Nordafrika

Tansania
in netter Gesellschaft

Gesagt getan machten wir uns auf in das 440Km enfernte Atar. Die erste Hälfte fahren wir auf der großen Asphaltstraße, die weder lanschaftlich noch straßentechnisch viel zu bieten hat, außer unzähligen Polizeikontrollen an denen wir unsere bekannten "fiches" hinterließen. Nach ca. 300km haben wir uns dann recht spontan etschieden die Hauptsraße zu verlassen und einen Schlencker über die Piste zu fahren. Wir kannten weder die Streckenbeschreibung noch wussten wir von wem wir den Track in unserem Navi hatten. Die ersten Kilometer waren wenig beeindruckend, flache Landschaften, so gut wie nicht besiedelt und viel geholper über Stock und Stein. Gegen Abend kommen wir an einem schönen Dünenfeld an, an dem wir unser Nachlager aufschlagen. Und selbst hier in der Wüste treffen wir auf einen einsamen Nomaden mit Kamel und eine Nomandenfamilie die mit Sack und Pack untwegs ist- Der nächsten Tag beginnt gleich sehr anspruchsvoll. Das erwähnte Dünenfeld will durchquert werden und auch wenn wir in Marokko schon etwas Wüstenerfahrung gesammelt haben, waren die Dünen die wir hier in Mauretanien hatten weitaus höher und anspruchsvoller zu fahren. Anschließend ging die Fahrt über sehr abwechslungreiche Landschaften weiter. Auf der einen Seite ein nicht endendes Dünenfeld während auf der anderen Seite Berge und Geröllfelder zu sehen sind. Am frühen Nachmittag kommen uns im anspruchsvollen Gelände, nichts ahnend, zwei nett winkende Motorradfahrer entgegen, es sollen an diesem Tag nicht die letzten gewesen sein. Da eine Mittagpause längst überfällig war stellten wir uns einige Minuten später direkt neben die Piste in eine kleine Senke um etwas zu essen. Wir haben kaum mit den Essen angefangen schießen in einem Abstand von ca. 3 Minuten weitere Motorcrossräder an uns vorbei. Es folgten später auch Ralleyautos. Wir staunten nicht schlecht in welcher Geschwindigkeit sie diese anspruchsvolle Piste meisterten. Auf dem weiteren Weg kommen uns sicherlich weitere 15 Rallyautos, Motorräder und zwei Sanifahrzeige entgegen. Von einem dieser Sanifahrzeuge wurden wir kurz aufgeklärt, dass hier im Moment die Intercontinetal Rally stattfindet und wir im weiteren Verlauf gut auf die entgegenkommenden Autos acht geben sollen. Beeindruckt vom gesehenen und geschafft von der anspruchsvollen Strecke entschieden wir in Atar einen Campingplatz, geführt von einem Holländer, anzufahren. Der Empfang war gleich sehr herzlich. Wir trafen auf unser Kanadisches Ehepaar das wir bereits in Nouckchott getroffen haben. Micke und Sou sind mitte 70 und wollen wie wir in ihrem Landy bis Südafrika. Zudem trafen wir zwei nette Paare aus Deutschland. Mit Thomas und Claudia (38 und 48 Jahre) sind wir am Abend direkt in die Stadt um gemeinsam etwas zu essen. Ein total netter und witziger Abend an dem wir viel quatschten natürlich hauptsächlich über unsere bisherigen Reiseerlebnise. Zurück am Campingplatz haben wir den Abend mit Claudia und Thomas, Susanne (80 Jahre aus Deutschland) und dem sympatischen Schweizer Hans-Peter (Landymechaniker) ausklingen lassen. Hans-Peter ist Teilnehmer der erwähnten Rally und so bekamen wir noch einige interesannte Infos dazu (er stieg frühzeitig aus weil sein Landy schlapp machte). Nach einem ausgibigen Frühstück am nächsten Morgen und dem Besprechen der Reiseplänen mit den anderen sind wir los in Richtung Ouadane. Nach zwei Stunden misserabler Piste hat es uns dann kurz nach Ouadane erwischt und wir steckten im weichen Tiefsand. Das erstemal das wir nicht allein durch buddeln und Luft aus den Reifen zu lassen weiter gekommen sind. Um uns zu befreiern mussten auch die Sandbleche ausgepackt werden. Dafür sind wir mit einem tollen Blick in das Innere des Kraters Guelb er Richat, unser geplantes Ziel für den heutigen Tag, belohnt. Dieser soll wohl bei einem nicht stattgefundenm Vulkanasbruch enststanen sein. Auf dem innersten "Ring" des Kraters schlugen wir unser Nachlager auf und durften so am nächsten Tag vom Dachzelt aus den Sonnenaufgang bestaunen. 

Vom weiteren Verlauf der Strecke bis Chinguetti habt ihr ja bereits im letzten Blogeintrag gelesen.

Nach dem wir das historische Städtchen Ouadane ausgelassen haben. haben wir mit Claudia und Thomas die 7. heiligste Stadt des Islam Chinguetti angeschaut. Das Städchen hat an sich nicht sehr viel zu bieten außer einer sehr alten "Kasbah" in der sich nur erahnen lässt wie die Menschen damals gelebt haben könnten. Der anschließende Weg führt uns zu viert in Richtung Atar zurück. 20 Kilometer vor der Stadt ließen wir uns an einem schönen Flecken nieder und hatten einen weiteren echt schönen Abend mit den beiden. Beide haben ihre Jobs in Deutschland gekündigt und sind nun auf unbestimmte Zeit in Afrika unterwegs. Über Atar und Nouckchott ging es dann weiter südlich Richtung Grenze zum Senegal. Wir entschieden uns hier für den durchaus schöneren Weg durch den Nationalpark um anschließend die weniger frequentierte Grenze in Diama zu passieren. Im Senegal werden unsere ersten Stationen vermutlich St. Louis sein und dann gehts weiter nach Dakar.

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Tansania
Gott sei Dank

Einsam stolpert der Wanderer durch die Dünen. Immerwieder dringt Sand in seine Schuhe ein und er muss stehen bleiben um sie zu leeren. Irgendwann wird es ihm zu blöd und er zieht die Schuhe kurzerhand aus, nimmt sie in die Hand und maschiert barfuß weiter. Seine gepflegten Füße sind den heißen Sand aber leider nicht gewöhnt und so zieht er sie doch schnell wieder an. Er kommt an den ersten Palmen vorbei. Nur verlassene Hütten und versandete Gärten. Hinter der nächsten größeren Düne kann er noch mehr Palmen und Hütten ausmachen und hofft dort auf Hilfe zu stoßen. Doch die Hoffnung ist gering. Um diese Jahreszeit, nicht in der Erntezeit der Dattelpalmen, hier jemanden zu finden. Durch eine kleine Türe kommt der verschwitzte und dreckige Wandere in ein großes umzäuntes Gebiet. Wieder gehts vorbei an verlassenen und halb verfallenen Hütten. Doch dann hört er Musik. Er könnte Luftsprünge machen. Hier wohnt jemand.
Zuerst wird er von einem kleinen Mädchen entdeckt, die sofort im Zelt verschwindet und zusammen mit ihrer Mutter gleich darauf wieder auftaucht. Der Wanderer wird neugierig beäugt und dann herzlichst willkommen geheißen. Auf einer ihm fremden Sprache quasseln die Frauen auf ihn ein. Mit Händen und Füßen gestikuliert dieser wie wild. Mit den Händen versucht er das Autofahren nachzumachen um dann seltsame geräusche von sich zu geben. >>ggrr puff peng<< Und dann versucht er all sein französisch auszupacken und stammelt Wörter wie >>Police<<, >>Handy<<, >>mechanic<<, >>homme/men<< und >>military<<. Doch die Frauen beachten dies kaum und nötigen ihn ins Zelt einzutreten und erstmal einen Tee zu trinken. In der Hoffnung, das Mädchen rennt gleich los um einen anständigen Mann zu holen, willigt der Wanderer ein. Doch zu seiner enttäuschung kommen nur noch mehr Frauen hinzu, keine scheint sich zu entfernen um einen Mann zu holen. Schon rutscht der Wanderer unruhig hin und her und will schon selber wieder losziehen, da taucht plötzlich der erste Mann auf. Und es dauert nicht lang, dann sind 6 bis 7 Männer im Zelt und hören den Erkläruungsversuchen des Fremden zu. Mit Hilfe von Stift und Papier versucht dieser das Problem zu erklären.

- Anmerkung: Wer selber auch raten will um was es ging, sollte nicht gleich weiterlesen, sondern sich die Zeichnung oben anschauen und versuchen zu erraten um was es geht -

Auch ein Mechaniker kommt mit seinem Werkzeug (3 Sechskantschlüssel und 4 Gabelschlüssel) vorbei und der Wanderer freut sich schon über die Rettung und will gleich los. Doch zuerst muss gegessen werden, so der älteste Mann in der Runde. Die Waschschüssel macht die Runde, dann kommt eine große Schüssel in die Mitte der Männer. Säuerliche Pfannkuchen liegen dort geschichtet aufeinander. Mit der rechten Hand werden diese zerrupft und mit der Hand wird ein Ballen geformt und dann in den Mund geschoben. Auch der Gast versucht sich an dem ihm ungewöhnlichen Essen. Aber an seinem gesichtsausdruck ist zu erkennen, dass er sich an dieses Essen womöglich noch ewats gewöhnen muss . Auch dies wurde überstanden, doch wo war nun der Mechaniker hin? Also nochmals warten. Endlich taucht dieser wieder auf und eine kleine Gruppe von 4 Mann macht sich zu Fuß auf den weg zum liegengebliebenen Auto mit der wartenden Braut des Wanderers. Als endlich das Auto am Horizont auftaucht ist dort Bewegung zu sehen, mehr als nur von einer Person. Als die Gruppe der Männer näher herankommt können sie ein vollgepacktes Kamel, dessen Führer und eine Mitte 50-jährige Weiße Frau erkennen. Eva war zufällig auf ihrer 6-tägigen Wandertour durch die Wüste am Auto vorbeigekommen und bot an, mithilfe der Koordinaten Hilfe zu organisieren, wenn sie in 4 Tagen wieder im nächsten Stätdchen angekommen ist und keine positive Meldung der liegengebliebenen dort findet. Der erste Engel der am Auto vorbeikam.

Vollends am Auto angekommen strützt sich, der auf einem Auge blinde Mechaniker, sofort auf den Wagen. Er schaut und guckt, doch an seinem Gesichtsausdruck ist zu erkennen, dass er keine Ahnung hat wo das Problem liegt. Den Reisenden war mitten in der Wüste das Kugellager einer Umlenkrolle des Hilfsantriebsriemens zerbröselt. Dies hatte sich schon vor der Abreise angekündigt und so war eine ersatzrolle im Gepäck und schnell auch montiert gewesen. Nur der Riemen wollte nicht mehr drauf. Der Riemen treibt neben der Lichtmaschine allerdings auch die Servolenkung und noch viel wichtiger, die Kühlwasserpumpe an. Ohne diesen Riemen überhitzt der Motor innerhalb kürzester Zeit. Er musste also wieder an Ort und Stelle, damit die Fahrt vortgesetzt werden kann. Leider wusste der "Mechaniker" weniger bescheid als der Fremde. Als der "Mechaniker" dann nach einer Brechstange fragte und anfing damit die Lichtmaschine vom Motor brechen zu wollen, war es für den Fremden genug. Und da kam ihm auch der rettende Gedanke. Nicht Lösung 1 sondern Lösung 2 der Fädeltechnik des Riemens war die Lösung des Problems. Schnell war so der Riemen wieder montiert und voll Hoffnung wurde der Motor gestartet. "AAAAUUUUSSS" - schrie da seine Frau. Wild flogen Fetzen des Riemens durch die Luft. Misst! Zum Glück wurde dabei aber nur der halbe Riemen auseinandergerissen, der wohl durch die kaputte Umlenkrolle schon einen Riss bekommen hatte. Die kaputten Reste wurden entfernt und der halbe Riemen nun sehr ordentlich eingefädelt. Und jetzt lief der Wagen wieder. GOTT sei Dank!

Der Mechaniker und die Herren der Oase wurden natürlich sofort mit dem Wagen zurück in deren Oase gefahren und da es inzwischen schon früher Abend war, nahmen die beiden Reisenden die Einladung gerne an, beim Mechaniker zu Gast zu bleiben. Neben dessen Zelten durften sie ihren Wagen parken und ihr Zelt aufschlagen. Zum Abendessen wurde ein unglaublich leckeren Cusscuss, mit Gemüse aus dem Hauseigenen Garten, gekocht und unzählige Tees getrunken. Eine Führung durch die reichen Gärten des 6-fachen Familienvaters gehörten zum Abendprogramm. Karotten, Weizen, Oberschienen, Rote Beete, Pfefferminze, Dattelpalmen und Tomaten wurden hier mit hilfe eines ausgeklügelten Bewässerungssystemes angebaut. Morgens erwartete die zwei Reisenden dann die nächste Überraschung: Die ein paar Tage zuvor kennengelernten Deutschen Thomas und Claudia standen plötzlich auch in der Oase. Sie hatten sich ganz zufällig nur ein paar Meter entfernt abends im tiefsand festgefahren und dort die Nacht verbracht. Nun war die Weiterreise gerettet. Die anspruchsvolle Strecke nach Chinguetti konnte so zusammen gefahren werden und das Risiko nochmals irgendwo alleine liegenzubleiben war gebannt. GOTT sei Dank!

Einen Ersatzriemen wurde über den Campingplatzbesitzer Just, in Atar, aus Nouakchott bestellt und konnte am nächsten Tag dort abgeholt werden. Für unseren Defender gibt es allerdings zwei verschiedene Längen des Riemens. Für mit oder ohne Klimaanlage. Leider kam der falsche. Egal. Der alte hält ja noch und so sind die beiden nun selbst auf dem Weg nach Nouakchott um dort den richtigen neuen Riemen zu besorgen. Dort angekommen konnte der Riemen ohne probleme in den kürzeren getauscht werden und die beiden überlegten kurz ob sie ihn einfach einpacken und irgendwo auserhalb der Stadt erst montieren sollten. Doch um auf Nummer sicher zu gehen, wurde er gleich an Ort und Stelle montiert. Und ups... Dieser ist jetzt zu kurz. Es gäbe keinen anderen für dieses Modell, wollte der Spezialist in Nouakchott die beiden überzeugen. Und er sah auch keine Möglichkeit in Mauritanien einen solchen zu bekommen. Lang überlegten die beiden Reisenden was jetzt zu tun sei. Mit dem alten Riemen bis nach Dakar fahren? Da klopfte es plötzlich an der Scheibe, unser Schweizer Landy Fahrer Hans-Peter steht davor. Er was auch gerade zufällig hier um ein Ersatzteil zu besorgen. Und da er Mechaniker ist und den selben Defender fährt wurde ihm das Problem geschildert. >>Ich hab 3 als Ersatz dabei, könnt einen haben!<< Auch wir konnten ihm mit einem Ersatzteil (wenigstens als Muster zum kauf von neuen) aushelfen. GOTT sei Dank!

 

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Tansania
Visa, Duane und Fischmarkt

Unsere beeindruckendste Fahrt hatten wir aber dann erst außerhalb der offiziellen Nationalparkgrenzen. Hier ist es möglich über 200km bis in die Hauptstadt Nouakchott entlang des Strandes zu fahren. Wir hatten davon gehört und wollten es probieren, doch die Ranger und Polizisten hielten uns davon ab. Es sei viel zu gefährlich. Nur bei Ebbe kann man die Strecke auf dem noch nassen Sand fahren, aber bleibt man stecken kommt jede Hilfe zu spät. Es gibt keinen Handyempfang entlang der einsamen Strecke. Und der Untergrund sei gerade sehr weich, man würde viel zu sehr einsinken. Doch der kleine Sturkopf Samuel wollte sich nicht überzeugen lassen bevor er es nicht selbst gesehen hat. Also gings entlang einer Spur durch den Tiefsand. Schon hier musste die Luft in den Reifen drastisch reduziert werden um überhaupt durchzukommen (von normal 3,5bar auf unter 1 bar).  Doch dann sahen wir den Strand und er war genial. Schöner nasser harter Sandstrand. Nichts wie runter von der Tiefsandpiste, rauf auf den Strand und mit karacho dort entlang. Yeah Yippieh macht das Spaß! Am Strand sitzen plötzlich hunderte Möven und auch Pelikane und erheben sich erst kruz vor dem Auto mühesam in die Lüfte. Wie unter einem Zelt kommt man sich dabei vor. Oben auf dem Auto sitzend ist die Fahrt ein absolutes Highlight! Mal spritzt das Wasser hoch, als die Reifen über die Ausläufer der Wellen rauschen, mal kommen die Dünen ganz nah an den Strand und von Zeit zu Zeit kreuzt man einen von Fischern bevölkerten Strandabschnitt. Bis zum Campingplatz nur 6km außerhalb des Zentrums der mauretanischen Hauptstand geht unsere Strandfahrt. Nur zu empfehlen!
Hier stehen wir nun seit zwei Nächten, da wir heute das Malische Visum beantragt haben und unsere Ehrenurkunde zum Nichtverkauf unseres Autos verlängern mussten. In Mauretanien sind wir nun völlig in Afrika angekommen! Das Highlight der Stadt ist der Fischmarkt, wenn spätnachmitttags hunderte Fischerboote mit ihrem Fang zurückkommen. Es herrscht ein reges Treiben am Strand und in und um die Markthalle. Wunderschön buntbemalte Boote, unzählige Fische jeder Größe und dazwischen Autos die aussehen als wie wären sie seit 50 Jahren nicht mehr fahrtüchtig. Und all dies nur 600 Meter vom Campingplatz den Strand entlang.  Morgen müssen wir uns jetzt leider von Hamza trennen. Er fährt direkt nach Dakar und wir wollen das uns sehr freundlich empfangende Land weiter bereisen.
Da das Internet in Mauretanien sehr schlecht ist, gibts mehr Bilder erst später. Wer dennoch hin und wieder einen Schnappschuss sehen will, findet diesen auf instagram. Link siehe ganz unten.
 

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Tansania
traumhafte Ebbstrandstraße

Mit konstanten 100km/h ging es fast die kompletten 900km entlang der Küste durch die West Sahara. Auf der meist recht guten Teerstraße kamen uns nur ab und zu völlig überladene LKWs entgegen. Ein Stopp am Surverhotspot Dakhla und einer entlang der Straße, war so ziemlich die einzige Abwechslung. Die Landschaft hier ist sehr öde und daher auch kaum besiedelt. Immerwieder gibt die Straße den Blick frei auf den Atlantik und hin und wieder gibt es hier kilometerlange einsame Sandstrände. Da der Wind hier fast imer konstant aus Norden weht (hat irgendwie etwas mit dem Sahara Tief oder Hoch zu tun ;-)), kommen hierher viele Surver.
Im Internet herrscht rege Diskussion darüber ob man die Grenze nur mit Hilfe der dortigen "Helfer" meistern könne. Die Grenzvormalitäten würden zumeist 4 Stunden oder länger gehen und Schmiergelder seien fast immer nötig. Auch vom Land Mauretanien selber hatten wir bisher wenig positives gehört, so wird Mauretanien meist nur als Transitland ins Nachbarland Senegal genutzt. Wie anders sind nun heute unsere Erfahrungen!
Schon an der Grenze wurden wir positiv überrascht. Ganz ohne "Helfer" ging der Grenzübetritt reibungslos von statten. Etwas warten auf das Ende der Mittagspause der Visa-Beamten war alles. In "nur" 2,5h waren wir aus- und wieder eingereist. Dabei hat das ganze wenig mit europäischen Grenzen gemein. Schon auf der marokkanischen Seite muss man mindestens 8 Stationen durchlaufen. Visakontrolle, Fahrzeugpapiere, Ausreisestempel, Kontrolle, Zoll, nochmals Kontrolle, und nochmal,... Im Niemandsland dazwischen überwacht die UN den Frieden. Auf den knapp 5km wird man nahezu überfallen von sogenannten "Helfern", die beteuern ohne sie wäre der Grenzübertritt nicht möglich. Drüben wird das Auto von Beamten und Hunden durchsucht, der Pass registriert. Anschließend muss das Visum für 55€ beantragt werden, eine Ehrenurkunde unterzeichnet werden, dass man das Auto nicht verkaufen wird, von der Polizei im PC erfasst werden und alles nochmals mehrfach kontrollieren lassen bis man endlich die Grenze hinter sich hat. Aber entgegen mancher Meinung waren die Beamten an beiden Grenzen sehr freundlich und hilfsbereit (mit wenigen Ausnahmen natürlich).
Im Grenzprozedere ist uns immerwieder ein junger Mann aufgefallen, der die selben Stationen durchlaufen musste wie wir. Nur ohne Auto. Am Ende dann kamen wir ins Gespräch und er bat um eine Mitfahrgelegenheit bis zur nächsten Stadt Nouadhibou. Hamza, Belgier,  ist so alt wie Samuel, gebürtiger Marokkaner und gerade auf einer kleinen Reise von seiner Famile in Casablanca, über Mauretanien bis nach Dakar. Da wir dieselbe Richtung haben und wir uns prächtig mit ihm verstanden, blieben wir zusammen. In Nouadhibou haben wir, dank Hamzas Arabischkenntnissen, Geld und Simkarte besorgt, waren gut mauretanisch Essen und sind am nächsten Tag Richtung Hauptstadt Nouakchott aufgebrochen. Auf dem Weg liegt der bedeutenste Nationalpark Banc d'Arguin, ein Paradies für allerlei Vögel. Für Angler und Vogelliebhaber sind hier wohl eine der besten Möglichkeiten weltweit. Uns hat vor allem die unberührte, einsame Natur gefallen. Baden im Atlantik, joggen entlang des nicht endenden Sandstrandes und schlafen direkt am Strand, genial! Im Nachbarzelt des Community-Campsides war ein Geschäftsmann aus Nouakchott für ein paar Tage zum Fischen. Hier komme er so richtig zur Ruhe. Und da er ein echter Afrikaner ist, die im Gegensatz zu uns Europäern die Gastfreundschaft ganz ganz hoch halten, wurden wir zum Tee und anschließend zum frisch gefangen und gegrillten Fisch eingeladen. Lecker, lecker, lecker!!

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Tansania
faszinierende Landschaft

Für alle Fälle hatten wir unsere Ersatzkanister für die Durchquerung der Wüste gefüllt. 60kg schaukelten also zusätzlich bei jedem Stein mit der sonst schon hohen Dachlast über unseren Köpfen. Also wir nun durch das Qued Tamanart holperten und unser Tank zur neige ging, beschlossen wir anstatt eine Tankstelle anzufahren, unsren Reservesprit in den Tank zu füllen. Auf unserer weiteren Route gibt es erstmal genügen Tankstellen. Gesagt getan, an einer einsamen Stelle im ausgetrockneten Flusstal wurde angehalten, die Kanister vom Dach geholt und mittels Einfüllstutzen in den Tank gefüllt. Beim 2 Kanister passierte es dann. Plumps. Das vordere Gummistück des Einfüllstutzens plumpste in den Tank. Da Samuel Angst hatte, dass es sich anlösen könnte und dann irgendwas kaputtmachen könnte, versuchten wir das Stück rauszufummeln. Aber keine chance, es war schon zu tief gerutscht. Aber gut, dass wir im Fahrzeug eine Reserveöffnung haben, über die wir an die Dieselpumpe kommen. Diese ausgebaut ermöglicht es in den Tank zu greifen und das Stück rauszufischen. So die Theorie. Mit deriIn eine Mülltüte gewickelten Hand hat Samuel dann im Tank gefischt, aber anstatt einer undichten Tüte und somit Diesel überall konnte nichts erreicht werden. Das blöde Stück musste noch irgendwo dazwischen stecken. Also unverrichteter Dinge alles wieder zusammenbauen. Doch wie geht das? Die Pumpe wollte einfach nicht wieder an ihre alte Stelle. Die Einbauanleitung konnte im Ordner auch nicht mehr gefunden werden und der nächste Ort war Kilometer entfernt. Mist. Nach Kampf und Schweiß hat es dann doch irgendwann noch geklappt und die Fahrt durch's endlose Flussbett konnte weiter gehn. Mit Einfüllstutzen irgendwo im Tank.
Vom Qued Tamanart gelangten wir nach mehrstündiger Fahrt ins Ait Mansour Valley. Wer sich das auf der Karte mal anschaut sieht hier schon die als grün eingezeichneten Oasen. Wunderschön gings den Bachlauf immerweiter hoch. Steile Felswänder rechts und links und dazwischen unzählige Palmen. Und plötzlich stand er da. Der Franzose Thomas und hielt uns an. Ob wir ihn nicht mit seinem Fahrrad ein Stück mitnehmen könnten, es sei schon spät um die über 1000 Höhenmeter zurück nach Tafraoute zu fahren wo er herkam und wir hinwollten. Also Fahrrad aufs Dach und den Rücksitz geräumt. Im Gespräch stellte sich heraus, Thomas macht die selbe Strecke wie wir, nur mit dem Velo!! In Tafraoute waren wir abends noch mit ihm lecker essen. Wenn ihr denkt wir wären krass, was ist dann das was Thomas macht?
Wir hatten von blauen Felsen in Tafraoute gehört und wollten dieses besondere Naturschauspiel mit eigenen Augen sehen. Wir Dumpfdödels. Die blauen Steine sind zwar dort und auch ganz nett anzuschauen, sind aber nicht Natur, sondern ein Kunstwerk. Ein belgischer Künstler hat sich hier verwirklicht.
Von dem Hauptort des Antialtas haben wir uns kleine Straßen quer über die Berge hin zur Atlanikküste rausgesucht. Ersteinmal gings hoch und oben wartete eine gigantische Aussicht auf uns. Leider kommt sowas auf den Bildern nie ganz so beieindruckend rüber, aber die Landschaft ist fantastisch. Die blühenden Kakteen und Madelbäume entlang der Strecke und die kleinen idyllischen Dörfer in den Bergen - nicht so verarmt wie in anderen teilen Marokkos - haben uns beeindruckt. Dieser Teil Marokkos sollte bei einem Urlaub nicht ausgelassen werden!
Die Atlantikküste war demgegenüber unspäktakulär. Nach 8 Tagen wildcampen haben wir uns hier einen Campingplatzt gesucht und Wäsche gewaschen, heiß geduscht und Wasser aufgefüllt. Und nochmals versucht den blöden Einfüllstutzen rauszufischen. Diesesmal haben wir den Schlauch vom Tankdeckel zum Tank ausgebaut, da er eigentlich hier stecken müsste. Doch wohl ist er schon weitergerutscht. Wieder umsonst geschraubt und voller Diesel.
Als wahres Paradies wurden uns die heißen Quellen der Oase Tighmert im Internet empfohlen. Doch wie das so mit Lieblingsplätzen ist, jeder empfindet sie anders. Nach den schönen Oasen der Sahara und des Antiatlases konnte uns Tighmert nicht begeistern. Auch die Quelle an sich wurde zwar von Einheimischen als Picknickort genutz, war aber nicht besonders. Vielleicht haben wir die schönen Flecken auch einfach nicht gesehen, aber etwas enttäuscht sind wir weitergefahren.
Relativ direkt geht es jetzt an die Mauretanische Grenze entlang der Küste durch das von Marokko anektierte Gebiet der West-Sahara. Sanddünen direkt an der Küste sind hier im Nationalpark Khenifiss zu finden. Auch die erstenb Flammingos haben wir hier beobachtet. Noch knapp 900km trennen uns von der Grenze. Wir melden uns dann wieder aus Mauretanien.

PS: Wer per Mail über neue Bilder und Berichte informiert werden möchte kann sich über "Kontakte" in den Mailverteiler eintragen. Es gibt dann immer eine kurze Erinnerungsmail.
 

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Tansania
viele Kilometer Holperpiste

Leider mussten wir uns in M'hamid schon morgens von Philipp trennen. Es war schön mit dir! Danke! Wir wolten zügig weiter, er einsame Tage in der Wüste verbringen. Erg Chegaga ist zwar flächenmäßig größer als Erg Chebbi, von dem wir kamen, aber die Dünen sind hier lang nicht so hoch, sondern das ganze wirkt ausgebreiteter. Ein schöner Spaziergang auf eine der höchsten Dünen und einem ruhigen Mittag und einer einsamen Nacht inmitten der Dünen haben wir genossen. Duschen mit unserem Wassersack, lecker Kochen - Pasta mit Gemüse - und abends am Lagefeuer sitzend die Fotos sotieren, umgeben von Sand. Morgens stellten wir den Wecker um schon vor Sonnenaufgang auf die höchste Düne in der Nähe zu wandern und von dort den rot aufsteigenden Sonnenball zu genießen und zu fotografieren. Hier in den Dünen haben wir eine neue Eigenschaft unseres Landys kennengelernt: Er ist ein Elefant! Oben auf der Feuerschale sitzend, schauekt und schwankt es wie auf dem Rücken eines Elefanten. Eine viel bessere Aussicht hat man von da oben auch. Genau so war der Ritt in Thailand vor 2 Jahren. Landrover + Elefant = Landyfant.
Über eineWaschbrettpiste durch die einsame Steinwüste, nur von wenigen Nomaden durchzogen, ging es weiter entlang der algerischen Grenze. Unser einziger Kontakt zu Menschen bestand auf dieser Strecke an den Militärposten. Hier wurden die Pässe kontrolliert und per Funk die Erlaubniss zur weiterfahrt eingeholt. Nach einem netten Pläuschchen durften wir dann weiterfahren. Nach vielen Kilometern Holperpiste waren wir froh mal wieder Asfalt unter die Räder zu bekommen. Man kommt auf geteerten Straßen soooo viel schneller vorwärts. Im Gelände kommen wir meist nicht schneller als 20 km/h voran. Da wir nicht gleich einen schönen Campingplatz fanden wollten wir noch kurz die Felskravuren von Akka besichtigen und dort nach einem geeigenten Stellplatz suchen. Von anderen Fernreisenden hatten wir die Koordinaten, aber die Kravuren sind über einen Hügel verteilt und man muss schon ein wenig danach suchen. Aber der Abstecher lohnt sich auf jeden fall. Antilopen, Giraffen und Nashörner sind da vor vielen vielen Jahren in die Felsen geritzt worden. Im nahegelegenen Palmenhain verbrachten wir dann die Nacht. Die Sahara haben wir hiermit ersteinmal hinter uns gelassen und wollen nun über den Antiatlas, einer Gebirgskette, die Atlantikküste erreichen.

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Tansania
Sand, Sand und nochmals Sand

Nur 20% der Sahara besteht aus Sand. Aber gerade dieser Teil fasziniert und begeistert. Das wollten wir selber erleben. Durch trockene und steinige Gegend ging unsere Fahrt daher weiter in den Süden. Und dann waren sie da, die ersten Minidünen neben der Straße. Erst nur vereinzelte kleine Sandhaufen, bis wir in der Ferne den Erg Chebbi erspähen konnten. Bis 200m Höhe ragen die Dünen in den Himmel. Feiner weicher wunderschöner Sand, endlose Dünen und Kamele. So stellt man sich Wüste vor! Nicht über die Hauptstraße, sondern ziemlich von Norden über kleine Pisten haben wir Erg Chebbi angefahren. Daher kamen wir als erstes an einen eher ruihgeren Teil der Dünen.
Typisch für Marokko waren wir keine Minute an den Dünen, schon hielt ein Motorrad neben uns. Der Fahrer erkundigte sich sehr freundlich (auf deutsch) wies uns geht und was wir vorhätten. Ziemlich schnell machte er uns ein Angebot, uns als Guide durch die Dünen zu führen. Entweder er fährt uns vorraus, oder mit uns im Auto. Eine kleine oder gleich eine große Tour? Da gerade sehr wenige Touristen in der Gegend sind, werden die wenigen verbleibenden geradezu attakiert. Nicht nur hier wurden wir mit Angeboten fast überrannt. Da es uns aber zu teuer war und wir erstmals selber sehen wollten wie es hier so ist haben wir abgelehnt und sind selber mal am Rande des klar abgegrenzeten Dünenfeldes entlanggefahren.
An einer schönen Stelle wollten wir anhalten und ein paar Meter auf die Dünen laufen. Gerade hier stand plötzlich ein Expeditions-Unimog mit deutschem Kennzeichen. Schnell kamen wir mit Philipp ins Gespräch und beim Tee gab er uns zuerst Tipps für einen schönen Nachtplatz. Da er die schöne, einsame Strecke entlang der Algerischen Grenze nach Zagora fahren wollte, die wir uns nicht alleine getraut hätten, wurde der Entschluss gefasst zusammen weiterzufahren. Die Nacht verbrachten wir Seite an Seite in den Dünen. So romantisch es mit Lagerfeuer, Tajine (im Tontopf gegartes Gemüse) und gigantischem Strenenhimmel war, so ungemütlich wurde die stürmische Nacht. Bei sternenklarem Himmel riss es uns fast das Zelt vom Kopf, sodass wir letztendlich gegen Mitternacht das Zelt abbauten und uns ins Auto flüchteten. Nach dem Einkaufen am nächsten Morgen in Merzouga ging die Expedition los. 280km, davon 230km Piste, holprig, steinig, teilweise tiefsandig fuhren wir durch menschenleeres Gebiet. Nur ab und an wurden wir an einem Militärposten kontrolliert. Ausgetrocknete Flusstäler, staubige Ebenen und Felsen wie in den RockyMountains so weit das Auge reicht. Einen dieser Felsen haben wir in einer Wanderung bestiegen. Ganzhoch trauten wir uns dann doch nicht. Kumpels, ihr habt gefehlt! Eine Nacht in einem kleinen aber wunderschönen Dünenfeld, diesmal ohne Sturm, und eine weitere mit herrlichem Blick über eine Ebene.
Die Vorräte und den Sprit in Zagora aufgefüllt, ging es noch abends weiter nach M'hamid. Von hier brachen wir schon früh am Morgen auf zum größten Dünenfeld Marokkos.

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Tansania
bei den Berbern wilkommen

Massiv ist das Atlasgebirge schon von Midelt aus am Horizont zu erkennen. Aus der flachen Ebene erhebt sich steil das schneebedecktes Massiv. Dort wollen wir drüber um dahinter in den Weiten der Sahara die Sonne zu genießen. Beim hochfahren relativiert sich die Höhe etwas. Durch die nur spärliche Vegetation mit höchstens kleinen Büschen wirkt nur alles viel Höher. Dafür ist alles so unglaublich weitläufig. Weit kann der Blick über die trockene Landschaft wandern. Unsere Straße führte uns wohl am Rande über das Atlasgebirge, denn von Schnee bekommen wir nun nichts mehr zu sehen. Dafür karge Steinberge, die wie Wellen erscheinen. Nur ab und zu kommt man durch ein kleines Dorf und man fragt sich wie hier irgendetwas überleben kann. Doch dann kommen wir ins Tal Ziz. Wasser bewirkt Wunder. Traumhaft stehen hier Palmen dicht an dicht. Dazwischen sind Felder und Olivenbäume angelegt. Das Wasser wird in Kanälen verteilt und portionsweise geschickt auf die Felder geleitet. Weiter fahren wir Kilometer weit durch trostlose, aber wie Hannah findet, wunderschöne Landschaft. Hier Oben werden wir von einer Universitäts- und Militärstadt überrascht. In einem Supermarkt mit europäischem Standart füllen wir einige Vorräte auf. Etwas außerhalb entdeckt Samuel wieder einen Flusslauf nur wenig abseits der Hauptstraße. Wir biegen auf eine Piste und schon bald sehen wir wieder eine dieser wunderschönen Oasen. Fast senkrecht eingeschnitten liegt das Tal unter uns. Auch eine Quelle ist auf der Karte eingezeichnet und so fuhren wir im kleinen Dorf Meski hinunter in die Oase. Eigentlich  wollten wir nur Mittag machen, aber Momo hieß uns so herzlich (auf deutsch) willkommen, dass wir kurzentschlossen hier blieben. Nur durch den Kontakt zu den Touristen kann Momo (26) fast fließend deutsch (neben französisch, italieneisch, spanisch, japanisch und natürlich arabisch und berberisch). Eigentlich hat er hier auf dem Campingplatz nur einen von 9 Souvenrierläden, kümmert sich aber liebevoll um alle Gäste. Seiner Herzlichkeit und seiner Einladung zum freitaglichen Cousscoussessen bei seinen Eltern ist es zu verdanken, dass wir noch einen Ruhetag hier im wunderschön angelegten Campingplatz unter Palmen eingelegt haben. Ausgiebige Spaziergänge durch das Tal und hoch zur alten Kasbah (alten Stadt) haben wir unternommen. Wer nach Marokko kommt, sollte hier einen Stop einlegen! Erst morgen am Samstag soll es nun entgültig weiter in den Süden in die Sahara zum Erg Chebbi gehen.

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Tansania
Die Berber und Medina

Geordneter Verkehr war gestern. Gleich in unserer ersten afrikanischen Stadt Fnideq war der Verkehr dicht und unübersichtlich. Alles lief kreuz und quer über die Straße. Am Zebrastreifen musste Hannah scharf bremsen und bums lag ein Rollerfahrer unter unserem Auto. Zum glück sind alle mit dem Schrecken davongekommen. Nach einer kurzen Fahrt entlang der Mittelmeerküste, vorbei an großen im Bau befindenden Ferienanlagen haben wir uns zu aller erst um eine Internet-Simkarte gekümmert. In einem großen Supermarkt in europäischem Stil haben wir uns noch etwas mit Lebensmittel eingedeckt und uns auf die Suche nach einem Campingplatz am Meer gemacht. Leider war alles zu oder verdreckt. Daher entschlossen wir uns noch etwas ins Riffgebirge hochzufahren und in Chefchaoun zu übernachten. Da wir bisher wenig Zeit hatten den Reiseführer zu wälzen sind wir mehr oder weniger zufällig dort angekommen. In unserer Navigationsapp hatten wir dort empfehlungen gefunden. Erst dort wurde uns bewusst was für ein Highlith dieser Ort in Marokko ist. Eine spektakuläre Altstadt (=Medina), mit unzähligen engen und verwinkelten Gassen, dazu fast völlig in blau und weiß getüncht, machen Chefchaoun so einzigartig. Auch ein "normaler" Urlaub wäre hierher eine Reise wert! Um etwas anzukommen, aufzuräumen und das Auto zu pimpen haben wir gleich 2 Nächte dort verbracht. Stadtbummel, Lagerfeuer, lecker marokanisch Essen gehen und mit anderen Reisenden plaudern war angesagt.
Von Chefchaoun suchten wir uns kleine Straßen durch das Riffgebirge bis zur "Perle des Orients". Fes beherbergt die größte zusammenhängende Medina der arabischen Welt. Der Reiseführer warnt davor ohne Führer dort hineinzugehen. Unzählige Gassen, Kreuzungen und Sackgassen lassen die Altsadt wie ein großes Labyrinth erscheinen. Die Navigation per GPS war zwar etwas nützlich, doch ist sie zu ungenau und aufgrund der engen und teilweise überbauten Gassen doch nur bedingt hilfreich. Auch wir gingen das ein und andere mal verloren. Mit Hilfe einiger Bewohner schafften wir es dann doch noch zurück zum Auto und suchten uns ca. 1 Stunde südlich von Fes einen Stellplatz für die Nacht im Nationalpark. Wieder gab es Frost, doch dank der Bäume über unserem Zelt, der Wärmflasche und Decken war die Nacht angenehm. Auf dem Campingplatz in Chefchaoun wurde uns von anderen Reisenden geraten, die großen Schnellstraßen zu meiden und doch lieber die schönen kleinen Straßen zu fahren. Gesagt getan, bogen wir in Azrou von der N13 ab in den Nationalpark. Hier wurden die Straßen einsam. Weite Hochebenen, dichte Wälder, einsame Schafherden, vereinzelte Hütten und plötzlich wieder Schneefelder lagen auf der Strecke. Auch die ersten Affen haben wir entdeckt. Die Landschaft wandelt sich so schnell. Gab es gerade noch dichten Nadelwald, prägt rot-leuchtender Lehmboden eine halbe Stunde später die Landschaft. Karge Steinböden, grüne Bachläufe, weiße Schneefelder und steile Berghänge wechselten sich ab. Leider mussten wir auf einer Piste umdrehen. Zu hoch lag der Schnee auf dem Weg. Die alternativroute hat den Namen "Straße" nicht verdient. So musste die niedrige Übersetzung und die Differentialsperre mehrmals zum Einsatz kommen. Heute stehen wir in Midelt auf dem Campingplatz und freuen uns schon sehr auf morgen. Hinter dem Atlas sollen die Temperaturen deutlich deutlich wärmer sein. Hoffentlich kein Schnee und kein Forst, kein frieren mehr!

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