02. Januar

Weller



Vielen Dank

31. Januar: Überraschung

Tansania
traumhafte Ebbstrandstraße

Mit konstanten 100km/h ging es fast die kompletten 900km entlang der Küste durch die West Sahara. Auf der meist recht guten Teerstraße kamen uns nur ab und zu völlig überladene LKWs entgegen. Ein Stopp am Surverhotspot Dakhla und einer entlang der Straße, war so ziemlich die einzige Abwechslung. Die Landschaft hier ist sehr öde und daher auch kaum besiedelt. Immerwieder gibt die Straße den Blick frei auf den Atlantik und hin und wieder gibt es hier kilometerlange einsame Sandstrände. Da der Wind hier fast imer konstant aus Norden weht (hat irgendwie etwas mit dem Sahara Tief oder Hoch zu tun ;-)), kommen hierher viele Surver.
Im Internet herrscht rege Diskussion darüber ob man die Grenze nur mit Hilfe der dortigen "Helfer" meistern könne. Die Grenzvormalitäten würden zumeist 4 Stunden oder länger gehen und Schmiergelder seien fast immer nötig. Auch vom Land Mauretanien selber hatten wir bisher wenig positives gehört, so wird Mauretanien meist nur als Transitland ins Nachbarland Senegal genutzt. Wie anders sind nun heute unsere Erfahrungen!
Schon an der Grenze wurden wir positiv überrascht. Ganz ohne "Helfer" ging der Grenzübetritt reibungslos von statten. Etwas warten auf das Ende der Mittagspause der Visa-Beamten war alles. In "nur" 2,5h waren wir aus- und wieder eingereist. Dabei hat das ganze wenig mit europäischen Grenzen gemein. Schon auf der marokkanischen Seite muss man mindestens 8 Stationen durchlaufen. Visakontrolle, Fahrzeugpapiere, Ausreisestempel, Kontrolle, Zoll, nochmals Kontrolle, und nochmal,... Im Niemandsland dazwischen überwacht die UN den Frieden. Auf den knapp 5km wird man nahezu überfallen von sogenannten "Helfern", die beteuern ohne sie wäre der Grenzübertritt nicht möglich. Drüben wird das Auto von Beamten und Hunden durchsucht, der Pass registriert. Anschließend muss das Visum für 55€ beantragt werden, eine Ehrenurkunde unterzeichnet werden, dass man das Auto nicht verkaufen wird, von der Polizei im PC erfasst werden und alles nochmals mehrfach kontrollieren lassen bis man endlich die Grenze hinter sich hat. Aber entgegen mancher Meinung waren die Beamten an beiden Grenzen sehr freundlich und hilfsbereit (mit wenigen Ausnahmen natürlich).
Im Grenzprozedere ist uns immerwieder ein junger Mann aufgefallen, der die selben Stationen durchlaufen musste wie wir. Nur ohne Auto. Am Ende dann kamen wir ins Gespräch und er bat um eine Mitfahrgelegenheit bis zur nächsten Stadt Nouadhibou. Hamza, Belgier,  ist so alt wie Samuel, gebürtiger Marokkaner und gerade auf einer kleinen Reise von seiner Famile in Casablanca, über Mauretanien bis nach Dakar. Da wir dieselbe Richtung haben und wir uns prächtig mit ihm verstanden, blieben wir zusammen. In Nouadhibou haben wir, dank Hamzas Arabischkenntnissen, Geld und Simkarte besorgt, waren gut mauretanisch Essen und sind am nächsten Tag Richtung Hauptstadt Nouakchott aufgebrochen. Auf dem Weg liegt der bedeutenste Nationalpark Banc d'Arguin, ein Paradies für allerlei Vögel. Für Angler und Vogelliebhaber sind hier wohl eine der besten Möglichkeiten weltweit. Uns hat vor allem die unberührte, einsame Natur gefallen. Baden im Atlantik, joggen entlang des nicht endenden Sandstrandes und schlafen direkt am Strand, genial! Im Nachbarzelt des Community-Campsides war ein Geschäftsmann aus Nouakchott für ein paar Tage zum Fischen. Hier komme er so richtig zur Ruhe. Und da er ein echter Afrikaner ist, die im Gegensatz zu uns Europäern die Gastfreundschaft ganz ganz hoch halten, wurden wir zum Tee und anschließend zum frisch gefangen und gegrillten Fisch eingeladen. Lecker, lecker, lecker!!

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23. Januar: Antiatlas

Tansania
faszinierende Landschaft

Für alle Fälle hatten wir unsere Ersatzkanister für die Durchquerung der Wüste gefüllt. 60kg schaukelten also zusätzlich bei jedem Stein mit der sonst schon hohen Dachlast über unseren Köpfen. Also wir nun durch das Qued Tamanart holperten und unser Tank zur neige ging, beschlossen wir anstatt eine Tankstelle anzufahren, unsren Reservesprit in den Tank zu füllen. Auf unserer weiteren Route gibt es erstmal genügen Tankstellen. Gesagt getan, an einer einsamen Stelle im ausgetrockneten Flusstal wurde angehalten, die Kanister vom Dach geholt und mittels Einfüllstutzen in den Tank gefüllt. Beim 2 Kanister passierte es dann. Plumps. Das vordere Gummistück des Einfüllstutzens plumpste in den Tank. Da Samuel Angst hatte, dass es sich anlösen könnte und dann irgendwas kaputtmachen könnte, versuchten wir das Stück rauszufummeln. Aber keine chance, es war schon zu tief gerutscht. Aber gut, dass wir im Fahrzeug eine Reserveöffnung haben, über die wir an die Dieselpumpe kommen. Diese ausgebaut ermöglicht es in den Tank zu greifen und das Stück rauszufischen. So die Theorie. Mit deriIn eine Mülltüte gewickelten Hand hat Samuel dann im Tank gefischt, aber anstatt einer undichten Tüte und somit Diesel überall konnte nichts erreicht werden. Das blöde Stück musste noch irgendwo dazwischen stecken. Also unverrichteter Dinge alles wieder zusammenbauen. Doch wie geht das? Die Pumpe wollte einfach nicht wieder an ihre alte Stelle. Die Einbauanleitung konnte im Ordner auch nicht mehr gefunden werden und der nächste Ort war Kilometer entfernt. Mist. Nach Kampf und Schweiß hat es dann doch irgendwann noch geklappt und die Fahrt durch's endlose Flussbett konnte weiter gehn. Mit Einfüllstutzen irgendwo im Tank.
Vom Qued Tamanart gelangten wir nach mehrstündiger Fahrt ins Ait Mansour Valley. Wer sich das auf der Karte mal anschaut sieht hier schon die als grün eingezeichneten Oasen. Wunderschön gings den Bachlauf immerweiter hoch. Steile Felswänder rechts und links und dazwischen unzählige Palmen. Und plötzlich stand er da. Der Franzose Thomas und hielt uns an. Ob wir ihn nicht mit seinem Fahrrad ein Stück mitnehmen könnten, es sei schon spät um die über 1000 Höhenmeter zurück nach Tafraoute zu fahren wo er herkam und wir hinwollten. Also Fahrrad aufs Dach und den Rücksitz geräumt. Im Gespräch stellte sich heraus, Thomas macht die selbe Strecke wie wir, nur mit dem Velo!! In Tafraoute waren wir abends noch mit ihm lecker essen. Wenn ihr denkt wir wären krass, was ist dann das was Thomas macht?
Wir hatten von blauen Felsen in Tafraoute gehört und wollten dieses besondere Naturschauspiel mit eigenen Augen sehen. Wir Dumpfdödels. Die blauen Steine sind zwar dort und auch ganz nett anzuschauen, sind aber nicht Natur, sondern ein Kunstwerk. Ein belgischer Künstler hat sich hier verwirklicht.
Von dem Hauptort des Antialtas haben wir uns kleine Straßen quer über die Berge hin zur Atlanikküste rausgesucht. Ersteinmal gings hoch und oben wartete eine gigantische Aussicht auf uns. Leider kommt sowas auf den Bildern nie ganz so beieindruckend rüber, aber die Landschaft ist fantastisch. Die blühenden Kakteen und Madelbäume entlang der Strecke und die kleinen idyllischen Dörfer in den Bergen - nicht so verarmt wie in anderen teilen Marokkos - haben uns beeindruckt. Dieser Teil Marokkos sollte bei einem Urlaub nicht ausgelassen werden!
Die Atlantikküste war demgegenüber unspäktakulär. Nach 8 Tagen wildcampen haben wir uns hier einen Campingplatzt gesucht und Wäsche gewaschen, heiß geduscht und Wasser aufgefüllt. Und nochmals versucht den blöden Einfüllstutzen rauszufischen. Diesesmal haben wir den Schlauch vom Tankdeckel zum Tank ausgebaut, da er eigentlich hier stecken müsste. Doch wohl ist er schon weitergerutscht. Wieder umsonst geschraubt und voller Diesel.
Als wahres Paradies wurden uns die heißen Quellen der Oase Tighmert im Internet empfohlen. Doch wie das so mit Lieblingsplätzen ist, jeder empfindet sie anders. Nach den schönen Oasen der Sahara und des Antiatlases konnte uns Tighmert nicht begeistern. Auch die Quelle an sich wurde zwar von Einheimischen als Picknickort genutz, war aber nicht besonders. Vielleicht haben wir die schönen Flecken auch einfach nicht gesehen, aber etwas enttäuscht sind wir weitergefahren.
Relativ direkt geht es jetzt an die Mauretanische Grenze entlang der Küste durch das von Marokko anektierte Gebiet der West-Sahara. Sanddünen direkt an der Küste sind hier im Nationalpark Khenifiss zu finden. Auch die erstenb Flammingos haben wir hier beobachtet. Noch knapp 900km trennen uns von der Grenze. Wir melden uns dann wieder aus Mauretanien.

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