Februar bis August

Dieselspur



Dieselspur quer durch Europa

Schon seit Anfang an verliert unser Landy nach längeren Fahrten, bei denen der Motor warm wird, Kühlwasser. Zuerst dachten wir, es ist einfach zu viel drin. Bei einer längeren Fahrt schon vor dem Urlaub ging dann ein Kühlwasserschlauch kaputt und wurde anschließend von uns durch einen neuen erstetzt. Auch roch das auslaufende Kühlwasser irgendwie nach Diesel. Wir schoben es anfangs auf die Antirost- und Antigefirer-Zusätze im Kühlsystem. Die großen hässlichen Flecken unter dem Auto  kamen leider immer wieder egal was wir versucht haben.

Und auch im Urlaub machte uns das Kühlwassersystem schon nach kürzester zeit Probleme. Zwischen Augsburg und Ulm mussten wir das erste Mal raus auf einen Rastplatz, weil Aufgrund erhöhten Drucks im Kühlsystem eine Schelle des neuen Schlauches nicht mehr genug abgedichtet hat und das Kühlwasser rausgespritzt ist. Nach einigen Telefonaten bekamen wir die Adresse einer Landrover Werkstatt in München. Da wussten wir noch nicht, dass es sich um das Nobelautohaus Avolon Prmiums Cars handelt. Leider konnte uns dort nicht geholfen werden. Totalschaden, Auto stehen lassen für mindetsens 7 Tage war die Aussage. Auf unsere Erklärung hin wurde die entsprechende Schelle für stolze 60€ getauscht, ohne das tatsächliche Problem zu erkennen. Etwas ernüchtert aber froh dass es weiter gehen konnte ging es für einige Hundert Kilometer ruhig weiter. Bis eine kleine Kühlwasserzuleitung einen Riss bekam und wir wieder unerwünscht stoppen mussten. Mit „Rescue Tape“ konnte der Schlauch geflickt werden. Einige weitere hundert Kilometer und einige Pässe später war plötzlich in einem Tunnel nach Rijeka der Fahrerraum voller weißem Rauch. Nichts wie rechts ran und Motorhaube auf. Da war nichts mehr zu machen. Der erst neulich getauschte Schlauch war geplatzt. ADAC anrufen und auf den Abschleppwagen warten. In der Wrekstatt erklärte man uns sie versuchen es zu reparieren, aber wenn sich wieder zu viel Druck im System aufbauen wird, sei wohl die Zylinderkopfdichtung kaputt. Das würde bedeuten Heimreise, Urlaub zu Ende. Nach 4 Stunden gab der Werkstattmeister dann Entwarnung. Er habe es repariert und nach einer Probefahrt könnten wir weiterfahren. Zu Hause wäre dann allerdings dringend eine große Inspektion fällig. Etwas skeptisch, was sich nun am tätsächlichen Problem des erhöhten Drucks verändert haben soll, machten wir uns auf die Weiterfahrt und wiedererwartend schafften wir viele weitere Hunderte von Kilometern. Über zig Pässe duch die gesamten Dolomiten hat uns unser Landy gebracht. Leider haben wir dann bei der Ferienwohnung von Hannahs Eltern einen ganz schön großen Fleck unterm Auto hinterlassen (Niegelnagel neuer Hof, Ups!). Da war klar: irgendwas stimmt schon wieder nicht. Der untere Kühlerschlauch war diesmal gerissen. Also alles Kühlerwasser raus, mit Rescuetape neu flicken und das Kühlwasser wieder neu einlassen. Diesesmal wollten wir auf direktem Weg heim und einen Termin in einer Spezialwerkstatt machen. Die provisorische Reparatur reichte für das Timmelsjoch- und den Fernpass und hat bis zur Werkstatt in Pforzheim gehalten. Dort war leider die Fahrt zu Ende. Eigentlich wollten wir nur einen Termin ausmachen und das Auto später vorbeibringen, aber die Weiterfahrt wurde uns vom Werkstattmeister „verboten“. Nicht die Zylinderkopfdichtung oder der Zylinderkopf waren defekt, sondern wohl der Dieselkühler und so gelangt vom Dieselkreislauf (mit etwa 4bar), Diesel ins Kühlsystem (mit nur etwa 1.5bar). Das erklärt auch, weshalb der Kühlwasserstand nicht weniger wurde, obwohl wir immer Pfützen unter dem Auto hatten und es erklärt auch den Dieselgeruch der Pfützen.

Nun wird dieses Problem behoben und anschließend unser Landy vom Fachmann auf Herz und Nieren geprüft. Wir hoffen, dass er nicht allzuviele Krankheiten und Macken findet. Auch so ist es schon nicht gerade billig. Aber lieber jetzt als auf der Reise, sagen wir uns immer wieder. Aber es hat sich mal wieder gezeigt: Auch ein kaputter Landy bringt uns noch sicher hunderte Kilometer weit. 

08.-26. August 2016: Testreise

Tansania
Testreise beendet … ohne Auto

Unseren Sommerurlaub haben wir dieses Jahr dazu benutz unsern Landy auszufahren und etwas besser kennenzulernen. Wobei so genau wollten wir ihn gar nicht kennenlernen ;-). Die ADAC Mitgliedschaft hat sich allerdings bereits ausgezahlt. Doch dazu mehr im Artikel „Dieselspur quer durch Europa“.

Knapp drei Wochen hatten wir Zeit und so wollten wir das von euch sehr empfohlene Land Slowenien erkunden und noch etwas Meer in Kroatien mitnehmen. Unser erstes Ziel war dabei Bovec im Nord-Westen von Slowenien, am Rande Nationalparks Triglav. Um eine nicht allzulange Fahrzeit am Stück zu haben, machten wir Pause im Salzburger Land auf einem Campingplatz in Lofer. Dort mussten wir schmerzlich erfahren, dass wir noch völlige Greenhorns des Campens sind. Um unsere Lebensmittel sicher gekühlt zu wissen, haben wir die Kühlbox die ganze Nacht über an der Autobatterie gehabt und morgens nach dem zusammenpacken hat unser Auto leider nur noch gestottert. Da es anfing zu regnen, saßen wir da wie begossene Pudel. Zu unserm Glück hat ein Camper uns beobachtet und kam uns mit seinem VW-Bus und Überbrückungskabel zu Hilfe (*Danke dir!). Wir haben dazugelernt. Das ist uns im Urlaub nicht nochmal passiert. Die Notwendigkeit einer zweiten Batterie und einer zusätzlichen Solarplatte für unsere Afrikareise wurde dadurch aber nochmals unterstrichen. Aufgrund des schlechten Wetters haben wir den Großglockner doch umfahren und unser Zelt direkt am schön gelegenen Weißensee aufgeschlagen. Zwei Tage Daueregen hat das Dachzelt ohne Probleme ausgehalten, zum Glück. Von dort ging es dann über Italien rüber nach Bovec, einer kleinen Stadt am Rande des Triglavnationalparks und Pilgerort für Kajakfahrer. Direkt an der Mündung der beiden Flüsse Koritnica und Soca lag unser kleiner Campingplatz „Kamp Kovac“. Umgeben von lauter Schwaben konnten wir beim Essen die Kajaker in den Stromschnellen der Soca beobachten. Wandern, Klettern und Mountenbike haben wir in den drei Tagen genossen. Wunderschöne Wasserfälle, steile Biketrials, schönes Wetter und wackelige Hängebrücken und zum Schluss ein Volksfest mit Kartoffelpizza hat uns begeistert. Eine empfehlung für ALLE: BOVEC.

Um ein paar gemeinsame Tage mit #Anne und #Nico zu verbringen hat uns unsere Reise die Soca abwärts Richtung Meer geführt. Nach einem kuzer Abstecher in die schöne Tolminkaklamm und einer doch recht langen Fahrzeit (Landstraßen brauchen wirklich länger als die Autobahn ;-P) haben wir die beiden am Meer in Lucija getroffen. Da uns der Capingplatz alles andere als zugesagt hat gings weiter über die Grenze nach Kroatien auf einen MEGA-Campingplatz bei Porec. Disco bis spät in die Nacht und dannach das gegröle der Betrunkenen hat uns 2 Nächte später noch weiter Südlich ziehen lassen (Rovinj). Auf einem schönen Platz mit einer wunderschönen Bucht haben wir zusammen mit Anne und Nico 2 weitere Nächte verbracht. Städchentour, Tretboot mit Rutsche, lesen, sonnenbaden, baden, grillen, spielen – Urlauben.  

Die Schönheit der Plitvitscher Seen wurde uns mehrmals ans Herz gelegt.  Mit unfreiwilligem Stop in Rijeka haben wir es allerdings an diesem Tag nicht ganz bis zum Nationalpark geschafft und eine Nacht abseits der Straße verbacht. In den Morgenstunden wurden wir von einem Gewitter überrascht und so mussten wir morgens um 5 Uhr raus um das Zelt abzuspannen.

Am Tag darauf wunderten wir uns etwas über die vielen Schilder rechts und links der Straße, bis wir angehalten haben, um genauer zu lesen: NE PRILAZITE – Minen!
Bis wir dann am Parkplatz des Nationalparks angkommen sind, war von Regen nichts mehr zu sehen. Wir haben einen ausgiebigen Spaziergang (um die 15km) um die Seen und Wasserfälle der Winnetoukulisse genossen. Fasszinierend sind die vielen übereinanderliegenden Becken mit über 90 Wasserfällen dazwischen. Die Plitvitscher Seen waren der südlichste Punkt und somit der Wendepunkt unserer Reise. Zurück gings an die Kroatische Küste und zwei Nächte auf Hannahs favorite Campigplatz unserer Reise: Kamp Kozia. Mit süßen Hunden als Nachbarn und dreimal Schwimmen am Tag haben wir die Sonne und das Meer genossen.

Über Lublijana (durchaus zu empfehlen) führte uns die Reise wieder in den Norden Sloweniens. Am Rande eines Flussbettes haben wir den verregneten Abend im Auto verbracht. Wir konnten dabei testen wie das Kochen und Essen nicht vor, sondern im Auto klappt. Aufgrund der Wetterlage sind wir früh ins Bett. Nachts mussten wir aufs Klo und als wir runtergeklettert war, wunderten wir uns darüber, wie hell es doch war. Bis uns auffiel, dass unser Fernlicht an war und wohl die ganze Nacht schon gebrannt haben musste. Leider konnte das Licht über die „normalen“ Hebel nicht ausgestellt werden. Seither wissen wir endlich, was der „Joke“ für eine Funktion hat: Fernlicht an (auch ohne Zündung).
Da wir früh ins Bett sind, konnten wir auch am fogenden Tag früh starten und die Durchquerung des Triglav Nationalparks in Angriff nehmen. Über den Trenta-Pass mit 49 Haarnadelkurven gelangten wir ins wunderschöne obere Socatal. Eine dringende Empfehlung an alle Campingfreunde! Oben auf dem Pass nutzen wir noch die Gunst der Stunde und haben den Maja Mojstrovka (2332m) bestiegen. Um Hannahs Eltern im Urlaub zu überraschen machten wir uns anschließend auf die lange aber wunderschöne Strecke durch die Dolomiten. Mit einer Übernachtung irgendwo auf der Strecke und einem Klettersteig mit atemberaubender Aussicht über Cortina d’Ampezzo war unser Ziel, vor dem Abendessen bei Hannahs Eltern in Kaltern am See zu sein und diese zu überraschen. Aufgrund von Stau und so unglaublich lahmen Italienischen Autofahrern (ja wir haben uns auch gewundert, aber wir hatten tatsächlich über 10 solcher lahmen Enten vor uns) mussten wir Hannahs Eltern unauffällig aufhalten ohne uns zum Abendessen aufzubrechen. Noch telefonierend haben wir sie dann aus ihrer Ferienwohnung geklingelt. Nach einem sehr schönen Abend mit gutem Essen (der ersten Nacht des Urlaubs nicht im Dachzelt) und einem Frühstück mit Blick über die Obst- und Weingärten brachen wir zum entgültigen Heimweg auf.

Über das schöne Timmeljoch gelangten wir ins Öztal und konnten nicht anders als noch einen Klettersteig entlang des Lehner Wasserfalls zu machen. Im Oberen Abschnitt teilt sich der Steig in einen moderaten und einen extremen Weg und so konnte auch Samuel noch an seine Grenzen kommen. Um dem Auto noch eine Verschnaufpause vor dem zehnten Pass unserer Reise zu gönnen, machten wir nochmals Stopp am Fernsteinsee am Fernpass. Entgegen unseren Erwartungen liegt der Campingplatz dort wunderschön. Die letzte Etappe führte uns dann quer über die Schwäbische Alp bis nach Mötzingen zu Samuels Onkel und Tante. Spontan angemeldet, konnten wir so den Geburtstag von Samuels Cousine mitfeiern. Über Pfortzheim (einer Spezialwerkstatt für Defeder) sollte uns unser Auto bis nach Hause führen, musste aber leider gleich dort bleiben (Dieselverlust) und so wurden wir von Samuels Vater abgeholt und mussten die letzten Kilometer des Urlaubes ohne unseren treuen Gefährten zurücklegen.

Trotz kleiner … mh … Unstimmigkeiten am Auto konnten wir unseren Campingurlaub rundum genießen. Das Auf- und Abbauen des Zeltes wurde zur Routine, das Auto wurde nicht nur einmal umgeräumt und Schwachstellen zum Thema Stauraum und vielem mehr haben wir entdeckt. Alles immer dabei und griffbereit zuhaben ermöglichte es uns, dort zu bleiben wo es uns gefallen hat. Diese Freiheit haben wir sehr genossen und freuen uns daher umsomehr auf unsere doch etwas längere Afrikareise. 

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