es zur Sache und die beiden großen Mädels machten es uns mit großem Mörser und viel Kraft vor, bis auch wir für einen kurzen Augenblick Stampfen durften. Man schlägt abwechselnd auf den gekochten Yams ein bis aus diesem eine zähe, klebrige Masse wird. Mama Katherin bereitete nebenher die Soße zu und so konnten wir das bisher beste Fufu und auch eine der besten Mahlzeiten überhaupt auf unserer Reise genießen.
Den zweiten Tag bei Hanna nutzen wir für einen Marktbesuch und einem kleinen Ausflug zum nahegelegenen Wasserfall. Zwei wirklich schöne Tage die wir bei Hanna verbringen durften wurden am Morgen unserer Abreise etwas getrübt. Als Samuel die Zündung startete blickte unsere Tankleuchte obwohl wir zwei Tage zuvor vollgetankt hatten, das lies nichts Gutes erahnen. Und tatsächlich, man hat uns in der Nacht 50l Diesel geklaut, in dem man mit einem Messer einen recht groben Schnitt in den Dieselschlauch schnitt. Vermutlich ärgerte uns der kaputte Schlauch und die Dreistigkeit weit mehr als der verloren gegangene Diesel. Wir flickten den Schlauch notdürftig mit unserem bewährten RescueTape. Weiter ging es wie geplant Richtung Norden. Mitten durch die Berge im Westen Togos führte uns unser Weg über kleine Pisten und einer beeindruckend grünen  Landschaft mit netten Dörfern. Doch leider wollte unsere Pechsträhne nicht so schnell abreisen. Wir mussten feststellen, dass die Diebe der Nacht nicht nur unseren Diesel geklaut, sondern auch im  Wasserkanisters nach Diesel gesucht und dabei den Deckel entwendet haben. Zum weiteren Übel fielen über den Tag verteilt unser Radio, unsere Innenbeleuchtung und der Warnblinker aus. In der folgenden Nacht musste sich dann auch noch Laura mehrfach übergeben und hatte schweren Durchfall. Da es ihr am nächsten Morgen einigermaßen ging, entschlossen wir ohne einen Abstecher ins Krankenhaus und ohne weitere Medizin (Danke Stefan und Tatjana für eure Ferndiagnose und Tipps) in die nächst größere Stadt Kara zu fahren. Hier nutze Laura ihr Hotelzimmer mit Klimaanlage zum Ausruhen und nach viel Wasser und einigen Elektrolytpräparaten ging es ihr am nächsten Tag zum Glück schon besser. Durch das zum Weltkulturerbe ernannte Gebiet um Koutumakou ging die weitere Fahrt nach Benin. Die beeindruckenden Lehmburgen, Tatas genannt, sahen wir zuhauf, wollten sie aber erst in Benin genauer unter die Lupe nehmen. Die Grenze war die kleinste unserer bisherigen Reise und in wenigen Minuten waren die Grenzformalitäten in Togo erledigt und wir in Benin.

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Tansania
da schlägt das Architektenherz

Seit Anfang an leitet uns unsere GPS-bassierte App den Weg. Von Freunden und aus dem Internet haben wir uns Tracks und besondere Punkte zusammengesucht und aufs Taplet (Danke Hanna!) geladen um uns dorthin zu navigieren. Aucvh ohne Internetverbindung haben wir so Karten von allen Ländern immer dabei und sehen dank des GPS auch immer wo wir gerade sind. Hier suchen wir uns auch immer unsere Strecken aus. Da uns die Hauptstraße von Banfora nach Gaoua zu langweilig erschien, haben wir uns kleine Nebenstraßen rausgesucht. Zwar sind da die Straßen schlechter, doch durch die getrosselte Geschwindigkeit nimmt man das Land und die Leute viel besser wahr und erlebt viel spannendere Straßen, Brücken und Dörfer. Leider mussten wir feststellen, dass ein Auto nunmal breiter als ein Motorrad ist und nicht jede eingezeichnete Straße in der Karte für Autos befahrbar ist beziehungsweise überhaupt existiert. In einem kleinen Dorf war für uns kein weiterkommen mehr und wir mussten umdrehen und uns eine ganz neue Route überlegen. Dafür standen wir plötzlich mitten in einer komisch wirkenden Stadt. Keine festen Häuser, nur provisorische Hütten aus Planen und dazu unmengen an jungen Männern leben hier. Große Haufen an Schutt liegen neben der Straße und Agregate und Pumpen knatterten. Eine Goldgräberstadt. In unzähligen (illegale) ungesicherten Stollen wird hier nach Gold gegraben. Neben diesen todesmutigen Goldgräbern graben auch große Ausländische Firmen in Burkina nach Gold.
Auch im weiteren Verlauf unserer Fahrt kamen wir an Strackenabschnitten, an denen ein fortkommen mit einem Zweirad einfacher gewesen wäre. Wackelige Brücken und steile Böschungen wollten überwunden werden bis wir letztendlich wieder auf der sauber geteerten Hauptstraße nach Ouagadougou angekommen sind. Im Nationalpark Deux Balé wollten wir unsere ersten Elefanten sehen. Die Lodge in der wir übernachteten liegt idyllisch am Fluss, doch wurde sie leider 2007 von einer Flut zerstört und wurde seither nur teilweise wieder aufgebaut. Es könnte so ein schöner Ort sein.Über 3 Studnen fuhren wir mit einem Guide durch den Park und sahen die seltenen Riesenspringböcke, aber leider keine lebendigen Brüder unseres Landyfanten.
"Hab ne Tante in Marokko...äh Quagadougou" - war der Betreff einer E-Mail von Zuhause (Danke Daniel!). Lis (ursprünglich aus Hessigheim) lebt mit ihrem Mann John schon seit vielen vielen Jahren in Burkinafaso. Viele Jahre im Norden im Busch und seit einigen Jahren in der Hauptstadt Ouaga. Obwohl wir sie nicht kannten wurden wir sehr herzlich aufgenommen und ganz schwäbisch verköstigt. Vesper und Sonntags sogar Linsen und Spätzle liesen uns gleich wie zu Hause fühlen. Zwei entspannte Tage, Einkaufen im Supermarkt, frische Erdbeeren und unser erstes Eis in Afrika. Am Sonntag hatten wir die Gelegenheit einen ganz besonderen Gottesdienst mit Lis und John zu besuchen. Eine weitere Missionarin in Ouaga arbeitet Fulbejungs, die aus der Koranschule geflohen sind. Von ihren Eltern werden sie auf diese Schulen geschickt um den Koran zu lerne. Die miserablen Bedingungen und oft Schläge dort, lässt immer wieder Jungs die Flucht ergreifen. Bei Kate finden sie ein "neues Zuhause", ein Dach über dem Kopf, eine feste Mahlzeit und vorallem ein offenes Ohr und die Botschaft von Jesus. Sie hören zum ersten mal von einem liebenden, anstatt einem strafenden Gott. Diese neue Hoffnung ist im Gottesdienst zu spüren. Der Pastor bezieht sie ganz besonders mit in den Gottesdienst ein und sie erzählen von ihren alltäglichen Erfahrung, wo sie Sorgen haben und was für Gebetsanliegen sie haben.
Leider verändert sich die Sicherheitslage auch in Burkinafaso nicht zum besseren. Im Norden bedrohen Terroristen die Dörfer und fordern die Lehrer auf nur noch Koranrelevante Dinge zu unterrichten. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen erschossen sie vor den Kindern zwei Lehrer. Für die Missionare ist es deshalb nicht mehr sicher die Christen im Norden zu besuchen, auch um deren Leben zu schützen, da die Angst vor Verrätern und Spitzel weiter wächst. Einige überlegen sich dehalb zu fliehen. Bitte betet für das Land und die Christen dort!

Afrika hat nur wenig an herausragender Architektur zu bieten. Und nur sehr sehr wenige afrikanische Architekten sind bekannt. Einer der wenigen, wenn nicht DER bekannteste, ist der Burkinabe Francis Kéré. Als Sohn eines Stammesführers hatte er die Chance in Berlin zu studieren und hat nun dort sein Architekturbüro. Um seinem Heimatdorf etwas zurückzugeben baute er dort die mit Preisen gekührte Schule, inklusive Lehrerhäusern und einer nicht vollendeten Bibliothek und Sekundarschule. Das Herausragende an seinen Gebäuden ist die klimagerechte und doch einfache Bauweise. Lehm ist normalerweise das "Armeleutebaumaterial", alle die es sich leisten können bauen in Zement. Doch der Lehm reguliert die Temperatur viel besser. Die abgehobenen und stark hinterlüfteten Dächer schützen die Gebäude vor Sonneneinstrahlung. Die Lehrer konnten uns bestätigen, dass es in den Gebäuden viel angenehmer sei, als in den klassischen Schulgebäuden. Im Sommer kühler, im Winter wärmer. In der Nähe von Ouaga baute Kéré zudem das unter der Schirmherrschaft von Horst Köhler stehende Operndorf Afrika, mit einer Schule und einem Gesundheitszentrum. Auch hier wurde in Lehm mit großen hinterlüfteten Dächern gebaut. Die Bauweise ist einfach und hat doch einen so großen Einfluss auf das Klima im Gebäude. Wir, Samuel natürlich besonders, waren sehr beeindruckt von diesen Gebäuden und so sind viele viele Bilder entstanden.
 

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Tansania
die Safari beginnt

Der Empfang in Burkina Faso war herzlich. Schon an der Grenze wurden wir freundlich von einem Grenzbeamten begrüßt und zu den notwendigen Stationen begleitet, die zu unserem Erstaunen alle auf einem Fleck zu sein schienen (Später wuren wir eines besseren belehrt, es kamen dpch noch etliche Büros und Beamten die unsere Papiere sehen wollten). Auch half er uns gleich eine SIM-Karte zu bekommen, damit wir in burkina wieder vernüftiges Internet haben, welches wir gleich beim Geburtstagsskypen mit dem (Schwieger-)Papa  nutzen konnten.  Von der Grenze ging es durch Mango- und Cashewplantagen Richtung Sindou. Etwas nördlich davon trafen wir auf einen Stausee und campierten dort direkt am Ufer. Die abgestorbenen Bäume die noch aus dem See ragen, dazwischen die Fischer in ihrem Boot und die Kuhherden die hin und wieder zum trinken an das Seeufer kamen, verliehen dem Ort seinen besonderen Reiz. Am nächsten Tag konnten wir unterhalb des Stausees das dazugehörige Bewässerungssystem bestaunen. Grüne und sauber angelegte Felder mit Salat, Zwiebeln, Erdnuss, Papaya, Reis und vielem mehr. Am Rand der Felder schlugen wir direkt hinter den Sindoupeaks unser nächstes Nachtlager auf. In der Mittagshitze mit über 40°C betrachteten wir die besonderen Felsformationen ersteinmal aus dem Schatten der Bäume und machten uns gegen abend zu zwei kleinen Erkundungstouren mit kleinen Klettereien auf die ein oder andere Felsspitze. Schon lange träumte es Samuel in Afrika so richtig zu klettern. Das Equipment war eingepackt und wartete schon seit Wochen auf den ersten Einsatz. Hier bot sich die perfekte Gelegenheit. Daher sind wir am nächsten morgen früh aufgestanden und gleich zum Klttern in die Peaks aufgebrochen. Eine ca. 20m Meter hohe Felsspitze wurde auserkoren heute erklettert zu werden. Der Sandstein bietet einfache Möglichkeiten den Fels zu erklimmen und oben das Seil zu befestigen, um so auch schwierigere Routen ausprobieren zu können. Uns beiden beeindruckte die Aussicht auf die besondere Lanfdschaft von oben sehr!
Nachdem Guinea von Touristen so gut wie nicht bereist wird, gibt es dort auch keine touristische Infrastruktur. Dies ist nun in Burkina anders. An unserem nächsten Halt, dem Hipposee von Tengrela, gab es ein Kassenhäuschen und ganz offizielle Eintrittskärtchen. Für ca. 1,50€ darf man hier am Ufer des Sees auf Nilpferde warten. Da wir genügend Zeit in Burkina haben und die Hippos erst abends ans Ufer kommen schlugen wir unser Zelt direkt am Ufer auf. Und wir hatten tatsächlich Glück und abends kamen zwei der ca. 21 Hippos des Sees an unser Ufer. Mit Kamera bewaffnet warteten wir auf den Moment, in dem die Hippos nicht faul im Wasser liegen oder gar auf Tauchgang sind, sondern für uns ihr rießen Maul aufsperren. So ein Tier wiegt ca. 3 Tonnen. Soviel wie unser vollbeladenes Auto!! Nachts konnten wir die Tiere nicht weit von unserem Schlafplatz hören.
Nach vielen vielen Kilometern Reise und vielen vielen fremden Gesichtern durften wir hier am Hipposee ein altes Gesicht wiedersehen. Hanna Harsch ist gerade für eine längere Zeit in Togo und macht, wie wir, Urlaub in Burkina Faso. Wir besuchen sie bald in Togo, trafen uns aber schon hier um etwas gemeinsam zu Reisen.
Zu dritt ging es daher am nächsten Tag weiter. Nicht weit vom See gibt es Wasserfälle, die im Reiseführer empfohlen sind. Wir erwateten nicht allzuviel, waren daher umso begeisterter von den Fällen. Obwohl es schon eine Weile Trockenzeit ist, sind die Fälle schon von weitem zu hören. Bei den mittaglichen 45°C wünscht man sich nichts sehenlicheres als ein kühles Bad. Weil es so schön hier ist verlängerten wir die angedachte Nacht gleich auf zwei. Weitere besondere Felsen, die Domes von Fab??, sind von hier aus zu Fuß zu erreichen und waren somit das Ausflugsziel des nächsten Morgens. Die Klettereien durch die Felskuppeln begeisterten vor allem Samuel aufs Neue. Die zwei Tage hier genossen wir sehr. Baden, relaxen, lesen und gemeinsam kochen und quatschen waren "richtiger" Urlaub für uns. Burkina Faso ist sicher auch ein lohnendes Urlaubsziel für den ein oder anderen von euch!
 

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Tansania
Overlandertreffen im Sleeping Camel

Es ist längst dunkel. Eigentlich würden wir schon lange im Dachzelt liegen, aber wir sitzen zusammen und quatschen ... und schwitzen. Um 23:00Uhr hat es immernoch über 30°C. Wie zuhause im Hochsommer mittags um 14:00Uhr. Hitzefrei würde es schon lange geben, aber hier in Bamako sitzen wir in einem überfüllten Minibus auf dem weg zurück zum Hotel und schwitzen. Und trinken den 4l Wasser am Tag. Weit über 40°C zeigt das Termometer zur heißesten Stunde des Tages. Nachts schlafen wir in der zwischenzeit nur noch auf unserem Seidenschlafsack, denn selbst das dünne Seidentuch raubt einem vor lauter Hitze den Schlaf. Waren die Morgenstunden in Guinea noch sehr angenehm ist es einem hier schon morgens nach einer Dusche. Und leider kann man abends trotzdem nicht entspannt in T-Shirt und kurzer Hose dasitzen, man würde von den unzähligen Moskitos gefressen. Daher lange Kleider, schwitzen und duschen vor dem Bett gehen.

Im Norden Malis herrscht zur Zeit Ausnahmezustand. Terroristen machen das Land unsicher. Zur Unterstützung des malischen Militärs sind deshalb ausländische Truppen im Land. Neben Franzosen, Belgiern, Iren, Holländer auch Deutsche Truppen. Neben dem Einsatz an Truppen im Norden sind auch einige Ausbilder im Rahmen der UN im Lande und bilden Polizei und Militär aus. Seit die Konflikte im Norden stattfinden ist der Tourismus im Lande zusammengebrochen. In unserem Afrikareiseführer ist deshalb auch wenig über Mali zu lesen. Aber da es in der Hauptstadt Bamako das sonst so schwierig zu bekommende Nigeria-Visum geben soll, führt un unser Weg auch nach Mali. Der Süden ist sicher und hier ist von Krieg nichts zu spühren. Nur in der Hauptsadt sieht man einige UN-Fahrzeuge und ein hohes aufkommen an Polizei und Militär. Wir bleiben drei Nächte im "sleeping camel", einem kleinen Hotel mit der Möglichkeit für einige Camper im Hof zu parken. Als wir ankommen steht neben einem großen weißen Truck auch ein schöner orangener Unimog (beides Holländer). Daneben noch ein Zelt und das dazugehörige Motorad mit deutschem Kennzeichen. Die drei waren die letzten Tage zusammen unterwegs, werden hier wie wir Visa beantragen und dann trennen sich deren Wege wieder. Die Abende verbringen wir zusammen und es ist schön sich auf Augenhöhe unterhalten zu können. Wir bekommen auch Tipps zum Nigeriavisum, da Luca (der deutsche Motorradfahrer) und die Holländer des weißen Trucks dieses eine Tag zuvor beantragt haben. Leider wurde eine Woche zuvor eine Bearbeitungsgebühr von ca 30€ pro Visa eingeführt, sonst lief alles problemlos. Am nächsten Tag können wir das Visum abholen. Im Restaurant des Hotels haben wir lecker gegessen. Und als zwei Deutsche Polizisten zum Abendessen vorbei kamen staunten wir nicht schlecht. Die Bar ist anlaufpunkt vieler UN-Ausbilder und so kommen wir immer wieder mit einigen von ihnen ins Gespräch. In der großen Stadt finden wir auch den ein oder anderen Supermarkt und kaufen mal wieder Dinge ein, die wir sonst kaum bekommen. z.B.  Käse, Hackfleisch und Kekse ;-).
Von Burkina Faso haben wir viel positives gehört und wollen daher, ohne Stop in der Elfenbeinküste und Ghana (erstpart uns Visumskosten  und -stress, und ermöglicht entspannteres Reisen), die nächsten zwei Wochen dieses Land erkunden.

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Tansania
die Waldregion im Süden

Nach stundemlangen Durchgeschüttelt werden erreichen wir die Stadt Kindia. Hier wollen wir tanken, Geld abheben und nochmals einkaufen. Als wir so durch die überfüllten Straßen schlendern hörten wir jemand rufen: >>Madame Hannah<< Sherif, ein ehemaliger Jugendlicher aus dem Center hatte Hannah nach all den Jahren auf der Straße erkannt. Nach dem Studium hatte er keine Arbeit gefunden und ist nun 'Händler' in Kindia, Telimele sei zu klein und unbedeutend. Er half uns gleich Gemüse zu finden und wir gönnten uns noch ein gemeinsames Mittagessen: Mafe tiga - Reis mit traditioneller Erdnusssoße und Rindfleisch. Sehr lecker.
Die Nacht verbrachten wir abseits der Straße irgendwo am Rande einer Sumpflandschaft. Hier sind wir sicher alleine und ungestört. Fehlanzeige. Schon kurz nach uns tauchte eine Gruppe von 7 Kindern auf und bewegten sich auch die nächsten Stunden nicht mehr weg. Auch ein junger Mann auf seinem Motorrad kam um uns -unerwünschte- Gesellschaft zu leisten. Hannah verkrümelte sich irgendwann ins Auto, da sie von dem ständigen Beobachtetwerden genervt war. Erst gegen abend kam ein Mann mit zwei weiteren Kindern auf dem Motorad vorbei und zusammen mit den 7 Kindern und einer ganzen Herde Ziegen, auf die die Kinder wohl aufgepasst hatten, zogen sie heim. Auch der junge Mann musste noch was erledigen und wir machten ihm deutlich dass wir dann essen und duschen wollten und er sicher nicht die ganze Nacht bei uns bleiben müsse.
Früh ging es dann schon weiter, erst über schlechte Straße mit ständigem wechsel zwischen Teer und Piste alle paar Meter bis Mamou. Von dort ging eine wunderbar geteerte Straße in den Süden. Plötzlich war es wieder ruhig im Auto und wir kamen zügig voran. Schon am frühen Nachmittag war es unerträglich heiß und wir beschlossen genug Strecke für den Tag zurückgelegt zu haben. Vor einem Dorf bogen wir in einen kleinen Weg ein. Hier in Guinea ist es nicht so einfach weg von der Straße zu kommen, da die dichte Vegetation dies nur auf "echten" Wegen erlaubt. Vor einigen ordentlich angelegten Gärten fanden wir einen schönen Platz unter Bäumen. In der Ferne hörten wir Motorsägen und von Zeit zu Zeit kamen Kühe und Fußgänger vorbei, die freundlich Grüßten und schnell wieder verschwanden. Schon freuten wir uns über den langen mittag, bis plötzlich das Internet nicht mehr wollte. Unser 7-Tage Internetzugang waren abgelaufen. Misst. Dabei wollten wir heute die weitere Reiseplanung angehen. Der Abend kam, wir hatten gekocht, gegessen, gespielt und geduscht und wollten schon langsam ins Bett, als Lärm in der Ferne immer lauter wurde. Wie Schüsse, lautes Knacken und später dann auch Prasseln machte uns Angst. Als sich der Horizont auch noch orange färbte war uns klar, dass es ein Buschfeuer war. Waren wir hier sicher? Kam das Feuer näher? Und wird es uns irgendwann in der Nacht einholen? Im Schlafanzug zogen wir durch die Nacht um nachzuschauen wie weit weg das Feuer denn wirklich war. Da kamen uns plötzlich 3 Motorädern mit 6 bewaffneten Männern entgegen. Was wir hier machen, wollten sie wissen. Erst im Gespräch sahen wir die Uniform des einen Mannes. Wir könnten hier nicht bleiben. Viel zu gefährlich alleine im Busch. Die Sprachkenntnisse erlaubten es leider nicht zu erfahren ob generell oder aufgrund des Feuers wir umziehen mussten. Alle warteten bis wir abgebaut hatten und dann folgten wir ihnen ins Dorf. Direkt vor der Polizeistation "durften" wir unser Nachtlager wieder aufschlagen. Wahrscheinlich waren sie wirklich gekommen um uns vor dem Buschfeuer in Sicherheit zu bringen. Auch wenn das ständig beobachtet und gesehenwerden nervig sein kann, gibt es doch auch Sicherheit. '
Wir freuen uns die Tage auch über Nachricht von Hannahs Trauzeugin Laui, dass sie uns in Togo/Benin besuchen kommt. Um auch rechtzeitig dort zu sein und genügend Zeit zum Visum organisieren in Bamako zu haben bogen wir in Kissidougu wieder Richtung Norden ab. Bei einer kurzen Mittagspause wir dann leider unser neu mit Internet aufgeladenes Handy. Hannahs Nummer, Musik und unser Internet-Hotspot sind somit leider verloren. Die Stimmung war am Boden. Als wir dann beim Tanken auch noch um 20l beschissen wurden war der Tag gelaufen. Hannah war einkaufen, Samuel gerade dabei die Ersatzkanister vom Dach zu holen, als der Tankwart begann das Auto zu füllen. Erst beim Ausrechnen des aktuellen Spritverbrauchs wurde klar, dass wir zu viel verrechnet bekommen hatten. Nur wie kann man das Beweisen?Nach hitzigen Diskussionen wurde der Chef gerufen, aber alle um die Zapfsäule waren sich einig, dass die Tankuhr auf 0 stand. Wir mussten klein beigeben.
Mit getrübter Stimmung, ohne Internet und mit dem Ziel Bamako ging es dann volls schnell. Eine nette und ruhige Nacht am Rand eines Dorfes und eine meist gute Strecke brachten uns schneller nach Mali als gedacht. Auch die Polizeikontrollen auf der Strecke dauerten nie lang, verliefen sie doch meistens nach einem der beiden Muster:
1) >>Was hast du mir mitgebracht?<< Mit dieser Frage wurden wir das ein oder andere mal angehalten. >>Unseren Pass<< Aber da man den nicht essen kann, durften wir meistens schnell weiterfahren.
2) Die etwas nervigere Kontrolle versuchten immer irgendwas zu finden, das wir haben müssten aber nicht hatten. Führerschein, Fahrzeugschein, Pass, Versicherung, Warndreieck, Feuerlöscher und Verbandskasten wurden dann immer kontrolliert. Aber da wir alles hatten, durften wir immer nach einer Weile weiterfahren.
Die Grenze Nach Mali war dann ein Kinderspiel. Nur jeweils die Polizei und der Zoll mussten 'besucht' werden. Das Carnet de Passage musste zwar wieder erklärt werden, aber wurde dann ordnungsgemäß abgestempelt.

 

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Tansania
zurück im grünen Land

Bis Gaoual war die Straße ganz frisch geteert und so lief es problemlos bis dorthin. Auf der Straße fragten wir uns durch, wer Daniela kennt und tatsächlich gerieten wir an einen Mann der behauptete er wüsste wo sie wohnt und könne uns dort hinführen. Er wusste es glückicherweise tatsächlich, doch leider war sie nicht zu Hause. Es gibt jedoch noch andere Weiße im Dorf und über einen weiteren Verusch landetetn wir dann bei den Vögtlis. Tobias, Michelle und Seline haben uns sehr herzlich aufgenommen und das Rätsel wo die anderen Weißen steckten löste sich schnell, denn sie saßen im Wohnzimmer zusammen. So verbrachten wir einen echt schönen Abend, mit leckerer Pizza und tollen Gesprächen. Wir durften die Nacht im Gästezimmer schlafen und bekamen am nächsten Morgen frisch gebackene Panecakes. Tobias bot uns an uns ihre Schule und das Ausbildungszentrum zu zeigen in dem sie arbeiten. Tobias ist gelernter Zimmermann und bildet zusammen mit den Team (Action Vivre Gaoual -Schweizer Allianz Mission) Maurer und KFZ Meckaniker aus. Ein super Entwicklungshilfe Programm, das viel Wissen über den Beruf vermittelt und die Jugendlliche im Anschluss auf eigenen Beinen stehen können. 4 Tage die Woche sind sie bei örtlichen Handwerkern beschäftigt und zwei Tage werden sie im Berufschulzentrum unterrichtet.
Nach einem Besuch auf dem Markt, einem leckeren Mittagessen und viel fachgesimpel über die effektivste Bauweise von Gebäuden in Afrika, machen wir uns erst am Nachmittag auf den weiteren Weg. Vielen Dank nochmal für den netten Empfang und die tolle Zeit bei euch.
Weiter ging es in Richtung Labé, das Zentrum des Fouta Djalon. Nach einem holrpigen Stück Piste erreichten wir unseren Schlafplatz gerade noch bei Dämmerung. Während des Abendessen tauchten zwei Männer mit ihren Gewehren auf, sie haben uns wohl gehört und wollten nach dem rechten schauen. Wir tauschten die üblichen Begrüßungsworte aus und holten uns die Erlaubnis diese Nacht hier schlafen zu können. "Kein Proböem" war die Antwort und die Nacht verlief angenehm ruhig. Am nächsten Morgen besuchten wir den Gottesdienst in Labé. Laut und wild ging es hier zu, nicht ganz so wie wir es aus Deutschland gewohnt sind. Nach dem Gottesdienst waren wir mit einer weiteren Missionarin der SAM Mittagessen und nutzten die Chance noch einiges über Land und Leute zu erfahren. Nach dem Mittagessen ging es weiter in das kleine Dorf Douci. Hier verbrachten wir eine Nacht bei Hassan dem wohl bekanntesten "Wanderguide" Guineas. Mit ihm machten wir einen Abendspaziergang durchs Dorf und schmökerten in seinem Gästebuch in dem wir auch Hannahs Einträge von den Jahren 2009 und 2010 fanden. Dies weckte schöne Erinnerungen.
Am nächsten Tag machten wir am Vormittag eine kleine Wanderung durch die wunderschöne Region des Fouta. Am Ende nannte uns Hassan dann leider einen unverschämten Preis für unseren Aufenthalt, den wir jeodch auf mitlerweile sehr geübte afrikanische Art auf ein Drittel des Preise herunterhandelten. Ein sehr schöner und lohnender Abstecher. Am späten Vormittag machten wir uns dann auf nach Téliméle, voller Spannung was sich alles so verändert hat und was Hannah noch alles wiedererkennen wird. Nach einigen Kilometern schlechter Piste und steilen Serpentinen erreichten wir Téliméle am Nachmittag. Schon bei der Durchfahrt war klar, es ist nicht mehr das kleine beschauliche Städtchen von damals. Doch einige Ecken und Gebäuden waren Hannah dennoch gut in Erinnerung geblieben. Auch hier in Telimélé durften wir Gastfreundschaft der Schweizer genießen. Michi, Priska, Leandro (4), Nikolas (3) und Norina (6 Monate) Müller waren unsere Kontaktadresse. Auch hier wurden wir direkt ganz herzlich begrüßt und von den beiden Jungs wie selbstverständlich als willkommene Gäste aufgenommen. Wir verbrachten bei den Müllers drei total schöne Tage in denen wir super mit allerlei leckeren Schweizer Importprodukten verköstigt wurden. Zudem hatten wir viel Zeit mit den Jungs zu spielen und zu toben und endlich auch am Auto einige Dinge zu richten. Diesel- und Luftfilter wurden gewechselt und unseren Landy gründlich von außen und innen geputz. Zudem beuschten wir den Markt auf dem wir Hannahs alte Schneiderin trafen die gleich für eine Hose und ein Oberteil beauftragt wurde und sich rießig über den Besuch freute. Wir ließen uns von Michi das Ausbildungszentrum von Telimélé zeigen. Hier lernen die Lehrlinge alles rund um den Bau. Ein Tag die Woche in der Theorie, den Rest direkt am Bau oder der Möbelmanufaktur. Dort haben sie unter anderem auch einen sogenannten "Lebensunterricht" zu Gesundheit, Hygiene, Sexualität,.... Wir verbrachten einen Abend mit den 4 Kurzzeitlern in Hannahs altem Zuhause und machten einen kleinen Ausflugf zum Baden zur "Barage". Der kleine Stausee liefert für ein paar Stunden am Tag für einen Teil des Ortes Strom und ist ein wunderschöner Ort zum Baden. Hannahs ehemaliger Arbeitsplatz - das Center - ist mittlerweile in einheimische Hände übergeben worden. Es werden im Moment zwei Englischkurse und zwei Computerkurse angeboten. Wir hatten eine tolle Zeit in Telimele und haben die Zeit bei Müllers sehr genossen -DANKE euch Fünf für eure Gastfreundschaft und die tolle Zeit die wir mit euch haben durften! Für Hannah war es ein tolles Erlebnis nach so vielen Jahren die Stadt und auch das Center wieder zu sehen. Auch Samuel hat sich von der Freunde über das grüne und fruchbare Land sofort anstecken lassen.
Am Donnerstag den 23.02 ging es nun weiter nach Kindia und von dort weiter Richtung der Waldregion im Süden Guineas. Conakry haben wir spontan ausgelassen, da es dort vor zwei Tage zu massiven Ausschreitungen aufgrund eines Lehrerstreiks kam.

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Tansania
once upon a time

Lac Rose - der pinkfarbene See etwas nördich von Dakar war unser erstes Ziel nach unserem längerem Aufenthalt in Dakar. Abends sol die Farbe am intensivsten sein, haben wir gelesen. Als wir ankamen war der See wie jeder andere. Blau-Braun dreckig. Wir dachten schon wir seien so naiv wie bei den blauen Steinen gewesen und alles sei nur Tourimasche. Aber am Campingplatz wurde uns versichert am nächsten morgen um 10 Uhr sei der See sicher schön pink. Beim Abendspaziergang lies sich die Färbung auch erahnen. Nach einer ruhigen Nacht waren wir umso gespannter, aber leider sah der See aus wie am Abend davor. Die Fäörbung lies sich erahnen, leider aber nicht mehr. Wir haben dann Googel um Hilfe gefragt und herausgefunden, dass nicht immer, sondern nur bei richtigem Sonnenstand die im See vorkommenden Bakterien ihren Farbstoff ausschütten. Zusammen mit der wetweit höchsten Salzkonzentration in einem See ist er dann wie auf Bilder im Internet wunder schön pink. Wir haben ihn leider so nicht gesehen.
Weiter gings entlang der "Petite Cote", dem touristisch hoch erschlossenen Küstenabschnitt Senegals. Wir machten allerdings nur kurz Halt zu Mittag direkt unter Palmen am Strand. Spätnachmittags besuchten wir dann noch das Städtchen Fadiouth, das auf einer künstlich aufgeschütteten Muschelinsel errichtet ist. Hier suhlten sich Schweine im Flachen Delta, ein seltener Anblick im bisher sehr muslimischen Afrika. Auch der christliche Friedhof und die Glocken waren hier überraschend.
Per Email kommunizierten wir in der Zwischenzeit mit den Missionaren, die zur Zeit in Telimele -Hannahs FSJ-Stelle- sind und erfuhren so, dass genau dann, wann wir gedacht haben dort zu sein, alle fort seien. Also auf gut afrikanischer Art und Weiße spontan umgedacht und ab gings schneller als gedacht Richtung Guinea. Auf halber Strecke fiel Samuel dann ein, mal auf dem Visum im Pass nachschauen zu können wann wir denn einreisen dürften. Und leider stand da erst der 20. Februar als frühstes Einreisedatum. Was sollten wir denn noch 4 Tage im Senegal? Schon so dicht waren wir der Grenze. Also wollten wir es drauf ankommen lassen und notfals direkt an der Grenze die nötigen Tage warten. Doch dort interessierte sich niemand für das Datum. Hauptsache wir hatten ein Visum. Die Grenze verlief für uns sehr entspannt und einfach. Keine Schlepper die einem helfen wollten und keine korrupeten Polizisten, die ein Extralohn wollten. Nur mit dem Ausfülen des Carnets mussten wir helfen, doch auch dies verlief um einiges schneller als in Dakar. Im Vorfeld hatten wir sehr viel negatives über die Polizeibeamten im Senegal gehört und auch an der Grenze in den Senegal mussten wir bereits eine äußerst fragwürige Gebühr für unser Auto bezahlen. Um so mehr sind wir nun überrascht, wir wurden lediglich an zwei Polizeiposten angehalten und nach unserem Ziel gefragt, die Beamten wollten nicht einmal unsere Papiere sehen. Voller Freude über diese positive Erfahrung schien sich das Blatt kurz vor der guineischen Seite doch noch einmal zu wenden. Zwei sehr motiverte Polizisten hielten uns an und winkten uns direkt an den Rand der Straße um zu parken. Nun würden sie sicherlich so einiges von den Schikanen die wir im Vorfeld gehört hatten auspacken (fehlende Lizenz für den Dachträger, kein zweites Warndreieck, kein Feuerlöscher, zu schnell gefahren, nicht richtig geparkt...). Doch all dies blieb aus. Sie scherzten mit uns auf Englisch, hileten smaltalk und fragten wieviel unserer Solarplatte gekostet hätte, das war alles. Jetzt sind wir glücklich und überraschend früh in Guinea angekommen und wollten ganz spontan bei einer Schweizer Missionarin in Gaoual vorbeischauen, die Hannah noch von ihrem letzten Aufenthalt in Guinea kennt.

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Tansania
"fast wie Urlaub"

Im Senegal folgte auf die Abenteuer der Wüste Kontrastprogramm. Zivilisation! Doch von Beginn: Schon recht früh am Morgen erreichten wir die kleine Nebengrenze Diama zwischen Mauretanien und Senegal. Wir dachten morgens sei noch nicht viel los, die Zollbeamten noch entspannt und alles geht schnell und reibungslos. Da Hannah noch recht angeschlagen war und es Samuel in der Zwischenzeit ziemlich erwischt hatte, hofften wir auf eine schnelle Grenzabwicklung. Aber leider kam es anders. Wieder waren viele viele Büros abzuarbeiten. Doch diesesmal wollte plötzlich fast jedes dieser Büros 10€ Bearbeitungsgebühr. Beim ersten Büro haben wir nach einer guten halben Stunde Diskussion gegen einen offiziellen Beleg nachgegeben. Beim nächsten Büro haben wir so lange gewartet und diskutiert bis wir so weiterkamen. Doch leider wiederholte sich das Spiel auf der senegalesischen Seite. Und da es erst Vormittags war, hatten die Beamten alle Zeit der Welt uns auszusitzen. Ohne 10€ kein Pass zurück PUNKT. Das Kopfweh wurde schlimmer, und auch Fieber kam hinzu, also haben wir doch nachgegeben, bezahlt und waren durch. Nix wie auf den Campingplatz Zebrabar etwas südlich von St. Louis. Schon seit Jahren hat sich dieser, von Schweizern geführte Campingplatz, als Treffpunkt für Afrikareisende entwickelt. Wunderschön unter Palmen, direkt am Strand, großzügig und gut gepflegte Anlage, nette Bar und "unsere Kanadier" ;-) Hier trafen wir Mike und Sue (zuvor in Nouakchott und Atar getroffen) wieder (nicht das letzte mal). Auch andere Reisende haben wir wieder erkannt und ein Teil der Rally haben wir hier auf deren Rückweg getroffen. Eigentlich wollten wir St. Louis anschauen, aber wir haben uns die zwei Tage nicht vom Campingplatz und kaum vom Auto wegbewegt, sondern uns auskurriert und erholt. Da wir bei Einreise aber nur 3 Tage zeit bekommen haben unsere Autopapiere in Dakar abstempeln zu lassen gings dann auch schon weiter. Die Fahrt nach Dakar war einfach. Sauber geteerte Straßen und keine Polizeisperren liesen uns schnell vorwärtskommen. Und dann kam sogar ein Stück Bezahlautobahn! Bis kurz vor der Innenstadt lief der Verkehr gut. Dann kamen wir ins Chaos der Millionenstadt. Richtig afrikanisch gings dann bei der Zollbehörde zu. Beamten in der Mittagspause, unzählige Büros die jeweils nur einen Stempel oder eine Unterschrift abgeben. 2 Stunden später hatten wir alle Papiere fertig abgestempelt zurück. Jetzt noch schnell auf der ein oder anderen Botschaft vorbeischauen, das war der Plan. Doch aufgrund des dichten Verkehrs und der langen Bearbeitungszeit im Zollamt war es schon spät und wir müde und ausgepowert und so waren wir froh Esther Lehman und ihre Familie ansteuern zu dürfen. Der Empfang war herzlich! Wir kannten weder sie noch ihre Kinder, wurden aber so lieb aufgenommen und eingeladen so lange dazubleiben wie wir wollen. Sogar ein Gästezimmer war für uns bereit! 5 Tage haben wir die Gastfreundschaft genossen. Wir haben das Visum für Guinea beantragt (dauerte von Freitag bis Montag), haben geduscht, lange im Bett geschlafen, das W-Lan genossen, Tischtennis gespielt, Tagesausflüge unternommen und lecker senegalesisch mit der Familie gegessen. Esther, ihre Tochter Hannah (8) und ihr Sohn Philip (16) haben uns den westlichsten Punkt Afrikas, die umstrittene Statue der "Wiedergeburts Afrikas" und den zweitwichtigsten Leuchturm Afrikas gezeigt. Wir durften sie in ihre Gemeinde begleiten, waren gemeinsam beim Italiener und haben zusammen schönste Korbwaren eingekauft. Und zum Schluss waren wir am Dienstag noch auf der ehemaligen Sklaveninsel Goreé. Ein Boot bringt die Touristen auf die kleine, autofreie Insel vor der Küste Dakars. Hier war jahrelang einer der unzähligen Umschlagsplätze des Sklavenhandels. Und da die Insel und die Sklavenhäuser noch so gut erhalten sind, wurde die Insel zum Unseco Weltkulturerbe erklärt. Im Sklavenhaus standen wir vor der "Door of no return", durch die die Sklaven gehen mussten. Wer diese durchschritt kam nie wieder zurück. Ein wirklich dunkler Teil der Geschichte. Heute sind auf der Insel viele Künstler zuhause und fertigen schöne Gemälde, Schmuck, Deko und vieles mehr. Im zweiten Weltkrieg war auf der Insel außerdem ein Stützpunkt der französischen Armee und die Überreste sind noch zu besichtigen. Auf der Insel befindet man sich in einer völlig eigenen, ruhigen Welt mit tollen Gärten und hübschen Gassen. Zurück auf dem Festland steckten wir erstmal wieder stundenlang im dichten Verkehr fest bis wir die Stadt nach fast einer Woche wieder verlassen haben/mussten/durften/wollten.

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