13. Januar

Oase



bei den Berbern wilkommen

Massiv ist das Atlasgebirge schon von Midelt aus am Horizont zu erkennen. Aus der flachen Ebene erhebt sich steil das schneebedecktes Massiv. Dort wollen wir drüber um dahinter in den Weiten der Sahara die Sonne zu genießen. Beim hochfahren relativiert sich die Höhe etwas. Durch die nur spärliche Vegetation mit höchstens kleinen Büschen wirkt nur alles viel Höher. Dafür ist alles so unglaublich weitläufig. Weit kann der Blick über die trockene Landschaft wandern. Unsere Straße führte uns wohl am Rande über das Atlasgebirge, denn von Schnee bekommen wir nun nichts mehr zu sehen. Dafür karge Steinberge, die wie Wellen erscheinen. Nur ab und zu kommt man durch ein kleines Dorf und man fragt sich wie hier irgendetwas überleben kann. Doch dann kommen wir ins Tal Ziz. Wasser bewirkt Wunder. Traumhaft stehen hier Palmen dicht an dicht. Dazwischen sind Felder und Olivenbäume angelegt. Das Wasser wird in Kanälen verteilt und portionsweise geschickt auf die Felder geleitet. Weiter fahren wir Kilometer weit durch trostlose, aber wie Hannah findet, wunderschöne Landschaft. Hier Oben werden wir von einer Universitäts- und Militärstadt überrascht. In einem Supermarkt mit europäischem Standart füllen wir einige Vorräte auf. Etwas außerhalb entdeckt Samuel wieder einen Flusslauf nur wenig abseits der Hauptstraße. Wir biegen auf eine Piste und schon bald sehen wir wieder eine dieser wunderschönen Oasen. Fast senkrecht eingeschnitten liegt das Tal unter uns. Auch eine Quelle ist auf der Karte eingezeichnet und so fuhren wir im kleinen Dorf Meski hinunter in die Oase. Eigentlich  wollten wir nur Mittag machen, aber Momo hieß uns so herzlich (auf deutsch) willkommen, dass wir kurzentschlossen hier blieben. Nur durch den Kontakt zu den Touristen kann Momo (26) fast fließend deutsch (neben französisch, italieneisch, spanisch, japanisch und natürlich arabisch und berberisch). Eigentlich hat er hier auf dem Campingplatz nur einen von 9 Souvenrierläden, kümmert sich aber liebevoll um alle Gäste. Seiner Herzlichkeit und seiner Einladung zum freitaglichen Cousscoussessen bei seinen Eltern ist es zu verdanken, dass wir noch einen Ruhetag hier im wunderschön angelegten Campingplatz unter Palmen eingelegt haben. Ausgiebige Spaziergänge durch das Tal und hoch zur alten Kasbah (alten Stadt) haben wir unternommen. Wer nach Marokko kommt, sollte hier einen Stop einlegen! Erst morgen am Samstag soll es nun entgültig weiter in den Süden in die Sahara zum Erg Chebbi gehen.

17. Januar: Dünen

Tansania
Sand, Sand und nochmals Sand

Nur 20% der Sahara besteht aus Sand. Aber gerade dieser Teil fasziniert und begeistert. Das wollten wir selber erleben. Durch trockene und steinige Gegend ging unsere Fahrt daher weiter in den Süden. Und dann waren sie da, die ersten Minidünen neben der Straße. Erst nur vereinzelte kleine Sandhaufen, bis wir in der Ferne den Erg Chebbi erspähen konnten. Bis 200m Höhe ragen die Dünen in den Himmel. Feiner weicher wunderschöner Sand, endlose Dünen und Kamele. So stellt man sich Wüste vor! Nicht über die Hauptstraße, sondern ziemlich von Norden über kleine Pisten haben wir Erg Chebbi angefahren. Daher kamen wir als erstes an einen eher ruihgeren Teil der Dünen.
Typisch für Marokko waren wir keine Minute an den Dünen, schon hielt ein Motorrad neben uns. Der Fahrer erkundigte sich sehr freundlich (auf deutsch) wies uns geht und was wir vorhätten. Ziemlich schnell machte er uns ein Angebot, uns als Guide durch die Dünen zu führen. Entweder er fährt uns vorraus, oder mit uns im Auto. Eine kleine oder gleich eine große Tour? Da gerade sehr wenige Touristen in der Gegend sind, werden die wenigen verbleibenden geradezu attakiert. Nicht nur hier wurden wir mit Angeboten fast überrannt. Da es uns aber zu teuer war und wir erstmals selber sehen wollten wie es hier so ist haben wir abgelehnt und sind selber mal am Rande des klar abgegrenzeten Dünenfeldes entlanggefahren.
An einer schönen Stelle wollten wir anhalten und ein paar Meter auf die Dünen laufen. Gerade hier stand plötzlich ein Expeditions-Unimog mit deutschem Kennzeichen. Schnell kamen wir mit Philipp ins Gespräch und beim Tee gab er uns zuerst Tipps für einen schönen Nachtplatz. Da er die schöne, einsame Strecke entlang der Algerischen Grenze nach Zagora fahren wollte, die wir uns nicht alleine getraut hätten, wurde der Entschluss gefasst zusammen weiterzufahren. Die Nacht verbrachten wir Seite an Seite in den Dünen. So romantisch es mit Lagerfeuer, Tajine (im Tontopf gegartes Gemüse) und gigantischem Strenenhimmel war, so ungemütlich wurde die stürmische Nacht. Bei sternenklarem Himmel riss es uns fast das Zelt vom Kopf, sodass wir letztendlich gegen Mitternacht das Zelt abbauten und uns ins Auto flüchteten. Nach dem Einkaufen am nächsten Morgen in Merzouga ging die Expedition los. 280km, davon 230km Piste, holprig, steinig, teilweise tiefsandig fuhren wir durch menschenleeres Gebiet. Nur ab und an wurden wir an einem Militärposten kontrolliert. Ausgetrocknete Flusstäler, staubige Ebenen und Felsen wie in den RockyMountains so weit das Auge reicht. Einen dieser Felsen haben wir in einer Wanderung bestiegen. Ganzhoch trauten wir uns dann doch nicht. Kumpels, ihr habt gefehlt! Eine Nacht in einem kleinen aber wunderschönen Dünenfeld, diesmal ohne Sturm, und eine weitere mit herrlichem Blick über eine Ebene.
Die Vorräte und den Sprit in Zagora aufgefüllt, ging es noch abends weiter nach M'hamid. Von hier brachen wir schon früh am Morgen auf zum größten Dünenfeld Marokkos.

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11. Januar: Marokko

Tansania
Die Berber und Medina

Geordneter Verkehr war gestern. Gleich in unserer ersten afrikanischen Stadt Fnideq war der Verkehr dicht und unübersichtlich. Alles lief kreuz und quer über die Straße. Am Zebrastreifen musste Hannah scharf bremsen und bums lag ein Rollerfahrer unter unserem Auto. Zum glück sind alle mit dem Schrecken davongekommen. Nach einer kurzen Fahrt entlang der Mittelmeerküste, vorbei an großen im Bau befindenden Ferienanlagen haben wir uns zu aller erst um eine Internet-Simkarte gekümmert. In einem großen Supermarkt in europäischem Stil haben wir uns noch etwas mit Lebensmittel eingedeckt und uns auf die Suche nach einem Campingplatz am Meer gemacht. Leider war alles zu oder verdreckt. Daher entschlossen wir uns noch etwas ins Riffgebirge hochzufahren und in Chefchaoun zu übernachten. Da wir bisher wenig Zeit hatten den Reiseführer zu wälzen sind wir mehr oder weniger zufällig dort angekommen. In unserer Navigationsapp hatten wir dort empfehlungen gefunden. Erst dort wurde uns bewusst was für ein Highlith dieser Ort in Marokko ist. Eine spektakuläre Altstadt (=Medina), mit unzähligen engen und verwinkelten Gassen, dazu fast völlig in blau und weiß getüncht, machen Chefchaoun so einzigartig. Auch ein "normaler" Urlaub wäre hierher eine Reise wert! Um etwas anzukommen, aufzuräumen und das Auto zu pimpen haben wir gleich 2 Nächte dort verbracht. Stadtbummel, Lagerfeuer, lecker marokanisch Essen gehen und mit anderen Reisenden plaudern war angesagt.
Von Chefchaoun suchten wir uns kleine Straßen durch das Riffgebirge bis zur "Perle des Orients". Fes beherbergt die größte zusammenhängende Medina der arabischen Welt. Der Reiseführer warnt davor ohne Führer dort hineinzugehen. Unzählige Gassen, Kreuzungen und Sackgassen lassen die Altsadt wie ein großes Labyrinth erscheinen. Die Navigation per GPS war zwar etwas nützlich, doch ist sie zu ungenau und aufgrund der engen und teilweise überbauten Gassen doch nur bedingt hilfreich. Auch wir gingen das ein und andere mal verloren. Mit Hilfe einiger Bewohner schafften wir es dann doch noch zurück zum Auto und suchten uns ca. 1 Stunde südlich von Fes einen Stellplatz für die Nacht im Nationalpark. Wieder gab es Frost, doch dank der Bäume über unserem Zelt, der Wärmflasche und Decken war die Nacht angenehm. Auf dem Campingplatz in Chefchaoun wurde uns von anderen Reisenden geraten, die großen Schnellstraßen zu meiden und doch lieber die schönen kleinen Straßen zu fahren. Gesagt getan, bogen wir in Azrou von der N13 ab in den Nationalpark. Hier wurden die Straßen einsam. Weite Hochebenen, dichte Wälder, einsame Schafherden, vereinzelte Hütten und plötzlich wieder Schneefelder lagen auf der Strecke. Auch die ersten Affen haben wir entdeckt. Die Landschaft wandelt sich so schnell. Gab es gerade noch dichten Nadelwald, prägt rot-leuchtender Lehmboden eine halbe Stunde später die Landschaft. Karge Steinböden, grüne Bachläufe, weiße Schneefelder und steile Berghänge wechselten sich ab. Leider mussten wir auf einer Piste umdrehen. Zu hoch lag der Schnee auf dem Weg. Die alternativroute hat den Namen "Straße" nicht verdient. So musste die niedrige Übersetzung und die Differentialsperre mehrmals zum Einsatz kommen. Heute stehen wir in Midelt auf dem Campingplatz und freuen uns schon sehr auf morgen. Hinter dem Atlas sollen die Temperaturen deutlich deutlich wärmer sein. Hoffentlich kein Schnee und kein Forst, kein frieren mehr!

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