17. Januar

Dünen



Sand, Sand und nochmals Sand

Nur 20% der Sahara besteht aus Sand. Aber gerade dieser Teil fasziniert und begeistert. Das wollten wir selber erleben. Durch trockene und steinige Gegend ging unsere Fahrt daher weiter in den Süden. Und dann waren sie da, die ersten Minidünen neben der Straße. Erst nur vereinzelte kleine Sandhaufen, bis wir in der Ferne den Erg Chebbi erspähen konnten. Bis 200m Höhe ragen die Dünen in den Himmel. Feiner weicher wunderschöner Sand, endlose Dünen und Kamele. So stellt man sich Wüste vor! Nicht über die Hauptstraße, sondern ziemlich von Norden über kleine Pisten haben wir Erg Chebbi angefahren. Daher kamen wir als erstes an einen eher ruihgeren Teil der Dünen.
Typisch für Marokko waren wir keine Minute an den Dünen, schon hielt ein Motorrad neben uns. Der Fahrer erkundigte sich sehr freundlich (auf deutsch) wies uns geht und was wir vorhätten. Ziemlich schnell machte er uns ein Angebot, uns als Guide durch die Dünen zu führen. Entweder er fährt uns vorraus, oder mit uns im Auto. Eine kleine oder gleich eine große Tour? Da gerade sehr wenige Touristen in der Gegend sind, werden die wenigen verbleibenden geradezu attakiert. Nicht nur hier wurden wir mit Angeboten fast überrannt. Da es uns aber zu teuer war und wir erstmals selber sehen wollten wie es hier so ist haben wir abgelehnt und sind selber mal am Rande des klar abgegrenzeten Dünenfeldes entlanggefahren.
An einer schönen Stelle wollten wir anhalten und ein paar Meter auf die Dünen laufen. Gerade hier stand plötzlich ein Expeditions-Unimog mit deutschem Kennzeichen. Schnell kamen wir mit Philipp ins Gespräch und beim Tee gab er uns zuerst Tipps für einen schönen Nachtplatz. Da er die schöne, einsame Strecke entlang der Algerischen Grenze nach Zagora fahren wollte, die wir uns nicht alleine getraut hätten, wurde der Entschluss gefasst zusammen weiterzufahren. Die Nacht verbrachten wir Seite an Seite in den Dünen. So romantisch es mit Lagerfeuer, Tajine (im Tontopf gegartes Gemüse) und gigantischem Strenenhimmel war, so ungemütlich wurde die stürmische Nacht. Bei sternenklarem Himmel riss es uns fast das Zelt vom Kopf, sodass wir letztendlich gegen Mitternacht das Zelt abbauten und uns ins Auto flüchteten. Nach dem Einkaufen am nächsten Morgen in Merzouga ging die Expedition los. 280km, davon 230km Piste, holprig, steinig, teilweise tiefsandig fuhren wir durch menschenleeres Gebiet. Nur ab und an wurden wir an einem Militärposten kontrolliert. Ausgetrocknete Flusstäler, staubige Ebenen und Felsen wie in den RockyMountains so weit das Auge reicht. Einen dieser Felsen haben wir in einer Wanderung bestiegen. Ganzhoch trauten wir uns dann doch nicht. Kumpels, ihr habt gefehlt! Eine Nacht in einem kleinen aber wunderschönen Dünenfeld, diesmal ohne Sturm, und eine weitere mit herrlichem Blick über eine Ebene.
Die Vorräte und den Sprit in Zagora aufgefüllt, ging es noch abends weiter nach M'hamid. Von hier brachen wir schon früh am Morgen auf zum größten Dünenfeld Marokkos.

20. Januar: Landyfant

Tansania
viele Kilometer Holperpiste

Leider mussten wir uns in M'hamid schon morgens von Philipp trennen. Es war schön mit dir! Danke! Wir wolten zügig weiter, er einsame Tage in der Wüste verbringen. Erg Chegaga ist zwar flächenmäßig größer als Erg Chebbi, von dem wir kamen, aber die Dünen sind hier lang nicht so hoch, sondern das ganze wirkt ausgebreiteter. Ein schöner Spaziergang auf eine der höchsten Dünen und einem ruhigen Mittag und einer einsamen Nacht inmitten der Dünen haben wir genossen. Duschen mit unserem Wassersack, lecker Kochen - Pasta mit Gemüse - und abends am Lagefeuer sitzend die Fotos sotieren, umgeben von Sand. Morgens stellten wir den Wecker um schon vor Sonnenaufgang auf die höchste Düne in der Nähe zu wandern und von dort den rot aufsteigenden Sonnenball zu genießen und zu fotografieren. Hier in den Dünen haben wir eine neue Eigenschaft unseres Landys kennengelernt: Er ist ein Elefant! Oben auf der Feuerschale sitzend, schauekt und schwankt es wie auf dem Rücken eines Elefanten. Eine viel bessere Aussicht hat man von da oben auch. Genau so war der Ritt in Thailand vor 2 Jahren. Landrover + Elefant = Landyfant.
Über eineWaschbrettpiste durch die einsame Steinwüste, nur von wenigen Nomaden durchzogen, ging es weiter entlang der algerischen Grenze. Unser einziger Kontakt zu Menschen bestand auf dieser Strecke an den Militärposten. Hier wurden die Pässe kontrolliert und per Funk die Erlaubniss zur weiterfahrt eingeholt. Nach einem netten Pläuschchen durften wir dann weiterfahren. Nach vielen Kilometern Holperpiste waren wir froh mal wieder Asfalt unter die Räder zu bekommen. Man kommt auf geteerten Straßen soooo viel schneller vorwärts. Im Gelände kommen wir meist nicht schneller als 20 km/h voran. Da wir nicht gleich einen schönen Campingplatz fanden wollten wir noch kurz die Felskravuren von Akka besichtigen und dort nach einem geeigenten Stellplatz suchen. Von anderen Fernreisenden hatten wir die Koordinaten, aber die Kravuren sind über einen Hügel verteilt und man muss schon ein wenig danach suchen. Aber der Abstecher lohnt sich auf jeden fall. Antilopen, Giraffen und Nashörner sind da vor vielen vielen Jahren in die Felsen geritzt worden. Im nahegelegenen Palmenhain verbrachten wir dann die Nacht. Die Sahara haben wir hiermit ersteinmal hinter uns gelassen und wollen nun über den Antiatlas, einer Gebirgskette, die Atlantikküste erreichen.

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13. Januar: Oase

Tansania
bei den Berbern wilkommen

Massiv ist das Atlasgebirge schon von Midelt aus am Horizont zu erkennen. Aus der flachen Ebene erhebt sich steil das schneebedecktes Massiv. Dort wollen wir drüber um dahinter in den Weiten der Sahara die Sonne zu genießen. Beim hochfahren relativiert sich die Höhe etwas. Durch die nur spärliche Vegetation mit höchstens kleinen Büschen wirkt nur alles viel Höher. Dafür ist alles so unglaublich weitläufig. Weit kann der Blick über die trockene Landschaft wandern. Unsere Straße führte uns wohl am Rande über das Atlasgebirge, denn von Schnee bekommen wir nun nichts mehr zu sehen. Dafür karge Steinberge, die wie Wellen erscheinen. Nur ab und zu kommt man durch ein kleines Dorf und man fragt sich wie hier irgendetwas überleben kann. Doch dann kommen wir ins Tal Ziz. Wasser bewirkt Wunder. Traumhaft stehen hier Palmen dicht an dicht. Dazwischen sind Felder und Olivenbäume angelegt. Das Wasser wird in Kanälen verteilt und portionsweise geschickt auf die Felder geleitet. Weiter fahren wir Kilometer weit durch trostlose, aber wie Hannah findet, wunderschöne Landschaft. Hier Oben werden wir von einer Universitäts- und Militärstadt überrascht. In einem Supermarkt mit europäischem Standart füllen wir einige Vorräte auf. Etwas außerhalb entdeckt Samuel wieder einen Flusslauf nur wenig abseits der Hauptstraße. Wir biegen auf eine Piste und schon bald sehen wir wieder eine dieser wunderschönen Oasen. Fast senkrecht eingeschnitten liegt das Tal unter uns. Auch eine Quelle ist auf der Karte eingezeichnet und so fuhren wir im kleinen Dorf Meski hinunter in die Oase. Eigentlich  wollten wir nur Mittag machen, aber Momo hieß uns so herzlich (auf deutsch) willkommen, dass wir kurzentschlossen hier blieben. Nur durch den Kontakt zu den Touristen kann Momo (26) fast fließend deutsch (neben französisch, italieneisch, spanisch, japanisch und natürlich arabisch und berberisch). Eigentlich hat er hier auf dem Campingplatz nur einen von 9 Souvenrierläden, kümmert sich aber liebevoll um alle Gäste. Seiner Herzlichkeit und seiner Einladung zum freitaglichen Cousscoussessen bei seinen Eltern ist es zu verdanken, dass wir noch einen Ruhetag hier im wunderschön angelegten Campingplatz unter Palmen eingelegt haben. Ausgiebige Spaziergänge durch das Tal und hoch zur alten Kasbah (alten Stadt) haben wir unternommen. Wer nach Marokko kommt, sollte hier einen Stop einlegen! Erst morgen am Samstag soll es nun entgültig weiter in den Süden in die Sahara zum Erg Chebbi gehen.

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