20. Januar

Landyfant



viele Kilometer Holperpiste

Leider mussten wir uns in M'hamid schon morgens von Philipp trennen. Es war schön mit dir! Danke! Wir wolten zügig weiter, er einsame Tage in der Wüste verbringen. Erg Chegaga ist zwar flächenmäßig größer als Erg Chebbi, von dem wir kamen, aber die Dünen sind hier lang nicht so hoch, sondern das ganze wirkt ausgebreiteter. Ein schöner Spaziergang auf eine der höchsten Dünen und einem ruhigen Mittag und einer einsamen Nacht inmitten der Dünen haben wir genossen. Duschen mit unserem Wassersack, lecker Kochen - Pasta mit Gemüse - und abends am Lagefeuer sitzend die Fotos sotieren, umgeben von Sand. Morgens stellten wir den Wecker um schon vor Sonnenaufgang auf die höchste Düne in der Nähe zu wandern und von dort den rot aufsteigenden Sonnenball zu genießen und zu fotografieren. Hier in den Dünen haben wir eine neue Eigenschaft unseres Landys kennengelernt: Er ist ein Elefant! Oben auf der Feuerschale sitzend, schauekt und schwankt es wie auf dem Rücken eines Elefanten. Eine viel bessere Aussicht hat man von da oben auch. Genau so war der Ritt in Thailand vor 2 Jahren. Landrover + Elefant = Landyfant.
Über eineWaschbrettpiste durch die einsame Steinwüste, nur von wenigen Nomaden durchzogen, ging es weiter entlang der algerischen Grenze. Unser einziger Kontakt zu Menschen bestand auf dieser Strecke an den Militärposten. Hier wurden die Pässe kontrolliert und per Funk die Erlaubniss zur weiterfahrt eingeholt. Nach einem netten Pläuschchen durften wir dann weiterfahren. Nach vielen Kilometern Holperpiste waren wir froh mal wieder Asfalt unter die Räder zu bekommen. Man kommt auf geteerten Straßen soooo viel schneller vorwärts. Im Gelände kommen wir meist nicht schneller als 20 km/h voran. Da wir nicht gleich einen schönen Campingplatz fanden wollten wir noch kurz die Felskravuren von Akka besichtigen und dort nach einem geeigenten Stellplatz suchen. Von anderen Fernreisenden hatten wir die Koordinaten, aber die Kravuren sind über einen Hügel verteilt und man muss schon ein wenig danach suchen. Aber der Abstecher lohnt sich auf jeden fall. Antilopen, Giraffen und Nashörner sind da vor vielen vielen Jahren in die Felsen geritzt worden. Im nahegelegenen Palmenhain verbrachten wir dann die Nacht. Die Sahara haben wir hiermit ersteinmal hinter uns gelassen und wollen nun über den Antiatlas, einer Gebirgskette, die Atlantikküste erreichen.

23. Januar: Antiatlas

Tansania
faszinierende Landschaft

Für alle Fälle hatten wir unsere Ersatzkanister für die Durchquerung der Wüste gefüllt. 60kg schaukelten also zusätzlich bei jedem Stein mit der sonst schon hohen Dachlast über unseren Köpfen. Also wir nun durch das Qued Tamanart holperten und unser Tank zur neige ging, beschlossen wir anstatt eine Tankstelle anzufahren, unsren Reservesprit in den Tank zu füllen. Auf unserer weiteren Route gibt es erstmal genügen Tankstellen. Gesagt getan, an einer einsamen Stelle im ausgetrockneten Flusstal wurde angehalten, die Kanister vom Dach geholt und mittels Einfüllstutzen in den Tank gefüllt. Beim 2 Kanister passierte es dann. Plumps. Das vordere Gummistück des Einfüllstutzens plumpste in den Tank. Da Samuel Angst hatte, dass es sich anlösen könnte und dann irgendwas kaputtmachen könnte, versuchten wir das Stück rauszufummeln. Aber keine chance, es war schon zu tief gerutscht. Aber gut, dass wir im Fahrzeug eine Reserveöffnung haben, über die wir an die Dieselpumpe kommen. Diese ausgebaut ermöglicht es in den Tank zu greifen und das Stück rauszufischen. So die Theorie. Mit deriIn eine Mülltüte gewickelten Hand hat Samuel dann im Tank gefischt, aber anstatt einer undichten Tüte und somit Diesel überall konnte nichts erreicht werden. Das blöde Stück musste noch irgendwo dazwischen stecken. Also unverrichteter Dinge alles wieder zusammenbauen. Doch wie geht das? Die Pumpe wollte einfach nicht wieder an ihre alte Stelle. Die Einbauanleitung konnte im Ordner auch nicht mehr gefunden werden und der nächste Ort war Kilometer entfernt. Mist. Nach Kampf und Schweiß hat es dann doch irgendwann noch geklappt und die Fahrt durch's endlose Flussbett konnte weiter gehn. Mit Einfüllstutzen irgendwo im Tank.
Vom Qued Tamanart gelangten wir nach mehrstündiger Fahrt ins Ait Mansour Valley. Wer sich das auf der Karte mal anschaut sieht hier schon die als grün eingezeichneten Oasen. Wunderschön gings den Bachlauf immerweiter hoch. Steile Felswänder rechts und links und dazwischen unzählige Palmen. Und plötzlich stand er da. Der Franzose Thomas und hielt uns an. Ob wir ihn nicht mit seinem Fahrrad ein Stück mitnehmen könnten, es sei schon spät um die über 1000 Höhenmeter zurück nach Tafraoute zu fahren wo er herkam und wir hinwollten. Also Fahrrad aufs Dach und den Rücksitz geräumt. Im Gespräch stellte sich heraus, Thomas macht die selbe Strecke wie wir, nur mit dem Velo!! In Tafraoute waren wir abends noch mit ihm lecker essen. Wenn ihr denkt wir wären krass, was ist dann das was Thomas macht?
Wir hatten von blauen Felsen in Tafraoute gehört und wollten dieses besondere Naturschauspiel mit eigenen Augen sehen. Wir Dumpfdödels. Die blauen Steine sind zwar dort und auch ganz nett anzuschauen, sind aber nicht Natur, sondern ein Kunstwerk. Ein belgischer Künstler hat sich hier verwirklicht.
Von dem Hauptort des Antialtas haben wir uns kleine Straßen quer über die Berge hin zur Atlanikküste rausgesucht. Ersteinmal gings hoch und oben wartete eine gigantische Aussicht auf uns. Leider kommt sowas auf den Bildern nie ganz so beieindruckend rüber, aber die Landschaft ist fantastisch. Die blühenden Kakteen und Madelbäume entlang der Strecke und die kleinen idyllischen Dörfer in den Bergen - nicht so verarmt wie in anderen teilen Marokkos - haben uns beeindruckt. Dieser Teil Marokkos sollte bei einem Urlaub nicht ausgelassen werden!
Die Atlantikküste war demgegenüber unspäktakulär. Nach 8 Tagen wildcampen haben wir uns hier einen Campingplatzt gesucht und Wäsche gewaschen, heiß geduscht und Wasser aufgefüllt. Und nochmals versucht den blöden Einfüllstutzen rauszufischen. Diesesmal haben wir den Schlauch vom Tankdeckel zum Tank ausgebaut, da er eigentlich hier stecken müsste. Doch wohl ist er schon weitergerutscht. Wieder umsonst geschraubt und voller Diesel.
Als wahres Paradies wurden uns die heißen Quellen der Oase Tighmert im Internet empfohlen. Doch wie das so mit Lieblingsplätzen ist, jeder empfindet sie anders. Nach den schönen Oasen der Sahara und des Antiatlases konnte uns Tighmert nicht begeistern. Auch die Quelle an sich wurde zwar von Einheimischen als Picknickort genutz, war aber nicht besonders. Vielleicht haben wir die schönen Flecken auch einfach nicht gesehen, aber etwas enttäuscht sind wir weitergefahren.
Relativ direkt geht es jetzt an die Mauretanische Grenze entlang der Küste durch das von Marokko anektierte Gebiet der West-Sahara. Sanddünen direkt an der Küste sind hier im Nationalpark Khenifiss zu finden. Auch die erstenb Flammingos haben wir hier beobachtet. Noch knapp 900km trennen uns von der Grenze. Wir melden uns dann wieder aus Mauretanien.

PS: Wer per Mail über neue Bilder und Berichte informiert werden möchte kann sich über "Kontakte" in den Mailverteiler eintragen. Es gibt dann immer eine kurze Erinnerungsmail.
 

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17. Januar: Dünen

Tansania
Sand, Sand und nochmals Sand

Nur 20% der Sahara besteht aus Sand. Aber gerade dieser Teil fasziniert und begeistert. Das wollten wir selber erleben. Durch trockene und steinige Gegend ging unsere Fahrt daher weiter in den Süden. Und dann waren sie da, die ersten Minidünen neben der Straße. Erst nur vereinzelte kleine Sandhaufen, bis wir in der Ferne den Erg Chebbi erspähen konnten. Bis 200m Höhe ragen die Dünen in den Himmel. Feiner weicher wunderschöner Sand, endlose Dünen und Kamele. So stellt man sich Wüste vor! Nicht über die Hauptstraße, sondern ziemlich von Norden über kleine Pisten haben wir Erg Chebbi angefahren. Daher kamen wir als erstes an einen eher ruihgeren Teil der Dünen.
Typisch für Marokko waren wir keine Minute an den Dünen, schon hielt ein Motorrad neben uns. Der Fahrer erkundigte sich sehr freundlich (auf deutsch) wies uns geht und was wir vorhätten. Ziemlich schnell machte er uns ein Angebot, uns als Guide durch die Dünen zu führen. Entweder er fährt uns vorraus, oder mit uns im Auto. Eine kleine oder gleich eine große Tour? Da gerade sehr wenige Touristen in der Gegend sind, werden die wenigen verbleibenden geradezu attakiert. Nicht nur hier wurden wir mit Angeboten fast überrannt. Da es uns aber zu teuer war und wir erstmals selber sehen wollten wie es hier so ist haben wir abgelehnt und sind selber mal am Rande des klar abgegrenzeten Dünenfeldes entlanggefahren.
An einer schönen Stelle wollten wir anhalten und ein paar Meter auf die Dünen laufen. Gerade hier stand plötzlich ein Expeditions-Unimog mit deutschem Kennzeichen. Schnell kamen wir mit Philipp ins Gespräch und beim Tee gab er uns zuerst Tipps für einen schönen Nachtplatz. Da er die schöne, einsame Strecke entlang der Algerischen Grenze nach Zagora fahren wollte, die wir uns nicht alleine getraut hätten, wurde der Entschluss gefasst zusammen weiterzufahren. Die Nacht verbrachten wir Seite an Seite in den Dünen. So romantisch es mit Lagerfeuer, Tajine (im Tontopf gegartes Gemüse) und gigantischem Strenenhimmel war, so ungemütlich wurde die stürmische Nacht. Bei sternenklarem Himmel riss es uns fast das Zelt vom Kopf, sodass wir letztendlich gegen Mitternacht das Zelt abbauten und uns ins Auto flüchteten. Nach dem Einkaufen am nächsten Morgen in Merzouga ging die Expedition los. 280km, davon 230km Piste, holprig, steinig, teilweise tiefsandig fuhren wir durch menschenleeres Gebiet. Nur ab und an wurden wir an einem Militärposten kontrolliert. Ausgetrocknete Flusstäler, staubige Ebenen und Felsen wie in den RockyMountains so weit das Auge reicht. Einen dieser Felsen haben wir in einer Wanderung bestiegen. Ganzhoch trauten wir uns dann doch nicht. Kumpels, ihr habt gefehlt! Eine Nacht in einem kleinen aber wunderschönen Dünenfeld, diesmal ohne Sturm, und eine weitere mit herrlichem Blick über eine Ebene.
Die Vorräte und den Sprit in Zagora aufgefüllt, ging es noch abends weiter nach M'hamid. Von hier brachen wir schon früh am Morgen auf zum größten Dünenfeld Marokkos.

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